Ein Ukrainer soll für einen russischen Nachrichtendienst Informationen über Rüstungsproduktion und Bundeswehr-Standorte an der NATO-Ostflanke gesammelt haben.
Einsatzkräfte des Bundeskriminalamts (BKA) haben am Donnerstag, 22. Oktober 2026, im Landkreis Oder-Spree einen mutmaßlichen Agenten festgenommen. Grundlage war ein Haftbefehl des Ermittlungsrichters am Bundesgerichtshof vom 15. Oktober. Die Bundesanwaltschaft wirft dem ukrainischen Staatsangehörigen Vadym Y. geheimdienstliche Agententätigkeit für einen russischen Nachrichtendienst vor. Medienberichten zufolge lebt der 53-Jährige in Eisenhüttenstadt.
Kontakt über einen Mittelsmann
Den Ermittlungen zufolge soll der Beschuldigte spätestens seit Juli 2025 über einen Mittelsmann mit dem Nachrichtendienst in Verbindung gestanden haben. Von Deutschland aus soll er sicherheitsrelevante Informationen beschafft haben – unter anderem zur Produktion von Panzerfahrzeugen, Munition und Sprengstoffen. Einen Teil der Daten soll er aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen, andere gezielt bei Personen aus der europäischen Rüstungsbranche abgefragt haben.
Im Fokus standen nach Angaben der Bundesanwaltschaft zudem Personal und militärische Anlagen an Standorten zur Sicherung der NATO-Ostflanke. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, interessierte sich der Mann auch für die Panzerbrigade 45 der Bundeswehr, die sogenannte Litauen-Brigade.
Wie es weitergeht: Der Beschuldigte soll am Freitag, 23. Oktober 2026, dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vorgeführt werden. Dieser entscheidet über den Vollzug der Untersuchungshaft. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Medienberichte



