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„Abseits.“ – Das Günter-de-Bruyn-Stipendium – Ausschreibung endet am 28. Oktober 2022 

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Blick auf de Bruyns Wohnhaus an der Blabber Foto Stephanie Lubasch Burg Beeskow

Nur noch gut drei Wochen haben deutschsprachigen Literat:innen Zeit, sich um das erstmals ausgeschriebene Günter-de-Bruyn-Stipendium „Abseits.“ zu bewerben. Vergeben wird es von der Günter-de-Bruyn-Stiftung gemeinsam mit der Stiftung Kleist-Museum, Frankfurt (Oder), der Burg Beeskow, Landkreis Oder-Spree, und dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB). 

Der Schriftsteller Günter de Bruyn (1926–2020), seit 2019 Ehrenbürger der Gemeinde Tauche und des Landkreises Oder-Spree, ist mit der Region um die Kreisstadt Beeskow seit 1968 eng verbunden. Mit Werken wie Märkische Forschungen, Mein Brandenburg, Kossenblatt oder Abseits – Liebeserklärung an eine Landschaft hat der Wahl-Görsdorfer diese Gegend deutschlandweit bekannt gemacht und ihr ein literarisches Denkmal gesetzt. Seit 2021 bemühen sich eine neu gegründete Stiftung und ein Freundeskreis, Leben und Werk von Günter de Bruyn wach zu halten. Dazu gehört u.a. auch, das Refugium des Autors, die alte Schäferei an der einstigen Blabbermühle, als Literatur- und Begegnungsort zu erhalten und weiter zu entwickeln. 

Das neue Stipendium soll es den Bewerber:innen ermöglichen, zweieinhalb Monate lang (August– Oktober 2023) in diesem Haus an der Blabber zu leben und kreativ zu arbeiten. Da es sich um ein Tandem-Stipendium handelt, wird die Bewerbung mit einem weiteren Literaten bzw. einer weiteren Literatin erwartet bzw. einer Person, die im künstlerischen, publizistischen, wissenschaftlichen oder handwerklichen Bereich tätig ist. 

„Eine unzeitgemäße Stille umgibt diesen Ort, der man sich stellen, die man aushalten muss, um sie produktiv nutzbar zu machen“, sagt Wolfgang de Bruyn, Mitglied der Günter-de-Bruyn-Stiftung und Sohn des Schriftstellers. „Und finden muss man dieses ,Abseits‘, zwischen den Dörfchen Görsdorf, Ahrensdorf und Schwenow gelegen. Verschlungene Waldwege mit ihren Holzpoltern, Wildgatterzäunen und Hochsitzen führen dorthin – oder eben im Kreis. Wie Thoreau einst am Waldensee hatte Roland Berbig, Vorsitzender der Fontane-Gesellschaft, seinen jüngsten Essay über Günter de Bruyn betitelt. Das Leben in die Enge treiben und auf die einfachste Formel bringen. Der Welt nicht zu nah sein, um sie wieder zu sehen. Rückbesinnung, die die Hektik der Zeit eigentlich verbietet, ist hier ausdrücklich empfohlen. Wie und wo sonst lässt sich der Blick besser schärfen für die Veränderungen nicht nur im ländlichen Raum.“ 

Das Engagement der Stiftung Kleist-Museum für das neue Stipendium begründet deren Geschäftsführende Vorständin und Direktorin Anke Pätsch wie folgt: „Die Stiftung Kleist-Museum ist ihrem Namensgeber Heinrich von Kleist und der Epoche um 1800 als Sammlungs- und Forschungsschwerpunkt verpflichtet. Günter de Bruyn hat sich sowohl mit dem Dichter Kleist als auch mit der Literatur um 1800 in Brandenburg intensiv beschäftigt. Als Förderer des Stipendiums stellen wir nicht nur einen finanziellen Beitrag zur Verfügung, sondern bieten auch unsere Sammlung und Bibliothek als Recherche- und Arbeitsort an und richten mit dem ,Stipendiat:innen-Duo‘ eine jährliche Veranstaltung im Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) aus.“ 

Das Stipendium umfasst pro Stipendiat:in 3.000 Euro sowie freien Wohn- und Arbeitsraum in Günter de Bruyns Wohnhaus an der Blabber. Den Stipendiat:innen ermöglicht es, unmittelbar und im direkten kreativen Austausch miteinander zu arbeiten. Der Fokus sollte dabei auf der Entwicklung gegenwärtiger Lesarten, literarischer Formate sowie anderweitiger kreativer Potenziale im Umgang mit dem topografischen „Abseits“ liegen, auf der literarisch-künstlerischen Auseinandersetzung mit Rückzug und Einsamkeit ebenso wie mit dem Verhältnis von Mensch und Natur. Für die Stipendiat:innen besteht für die Dauer des Stipendiums Residenzpflicht. 

Voraussetzung für die Bewerbung des Hauptbewerbers/der Hauptbewerberin ist die erfolgte Veröffentlichung von mindestens drei selbstständigen Publikationen (Bücher, Anthologiebeiträge, Beiträge in Literaturzeitschriften mit ISBN/ISSN bzw. Aufführungs-, Sendedatum für Dramatik, Hörspiel, Drehbuch), die nicht im Eigenverlag bzw. durch Eigenfinanzierung zustande gekommen sind.

Die vollständigen Bewerbungsunterlagen werden nur in elektronischer Form – zusammengefasst in einem mit dem vollständigen Namen des Hauptbewerbers bzw. der Hauptbewerberin gekennzeichneten PDF – entgegengenommen. Einsendeschluss ist der 28. Oktober 2022 (Maileingang). Die Auswahl der Bewerber:innen erfolgt durch eine Jury mit Vertreter:innen aus den ausschreibenden und kooperierenden Einrichtungen, zu denen neben den bereits genannten auch der Verlag für Berlin- Brandenburg gehört. 

Im ersten Jahr der Ausschreibung ist „Abseits.“ – Das Günter-de-Bruyn-Stipendium Teil des dreijährigen Projektes „Campus Kultur“. „Am Stipendienort der ehemaligen Blabberschäferei treffen Literatur, Natur und Baukultur aufeinander“, erläutert dazu Arnold Bischinger, Leiter des Kultur- und Sportamtes des Landkreises Oder-Spree und der Burg Beeskow. „Im Rahmen des landesgeförderten Begleitprojektes ,Campus Kultur‘ wollen wir auf den Standort aufmerksam machen, ihn mittels temporärer, fliegender Bauten erweitern und schließlich Nachbarn aus den umliegenden Dörfern und weitere Kulturschaffende zur Mitwirkung vor Ort einladen.“ 

Das Stipendium „Abseits.“ soll künftig jährlich vergeben werden. Die vollständige Ausschreibung ist online unter burg-beeskow.de einsehbar. 

Quelle: Landkreis Oder-Spree, Kultur- und Sportamt Burg Beeskow

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