IG Metall ruft in Prenzlau zur Demonstration auf
Plakat: IG Metall, Foto: Heiko StumpeDie IG Metall Ostbrandenburg lädt am Samstag, 31. Oktober 2026, zu Kundgebung und Demonstration auf dem Marktplatz in Prenzlau ein. Der Protest richtet sich gegen geplante Einschnitte bei Rente, Altersteilzeit, Arbeitszeit, Befristungsschutz und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
Aufgerufen sind Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner sowie Bürgerinnen und Bürger. Anlass sind politische Pläne, die nach Auffassung der Gewerkschaft die soziale Sicherheit vieler Menschen gefährden. Im Mittelpunkt stehen Veränderungen bei der Altersteilzeit, beim 8-Stunden-Tag, bei der gesetzlichen Rente, beim Schutz vor Befristungen und bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.
„Wenn an mehreren Stellen gleichzeitig gekürzt wird, trifft das die Menschen nicht auf dem Papier, sondern im Alltag“, erklärt Holger Wachsmann, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Ostbrandenburg. „Wer jahrzehntelang arbeitet, muss sich darauf verlassen können, dass Rente, Gesundheitsschutz und soziale Sicherheit Bestand haben.“
Kritik an der Rentenpolitik
Die IG Metall sieht zentrale Errungenschaften des Sozialstaats unter Druck. Die geplanten Veränderungen könnten aus ihrer Sicht dazu führen, dass Beschäftigte länger arbeiten müssen, geringere Renten erhalten, über Jahre in unsicheren Arbeitsverhältnissen bleiben und im Krankheitsfall finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Besonders bei der Rente warnt die Gewerkschaft davor, die Lasten des demografischen Wandels einseitig den Beschäftigten aufzubürden.
„Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit Jahrzehnten im Schichtdienst, an Maschinen oder auf Baustellen. Wer sein ganzes Arbeitsleben Leistung bringt, verdient Respekt und Verlässlichkeit. Stattdessen sollen die Menschen länger arbeiten und am Ende mit weniger auskommen. Das ist nicht gerecht“, sagt Wachsmann.
Sozialstaat als Grundlage
Soziale Sicherheit ist nach Darstellung der Gewerkschaft kein Hindernis für wirtschaftliche Entwicklung, sondern schafft Stabilität, Kaufkraft und Vertrauen. Betriebe brauchen qualifizierte Fachkräfte, Beschäftigte brauchen gute Arbeitsbedingungen und Perspektiven.
„Ein starker Sozialstaat ist kein Kostenfaktor. Er ist die Grundlage für Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke. Wer die Altersteilzeit streicht, Renten kürzt, Befristungen ausweitet und Beschäftigte im Krankheitsfall unter Druck setzt, gefährdet dieses Fundament“, erklärt Wachsmann.
Mit der Kundgebung will die IG Metall ein deutliches Signal senden. Sie fordert den Erhalt bewährter sozialer Schutzrechte und eine Politik, welche die Interessen der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellt. Vom Marktplatz aus zieht die Demonstration anschließend durch die Prenzlauer Innenstadt.
„Veränderungen gelingen nur gemeinsam. Wer möchte, dass soziale Sicherheit auch morgen noch Realität ist, muss heute seine Stimme erheben. Deshalb gehen wir auf die Straße“, sagt ein gewählter Betriebsrat, der in der IG Metall aktiv ist.
Die IG Metall ist mit rund 2,1 Millionen Mitgliedern die größte Gewerkschaft Deutschlands. Sie vertritt Beschäftigte unter anderem in der Metall- und Elektroindustrie, der Stahlindustrie sowie der Holz- und Kunststoffverarbeitung.
Quelle: IG Metall Ostbrandenburg




