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Der Spree fehlt Wasser

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Symbolbild

Phase 3 des Konzeptes zur Wasserbewirtschaftung tritt Montag in Kraft

Am Spreewaldausgang in Leibsch sind die Abflüsse auf ein extrem niedriges Niveau gesunken. Ein Ende der großen Dürre ist nicht abzusehen, daher muss die Phase 3 des Konzeptes zur Wasserbewirtschaftung in Kraft treten – mit weitreichenden Folgen, denn viele Ausleitungen und Schleusen müssen ab Montag geschlossen werden. Das Wasser des Nordumfluters wird abgesenkt und zur Stärkung der Spree genutzt. Einzelne Gräben werden trockenfallen, Fischsterben sind nicht auszuschließen. Das Landesamt für Umwelt bittet alle Gewässeranrainer um Meldung trockenfallender Gewässer, um Notabfischungen und Muschelbergungen organisieren zu können.

Am Spreewaldausgang in Leibsch werden nur noch 0,79 m³/s (Kubikmeter pro Sekunde) gemessen – Tendenz fallend. Die Umgebung ist ausgedörrt und die Zuflüsse bringen kein Wasser mehr in die Spree. Das Wasser der Spree, das von der Talsperre Spremberg abgegeben wird, besteht zurzeit zu etwa 40 Prozent aus Grubenwasser und zu 40 Prozent aus Wasser der Talsperre Bautzen (Niedrigwasseraufhöhung); die übrigen 20 Prozent verteilen sich auf den natürlichen Zufluss aus Sachsen und auf einen kleinen Anteil aus den Reserven der Talsperre Spremberg. Die Abgabe der Talsperre Spremberg beträgt aktuell 9,7 m³/s und kann auf diesem Niveau bis Ende August beibehalten werden.

Damit der Abfluss der Spree unterhalb des Spreewaldes nicht komplett zum Erliegen kommt, müssen weitere harte Maßnahmen ergriffen werden. Die Phase 3 des Konzeptes zur Wasserbewirtschaftung im mittleren Spreegebiet in Niedrigwasserverhältnissen (https://mluk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Niedrigwasserkonzept-Mittlere-Spree.pdf) tritt ab Montag, 15.08.2022, in Kraft. Ziel der Maßnahmen ist es, das Wasser in der Hauptspree und den großen Hauptgewässern (Großes Fließ und Puhlstrom) zu konzentrieren. Das bedeutet, dass viele Ausleitungen aus der Spree komplett geschlossen oder stark eingeschränkt werden (siehe Anlage).

Die Schleusen Krausnicker Strom und Groß Wasserburg mussten geschlossen werden, um den Verlust des Wassers aus der Spree in das Gebiet der Dahme zu unterbinden. Weiterhin wird versucht, die Reserven, die der Spreewald selbst noch hat, zu mobilisieren. Dafür werden auch Teile des Nordumfluters abgesenkt und das Wasser dafür bevorzugt in die Hauptspree geleitet.

Durch das Schließen der Ausleitungen und die hohe Verdunstung, kann es passieren, dass die abgeschnittenen Gräben und Fließe trockenfallen. Aktuell wird mit den Fischereibehörden und dem Landesanglerverband abgestimmt, in welchen Bereichen eventuell Notabfischungen durchgeführt werden müssen. Anlieger an Gewässern und Gräben werden gebeten, diese genau zu beobachten und notfalls trockenfallende Abschnitte an die Landkreise zu melden oder gegebenenfalls eigenständig Fische und andere Wasserlebewesen zu retten und in wasserführende Gewässer umzusetzen. 

Quelle: MLUK des Landes Brandenburg 

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