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Neue Kinderschutzambulanz am Rhön Klinikum Frankfurt (Oder) eröffnet

Frankfurt (Oder) erhält als vierte Region in Brandenburg eine eigene Anlaufstelle für Kinder, bei denen der Verdacht auf Vernachlässigung, Gewalt oder Missbrauch besteht.

Sozialminister René Wilke bei der Eröffnung der Frankfurter Kinderschutzambulanz
Gesundheitsminister René Wilke bei der Eröffnung der Frankfurter Kinderschutzambulanz. © Matthias Kindler

Am Rhön Klinikum Frankfurt (Oder) hat am 14. Juli 2026 eine neue Kinderschutzambulanz ihre Arbeit aufgenommen. Damit verfügt Frankfurt (Oder) neben Potsdam, Eberswalde und Lauchhammer über die vierte Einrichtung dieser Art im Land Brandenburg.

In einer Kinderschutzambulanz kümmern sich verschiedene Fachbereiche gemeinsam um Kinder und Jugendliche, bei denen der Verdacht auf Vernachlässigung, körperliche oder psychische Gewalt oder sexuellen Missbrauch besteht. Ärztinnen und Ärzte übernehmen dabei die medizinische Untersuchung, dokumentieren mögliche Verletzungen und sichern so wichtige Beweise für Jugendämter, Polizei und Gerichte. Darüber hinaus berät das Team der Ambulanz auch Jugendämter, Schulen, Kindertagesstätten, die Polizei und weitere Einrichtungen, die mit dem Thema Kinderschutz zu tun haben.

Damit Verdachtsfälle rasch geklärt werden können, arbeitet die neue Ambulanz eng mit den Jugendämtern der Stadt Frankfurt (Oder) sowie des Landkreises Oder-Spree zusammen.

Steigende Fallzahlen zeigen den Bedarf

Wie notwendig eine solche Anlaufstelle in der Region ist, belegen aktuelle Zahlen: Die medizinischen Begutachtungen bei möglichen Kindeswohlgefährdungen in Frankfurt (Oder) haben sich zwischen 2022 und 2025 nahezu verdoppelt – von 220 auf 399 Fälle. Gleichzeitig zeigen die Zahlen aus dem vergangenen Jahr, dass eine solche Ambulanz betroffene Familien auch entlasten kann: Nur bei 128 der 399 untersuchten Fälle bestätigte sich tatsächlich eine akute oder latente Gefährdung des Kindeswohls.

Auch im Landkreis Oder-Spree ist die Zahl gemeldeter Verdachtsfälle kontinuierlich gestiegen – von 1.022 im Jahr 2021 auf zuletzt 1.321 Fälle.

Interview zur Eröffnung der Kinderschutzambulanz am Rhön Klinikum Frankfurt (Oder)
Silke Lewandowski, die künftig die Kinderschutzambulanz am Klinikum leiten wird, im Interview. © Matthias Kindler

Stimmen zur Eröffnung

Gesundheitsminister René Wilke betonte bei der Eröffnung, Brandenburg sei das letzte Bundesland gewesen, das Kinderschutzambulanzen eingerichtet habe – umso mehr freue es ihn, dass innerhalb weniger Wochen bereits vier solcher Einrichtungen an den Start gegangen seien. Wirksamer Kinderschutz sei für ihn eine politische Selbstverständlichkeit, und bei jedem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung brauche es eine schnelle Klärung durch medizinische Expertise gemeinsam mit den Jugendämtern. Für eine langfristig verlässliche Finanzierung der Ambulanzen im gesamten Land werde derzeit noch gearbeitet.

Christian Petersen, Geschäftsführer des Rhön Klinikums Frankfurt (Oder), verwies auf die Rolle des Hauses als Maximalversorger mit hoher fachlicher Expertise in der Kinder- und Jugendmedizin sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Es sei dem Klinikum ein Anliegen, gemeinsam mit den beteiligten Partnern als erste Anlaufstelle zum Schutz des Kindeswohls zur Verfügung zu stehen.

Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser bezeichnete Kinderschutz als eine Aufgabe, die alle betreffe, da Misshandlung, Vernachlässigung oder sexueller Missbrauch überall vorkommen könnten – auch in der eigenen Region. Die neue Ambulanz biete Kindern und Jugendlichen im Verdachtsfall schnellen, verlässlichen und fachkundigen Schutz und schaffe zugleich die fachliche Grundlage dafür, mögliche Täterinnen und Täter konsequent zur Verantwortung zu ziehen. Er dankte dem Rhön Klinikum sowie dem Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg für die Stärkung des Kinderschutzes in Frankfurt (Oder) und Oder-Spree und würdigte ausdrücklich das interdisziplinäre Team der Ambulanz.

Förderung

Die Einrichtung der Kinderschutzambulanzen in Brandenburg wurde über eine gemeinsame Anschubfinanzierung des Gesundheits- und des Jugendministeriums aus Lottomitteln in Höhe von insgesamt 170.000 Euro unterstützt.


Quelle: Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)

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