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25 Jahre nach der Oderflut

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25 Jahre nach dem Oderhochwasser blickt Umweltminister Axel Vogel auf eine positive Bilanz der seit 1997 erfolgten Deichsanierung. „Bis heute hat Brandenburg mit 171 Kilometern etwa 90 Prozent der 191 Kilometer Oderdeiche erneuert und verstärkt. Etwa 338 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln wurden dafür investiert. Zusätzlich sind bislang 47 Hochwasserschutzbauwerke um- beziehungsweise neu gebaut worden“, sagt Umwelt- und Klimaschutzminister Axel Vogel.

Das nächste Projekt startet Umweltminister Axel Vogel offiziell am 24. August mit dem ersten Spatenstich für einen besseren Hochwasserschutz in der Stadt Frankfurt/Oder. Bis 2024 wird dort eine vollständig neue Hochwasserschutzwand hergestellt, die mit der neu gestalteten Uferpromenade und Römertreppe urbane Räume direkt am Wasser entstehen lässt. Weitere Deichbaumaßnahmen an den bislang noch nicht verstärkten Deichabschnitten, konzentrieren sich in den nächsten Jahren auf den Bereich der Unteren Oder.

In der Regel ist die Oder in den Sommermonaten ein friedlich dahinfließender Strom, der eher zu wenig als zu viel Wasser führt. Im Sommer 1997 ließ das Tiefdruckgebiet Zolska die Zuflüsse zur Oder im Süden ihres Einzugsgebiets, in Polen und Tschechien, heftig anschwellen. Als das Wasser am 17. Juli 1997 Brandenburg erreichte, stiegen überall wie in Ratzdorf, Eisenhüttenstadt oder Frankfurt die Pegel. Das größte Oderhochwasser im letzten Jahrhundert verursachte schwere Schäden in Polen, Tschechien und Deutschland und forderte in den Nachbarländern auch zahlreiche Menschenleben.

Für einen wirksamen Hochwasserschutz braucht es höhere Deiche und mehr Raum für die Flüsse. Die Deichrückverlegung in Lenzen an der Elbe 2009 gab den Startschuss für weitere Projekte. Auf der deutschen Seite steht der Oder jedoch wenig potenzielle Überflutungsfläche zur Verfügung. Hier konnte im Zeitraum 2017 bis 2020 für 10 Millionen Euro bei Neuzelle ein Überflutungsbereich von 50 Hektar geschaffen werden. Längerfristig sind gesteuerte Polder in der Ziltendorfer und der Neuzeller Niederung im Gespräch.

Zukünftig plant das Land Brandenburg seinen Schwerpunkt der Deichrückverlegungen an der Schwarzen Elster, die heute als einer der am stärksten verbauten Flüsse Mitteleuropas gilt und überwiegend wie ein Kanal verläuft. Hier gibt es einerseits noch veraltete Deiche und andererseits Ortschaften, die wie Elsterwerda, Herzberg oder Bad Liebenwerda, direkt am Fluss liegen.

Die Trockenheit in Brandenburg und die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland-Pfalz im Sommer 2021 hätten gezeigt, dass wir uns gleichzeitig auf Wetterextreme wie Dürreperioden mit Wassermangel, lokale Extremniederschläge und zugleich auf langanhaltende Hochwässer vorbereiten und besondere Vorsorge treffen müssen, so Klimaschutzminister Axel Vogel. „Es geht darum, der Klimakrise entgegenzutreten und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu erarbeiten und umzusetzen.“

Von 1997 bis 2021 wurden im gesamten Bundesland Brandenburg mehr als 790 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert, davon auch über 180 Millionen Euro für Deiche an der Elbe. Für die Umsetzung des Hochwasserschutzes in Brandenburg ist das Landesamt für Umwelt verantwortlich.

Quelle: Pressestelle MLUK

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