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 438 Tonnen Kampfmittel im Jahr 2022 in Brandenburg gefunden

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In Brandenburg sind in diesem Jahr rund 438 Tonnen Kampfmittel gefunden worden. Insgesamt konnten 347 Hektar Landesfläche aus dem Kampfmittelverdacht entlassen werden, teilte das Innenministerium in Potsdam in einer vorläufigen Bilanz des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) mit. Gegenüber dem Vorjahr sind damit gut ein Drittel mehr Kampfmittel entdeckt worden. Dieses erhöhte Aufkommen hängt mit hohen Kampfmittelfunden bei Einzelmaßnahmen wie zum Beispiel der Beräumung von Sprengtrichtern in Hohenleipisch (Landkreis Elbe-Elster) zusammen.

Innenminister Michael Stübgen: „Brandenburg weist nach wie vor den höchsten Anteil an Kampfmittelverdachtsflächen aller Bundesländer auf. Unser Land wird noch für Generationen mit dieser explosiven Last der Vergangenheit leben müssen. Die Arbeit des KMBD und der beauftragten Firmen kann daher gar nicht hoch genug geschätzt werden. Die Fachleute machen Brandenburg mit jeder Kampfmittelräumung, mit jeder Bombensprengung ein Stück sicherer – und begeben sich dabei in erhöhte Gefahr. Umso erfreulicher ist daher, dass auch in diesem Jahr kein Kampfmittelräumer bei seiner gefährlichen Arbeit verletzt wurde.“

Der KMBD hat mit Stand 30.11.2022 in den zurückliegenden elf Monaten über 5300 Anfragen von Grundstückseigentümern auf Kampfmittelbelastung bearbeitet und wurde zudem zu über 2000 Zufallsfunden im Rahmen der Gefahrenabwehr gerufen. Außerdem beauftragte er über 190 Kampfmittelräummaßnahmen auf landeseigenen, kommunalen und privaten Liegenschaften und wurde auch als Geschäftsbesorger für Dritte tätig.

Unter den rund 438 Tonnen Kampfmitteln und -teilen befanden sich circa 3.200 Stück Nahkampfmittel, 800 Stück Minen, 37.000 Stück Granaten, 800 Stück Brandbomben, 140 Stück Sprengbomben über 5 kg, 11.400 Stück Panzerabwehrraketen/Raketen, 7.500 Stück Waffen/Waffenteile sowie 578.000 Stück Handwaffenmunition.

Brandenburg musste für die Kampfmittelräumung bis Ende November 2022 insgesamt 13,9 Millionen Euro aufwenden – davon 7,7 Millionen Euro für die Beseitigung von Kampfmitteln und 6,2 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten. Allein für die Kampfmittelbeseitigung in Oranienburg mussten vier Millionen Euro aufgewendet werden.

Noch immer stehen circa 585.000 Hektar der Fläche des Landes unter Kampfmittelverdacht. Lokale Schwerpunkte sind neben Oranienburg auch Potsdam, die Oder-Neiße-Linie und der Bereich südlich Berlins.

Quelle: MIK des Landes Brandenburg 

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