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Der Kunstverein im Kloster Neuzelle lädt zu einem Vortrag von Michael Hofsteter ein

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© Kunstverein im Kloster Neuzelle e.V.

Der Kunstverein im Kloster Neuzelle lädt am Samstag, den 8. Oktober 2022 um 19 Uhr in die Heilig-Kreuz-Kirche Neuzelle zu einem Vortrag von Michael Hofsteter ein. 

Zu dem Vortrag wird in der Kirche Hofsteters große Installaton ES, die er 2021 in Eisenhütenstadt auf der Lindenallee präsenterte (siehe Abbildung oben), in einer Einrichtung für die Kirche gezeigt, ebenfalls ein Modell seines Werkes Verzückung [black box] Inkarnaton, das 2019 auf dem Stfsplatz zu sehen war. 

Die beiden Werke, die Michael Hofsteter für den Vortrag neu in Beziehung setzt, stellen noch einmal eine räumliche, gesellschafliche und utopische Beziehung zwischen den beiden Architekturdenkmälern Kloster Neuzelle und Planstadt Eisenhütenstadt her. Die Beziehung der beiden Orte war Fokus der drei ersten Ausstellungsprojekte des Kunstvereins im Kloster Neuzelle, Utopie Passion (2019) und Eisenhütenstadt – Zwischen Modell und Museum (2020 und 2021) sowie der begleitenden Symposien. Dieser Projektzyklus der letzten drei Jahre erforschte den Gegensatz und die Gemeinsamkeit von Neuzelle und Eisenhütenstadt und die Möglichkeit, das Spannungsfeld zwischen den beiden Orten mit Hilfe der Kunst zu beleben. 

In seinem Vortrag Oh Heilige Materie widerspreche meinem Geist spannt Hofsteter einen Bogen von der Sehnsucht nach einem ordnenden Ganzen hin zur modernen Realität eines Daseins im Ausschnithafen und Vereinzelten. 

Michael Hofsteter spricht in der Barockkirche Zum Heiligen Kreuz, der Pfarrkirche der evangelischen Gemeinde von Neuzelle. Hier ist Hofsteter quasi daheim. Denn in einem solchen Barock Habsburger Prägung ist er in Langenargen am Bodensee groß geworden – dort, in der katholischen Kirche St. Martn, hat er 10 Jahre ministriert. 

Der Barock wollte nichts Geringeres als das Ganze der Welt in seinen Bauwerken darstellen. Danach zerbrach die Welt und der Mensch widmete sich allein noch einzelnen Aspekten der Wirklichkeit. Diesem Verlust des Ganzen geht Hofsteter in seinen Werken und seinem Vortrag nach. 

Aber, um es gleich zu sagen: eine glaubwürdige Erzählung, die die Welt wieder zu einem Kosmos zusammenfügt, kann es nicht mehr geben. Wir kleben gerade unsere Welt mit dem Kit eines Mediums, der Digitalität, nach unserem Gutdünken zusammen. Der Barock hate dafür den Gips. Er modellierte sich damit ein totales Innen, eine Innenwelt wie in einer Gebärmuter: Dort fießt alles ineinander und fügt sich zu einer einzigen Oberfäche. Erkauf wurde diese Gipswelt mit dem Verlust der widerständigen naturhafen Materie – in Hofsteters Vortrag ein Beispiel für den Weg des Fortschrits in Richtung Herrschaf der Ideen, für das Ersetzen von – mitunter auch frustrierender – Wirklichkeitserfahrung durch Wirklichkeitseinbildung. Heute unterstützt von Smartphone, Instagram, Twiter und Co. 

Hofsteters Konsequenz daraus: zuerst einmal die Zusammenhangs- und Orienterungslosigkeit einer in Pixeln aufgesprengten Welt anerkennen. Und in dieser Beziehungen schafen, die nichts kiten, nichts verschleiern, sondern die Brüche ofen stehen lassen, und den Dingen ihre Sprache zurückgeben. 

Was das sein kann? Das erfahren Sie am 8. Oktober. 

Flyer Kunstverein Neuzelle

Mehr Informationen: www.kvneuzelle.de 

Quelle: Kunstverein im Kloster Neuzelle e.V. 

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