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Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Juli 2022

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Arbeitslosigkeit steigt auf 6 Prozent, bleibt aber unter Vorjahresniveau – noch viele unbesetzte Ausbildungsstellen

Im Juli waren in der Stadt Frankfurt (Oder) sowie in den Landkreisen Märkisch-Oderland und Oder-Spree insgesamt 13.380 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 818 mehr als im Juni und 335 weniger als im Juli 2021. Die Arbeitslosenquote steigt auf 6 Prozent. Im Juni hatte sie bei 5,6 und im Juli vorigen Jahres bei 6,1 Prozent gelegen.

Neben den Betrieben, die aktuell noch kurzarbeiten, haben im Juli weitere 8 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Im Juli waren 21 Betriebe neu hinzugekommen.

Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit mit der Arbeitsagentur abzurechnen, liegen die endgültigen Zahlen, wie viele Betriebe in einem Monat tatsächlich kurzgearbeitet haben, verzögert vor. Nach den Hochrechnungen haben im Monat März 559 Ostbrandenburger Betriebe und 2.368 Beschäftigte kurzgearbeitet.

Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt zeigt sich bei nachlassender Dynamik weiter robust. Die Entwicklung in den kommenden Monaten wird neben den Lieferkettenproblemen und dem Preisauftrieb erheblich vom Fortgang der Gasversorgung beeinflusst werden. Das führt bereits jetzt zu Unsicherheiten in den Unternehmen, die teilweise trotz guter Auslastung die Einstellung von Mitarbeitern reduzieren.

Auch in diesem Jahr zeigt sich im Juli ein saisonüblich wachsender Zugang an Arbeitslosen, wobei der Anstieg mit 800 Personen überdurchschnittlich hoch ist. Ursächlich sind Kündigungen zum Quartals- und Halbjahresende, Jugendliche die nach Ausbildung oder Schule noch keinen Anschluss gefunden haben und weniger Einstellungen aufgrund der Ferienzeit. In diesem Jahr kam der Übergang der ukrainischen Kriegsflüchtlinge von den Sozialämtern in die Jobcenter hinzu. Hiermit ist i.d.R. eine Arbeitslosmeldung verbunden.  Insbesondere ist die Arbeitslosigkeit von Frauen gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen, welche die Hauptgruppe der Geflüchteten darstellt. Nach der erfolgreichen Übernahme in die Betreuung der Jobcenter, gelingt immer häufiger die Vermittlung in einen Job.

Mitte Juli waren noch 1030 Ausbildungsstellen als unbesetzt gemeldet, 240 mehr als im Vorjahr. Die Vermittlung läuft auf Hochtouren und auch für „Spätentschlossene“ gibt es noch tolle Angebote.“

Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland: “Ferienzeit ist Reisezeit. Für Arbeitslose gibt es hier aber gesetzliche Regelungen zu beachten, da sie keinen „Urlaubsanspruch“ im eigentlichen Sinne haben. Wenn sie verreisen wollen erhalten sie für maximal drei Wochen im Kalenderjahr ihre Leistungen weitergewährt. Im Vorfeld muss die beabsichtigte Ortsabwesenheit rechtzeitig beantragt und genehmigt werden. Die Zustimmung hängt u.a. davon ab, ob die berufliche Eingliederung durch die Reise beeinträchtigt wird. Zur Beantragung stehen Ihnen meine Mitarbeitenden telefonisch, persönlich und auch digital über unseren Internetauftritt www.jobcenter-mol.de zur Verfügung.”

Frank Mahlkow, Geschäftsführer des Jobcenters Frankfurt (Oder): „Nach dem erfolgreichen Übergang der Ukraine-Flüchtlinge zu uns ins Jobcenter und der Sicherstellung des Lebensunterhaltes, konzentrieren wir uns in der Beratung auf die individuelle Situation der Betroffenen, die Themen Sprachförderung, Anerkennung von Bildungsabschlüssen aus dem Heimatland und Qualifizierung. Viele UkrainerInnen nehmen bereits an Sprachkursen teil und vereinzelt konnten bereits Arbeitsverträge geschlossen werden.

Für alle jungen FrankfurterInnen bietet der Ausbildungsmarkt eine Lehrstelle in der Region. Die Jugendberufsagentur hilft bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz oder einer Überbrückungsmöglichkeit und unterstützt während der Ausbildung sowie in vielen anderen Situationen.“

Der Arbeitsmarkt im Detail

Im Juli haben sich 3.128 Menschen neu bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das sind 450 mehr als im Juni.

Demgegenüber haben 2.295 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet. Das sind 56 weniger als im Juni.

5.365 Menschen waren langzeitarbeitslos – 28 Personen weniger als im Juni und 973 weniger als vor genau einem Jahr.

1.262 Menschen unter 25 Jahre waren im Juli arbeitslos gemeldet – 163 mehr als im Vormonat und 57 weniger als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag bei 7,6 Prozent – im Juni lag sie bei 6,6 Prozent. Im Juli 2021 hatte sie noch 8,3 Prozent betragen.

19,4 Prozent der Arbeitslosen im Juli waren Ausländer. Aktuell sind 2.594 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 497 Personen mehr als im Vormonat und 748 mehr als vor einem Jahr.

Im Juli zeigten die regionalen Unternehmen 777 offene Stellen neu an. Das sind 28 weniger als im Juni und 93 weniger als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 3.937 Stellen – 43 mehr als im Vormonat.

Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im Juli insgesamt 9.034 Arbeitslose gemeldet – 494 mehr als im Juni und 21 mehr als im Juli 2021.

(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

2.064 Jugendliche haben sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2021/2022 im Oktober bei der Agentur für Arbeit als Lehrstellenbewerber gemeldet. Das sind 149 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. 839 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Demgegenüber haben die regionalen Betriebe seit Oktober 1.946 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 49 mehr als vor genau einem Jahr. Mitte Juli waren noch 1.032 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Quelle: Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)

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