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Der Ostbrandenburger Arbeitsmarkt im Juni

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Arbeitslosigkeit steigt leicht auf 5,6 Prozent / Endspurt am Ausbildungsmarkt – noch über 1.000 freie Plätze

Im Juni waren in der Stadt Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch-Oderland und im Landkreis Oder-Spree insgesamt 12.562 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 340 mehr als im Mai und 1.073 weniger als im Juni 2021. Die Arbeitslosenquote stieg leicht auf jetzt 5,6 Prozent. Im Mai hatte sie bei 5,5 Prozent gelegen, im Juni vorigen Jahres bei 6,0 Prozent.

Neben den Betrieben, die aktuell noch kurzarbeiten, haben im Juni weitere 21 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Im Mai waren 9 Betriebe neu hinzugekommen.

Da Unternehmen bis zu drei Monate Zeit haben, um Kurzarbeit mit der Arbeitsagentur abzurechnen, liegen die endgültigen Zahlen, wie viele Betriebe in einem Monat tatsächlich kurzgearbeitet haben, verzögert vor. Nach den Hochrechnungen haben im Monat Februar 659 Ostbrandenburger Betriebe und 2.865 Beschäftigte kurzgearbeitet.

Torsten Hesse, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder): „Die Arbeitslosigkeit, die saisonal üblich im Sommer ansteigt, ist in diesem Jahr bereits im Monat Juni leicht gestiegen. Ein Grund ist die Überführung der Leistungszahlungen für geflüchtete Ukrainer:innen von den Sozialämtern in die Jobcenter. Hiermit ist oft eine Arbeitslosmeldung verbunden, was einen wichtigen Schritt im Rahmen der Jobsuche darstellt. Ungeachtet dessen, zeigt sich der Arbeitsmarkt robust. Die Arbeitsgeber halten an ihren Mitarbeitern fest. Der Stellenzugang bei der Arbeitsagentur ist weiter hoch, jedoch ist die Zahl der Einstellungen in den Betrieben erneut leicht rückläufig. Wesentliche Krisenanzeichen sind auf dem Arbeitsmarkt noch nicht sichtbar.

Auf dem Ausbildungsmarkt stehen die Chancen für Schulabgänger gut: Denn es gibt noch mehr als 1000 unbesetzte Lehrstellen bei den Ostbrandenburger Ausbildungsbetrieben. Diese in bewährter Partnerschaft mit anderen regionalen Akteuren zu besetzen, ist unser Ziel. Dafür stehen unsere Berufsberater:innen auch in den Ferien für persönliche Beratungsgespräche zur Verfügung.“

Gabriele Schoel, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkisch-Oderland, zur aktuellen Situation bei der Grundsicherung im Landkreis: “Seit dem 1. Juni hat unser Jobcenter Märkisch-Oderland die Verantwortung für die Unterstützung von erwerbsfähigen geflüchteten  Menschen und ihren Familienangehörigen aus der Ukraine übernommen, die sich in unserem Landkreis aufhalten. Bislang wurden bereits ca. 700 Anträge auf Leistungen nach dem SGB II gestellt, von denen der weitaus größte Teil dank des hohen Einsatzes unserer Beschäftigten innerhalb kurzer Zeit bewilligt und ausgezahlt werden konnte; darauf sind wir sehr stolz. Rund 850 erwerbsfähige Personen wurden dabei in die Betreuung aufgenommen. Inzwischen haben schon die ersten Geflüchteten eine Arbeit in Märkisch-Oderland aufgenommen, so dass sie zukünftig selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können und eine neue Perspektive außerhalb des Kriegsgebietes haben.”

Kathleen Nepp, Bereichsleiterin des Jobcenters Frankfurt (Oder): „Wir haben im Juni alle Kräfte gebündelt und bereits über 180 Anträge geflüchteter Ukrainer bearbeitet. Rund 100 Anträge befinden sich noch in der Bearbeitung. Aufgrund einer Übergangsreglung müssen die Antragssteller jedoch keine Zahlungslücken befürchten, da sie ihr Geld bis zur Bewilligung des Jobcenters weiterhin vom Sozialamt erhalten.

Unter den erwerbsfähigen Personen steht bisher nur ein kleiner Teil dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, da aktuell die Unterbringung der Kinder in Kita oder Schule sowie die Wohnsituation Vorrang hat. Hier bieten wir unsere Unterstützung an und arbeiten eng mit der Stadt zusammen. Auch die Aneignung von Sprachkenntnissen ist im Moment ein wichtiger Schritt vor der Arbeitssuche. Die ersten Integrationskurse sind in Frankfurt (Oder) bereits gestartet.“

Der Arbeitsmarkt im Detail

Im Juni haben sich 2.678 Menschen neu bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet. Das sind 567 mehr als im Mai.

Demgegenüber haben 2.351 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beendet. Das sind 78 weniger als im Mai.

5.393 Menschen waren langzeitarbeitslos – 94 Personen weniger als im Mai und 913 weniger als vor genau einem Jahr.

1.099 Menschen unter 25 Jahre waren im Juni arbeitslos gemeldet – 83 mehr als im Vormonat und 116 weniger als vor einem Jahr. Die Jugend-Arbeitslosenquote lag bei 6,6 Prozent – im Mai lag sie noch bei 6,1 Prozent. Im Juni 2021 hatte sie noch 7,6 Prozent betragen.

16,7 Prozent der Arbeitslosen waren Ausländer. Aktuell sind 2.097 Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft arbeitslos gemeldet. Das sind 392 Personen mehr als im Vormonat und 222 mehr als vor einem Jahr.

Im Juni zeigten die regionalen Unternehmen 805 offene Stellen neu an. Das sind 99 weniger als im Mai und 15 weniger als vor einem Jahr.

Als vakant gemeldet waren insgesamt 3.894 Stellen – 107 mehr als im Vormonat.

Bei den Jobcentern im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)* waren im Juni insgesamt 8.540 Arbeitslose gemeldet – 410 mehr als im Mai und 396 weniger als im Juni 2021.

(*Neben dem kommunal geführten Jobcenter im Landkreis Oder-Spree sind dies die gemeinsamen Einrichtungen aus Arbeitsagentur und Kommune in Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Märkisch-Oderland.)

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt

1.946 Jugendliche haben sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2021/2022 im Oktober bei der Agentur für Arbeit als Lehrstellenbewerber gemeldet. Das sind 65 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. 992 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Demgegenüber haben die regionalen Betriebe seit Oktober 1.879 Berufsausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 42 mehr als vor genau einem Jahr. Aktuell sind noch 1.130 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Quelle: Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)

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