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Dieser Krieg ist ein Tabu- und Kulturbruch

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                              Gemeinsame Erklärung

Mehr als 70 Kultureinrichtungen und Kulturakteure sowie das Kulturministerium in Brandenburg unterstützen die Menschen und die Kultur in der Ukraine

Die Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH ist Mitunterzeichner der gemeinsamen Erklärung:

„Wir verurteilen den Krieg gegen die Ukraine auf das Schärfste. Der vom russischen Präsidenten entfesselte Krieg verstößt gegen das Völkerrecht, tötet Unschuldige und verbreitet unendliches Leid. Wir sehen ein Land, das um sein Überleben kämpft und sind in großer Sorge um die Menschen vor Ort. Dieser Krieg ist ein Tabu- und Kulturbruch. Zu seinen Opfern gehört auch die Kultur in der Ukraine und damit das gemeinsame europäische Kulturerbe. Bedroht sind Menschenleben, bedroht sind der Frieden und die Sicherheit in Europa – bedroht sind auch die Freiheit der Kunst und Kultur.

Wir zeigen uns solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, die so eindrücklich für diese Werte kämpfen. Wir stehen an der Seite der Kultureinrichtungen sowie der Künstlerinnen und Künstler in der Ukraine. Wir setzen daher die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine fort und leisten konkrete Hilfe, wo immer es möglich ist. Dazu gehört auch der Schutz des kulturellen Erbes in der Ukraine.

Wir leisten Hilfsangebote für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer, für Künstlerinnen und Künstler und ihre Familien. Dafür initiieren wir Projekte und Veranstaltungen, um Spenden zu sammeln. Wir wer- den prüfen, welche Möglichkeiten künstlerischer Betätigung für ukrainische Künstlerinnen und Künstler geschaffen werden können. Und wir öffnen unsere kulturellen Angebote für Geflüchtete, in Museen, The- atern, Konzerthäusern, Bibliotheken, Musikklubs, Musik- und Kunstschulen.

Wir unterstützen russische Gegnerinnen und Gegner des Ukrainekrieges. Wir sind der Überzeugung: Dieser Krieg ist nicht der Krieg des russischen Volkes, er ist der Krieg des russischen Machthabers. Beziehungen zu öffentlichen Kultureinrichtungen in Russland und Belarus überprüfen wir daher kritisch. Wir setzen die Beziehungen aus, falls und solange diese zu einer auch nur mittelbaren Rechtfertigung des Krieges beitragen. Dies betrifft neben Kooperationsprojekten auch finanzielle Unterstützungen. Wir wissen aber um den Mut zahlloser Menschen – darunter auch viele Künstlerinnen und Künstler – in Russland, die sich gegen diesen Krieg stellen und damit zum Ziel der Aggression der russischen Staatsführung werden. Russische Sprache, Musik und Kunst sind integraler Bestandteil unseres kulturellen und humanistischen Erbes in Europa – und sie gehören weiterhin auf unsere Bühnen, in unsere Konzertsäle, an unsere Wände und in unsere Bücherregale. Wir werden den Kontakt zu kritischen Künstlerinnen und Künstlern weiter aufrechterhalten, soweit dies ohne ihre Gefährdung möglich ist. Gerade jetzt braucht es den kulturbasierten zivilgesellschaftlichen Austausch.“

Unterzeichner*innen

Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Prof. Dr. Franz Schopper, Landesarchäologe und Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM)
Prof. Dr. Thomas Drachenberg, Landeskonservator und stellvertretender Direktor des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM)
Prof. Dr. Mario Glauert, Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs
Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
Norman Warnemünde für die Stiftung Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam
Maria Schultz, Vorstand der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
Prof. Dr. Christoph Martin Vogtherr, Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG)
Dr. Kurt Winkler, Geschäftsführer der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte und Direktor des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte
Katja Melzer, Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte
Stephan Märki, Intendant des Staatstheaters Cottbus und Mitglied des Vorstands der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder)
Ulrike Kremeier, Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst und Mitglied des Vorstands der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder)
Iris Dönicke, Vorstandsvorsitzende der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder)
Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz 
Norbert Kannowsky, Geschäftsführer der Stiftung Stift Neuzelle
Silke Röhling, Leiterin Kultur & Marketing der Stiftung Stift Neuzelle
Annette Rupp, Direktorin der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf
Babette Weber, Vorstandsmitglied des Museumsverbandes des Landes Brandenburg e.V. und Leiterin des Museumsverbundes Elbe-Elster
Dr. Susanne Köstering, Geschäftsführerin des Museumsverbandes des Landes Brandenburg e.V.
Christine Handke, künstlerisch-organisatorische Leitung & Dr. Ilka Brombach, wissenschaftlich-kuratorische Leitung, Direktion des Filmmuseums Potsdam, Institut der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Dr. Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini, Potsdam
Anke Pätsch, Geschäftsführende Vorständin und Direktorin der Stiftung Kleist-Museum
Prof. Dr. Ulrike Liedtke, Präsidentin des Landesmusikrates Brandenburg und Vizepräsidentin des Deutschen Musikrates
Konstanze Sander, Generalsekretärin des Landesmusikrates Brandenburg
Gerrit Große, Vorsitzende des Verbands der Musik- und Kunstschulen Brandenburg e.V.
Winnetou Sosa, Geschäftsführer des Verbands der Musik- und Kunstschulen Brandenburg e.V.
Roland Ott, Intendant des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt
Jörg-Peter Weigle, Generalmusikdirektor, Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt
Matthias Jonas für den Personalrat & Regina Behrend für den Orchestervorstand des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt
Prof. Georg Quander, Künstlerischer Direktor der Musikkultur Rheinsberg gGmbH
Dr. Benedikt Poensgen, Geschäftsführer der Musikkultur Rheinsberg gGmbH
Christian Köhler, Orchesterleiter des Landespolizeiorchesters Brandenburg
Klaus-Peter Beyer, Intendant des Deutschen Filmorchesters Babelsberg
Alexander Hollensteiner, Geschäftsführer der Kammerakademie Potsdam
Thomas Gerwin, Vorsitzender des Brandenburgischen Vereins Neue Musik e.V. und künstlerischer Leiter des Musikfestivals ‚intersonanzen‘
Justus Loges & Ursula Weiler mit den Mitgliedern und dem Team des Ensembles Quillo, Nordwestuckermark
Dr. Hinrich Enderlein, Landesvorsitzender & Carla Villwock, Landesgeschäftsführerin des Brandenburgischen Kulturbundes e.V.
Christoph Wichtmann, Geschäftsführer der Kulturfeste im Land Brandenburg
Heike Bohmann, Geschäftsführerin der Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam gGmbH
Bettina Jahnke, Intendantin des Hans Otto Theaters, Potsdam
Petra Kicherer, Geschäftsführende Direktorin des Hans Otto Theaters, Potsdam
Florian Vogel, Künstlerischer Leiter des Kleist Forums, Frankfurt (Oder)
Dr. Alexander Busche, Intendant der Brandenburger Theater GmbH
Frank Martin Widmaier, Künstlerischer Leiter der Brandenburger Theater GmbH
Christine Flieger, Geschäftsführerin der Brandenburger Theater GmbH
André Nicke, Intendant der Uckermärkischen Bühnen Schwedt, Eigenbetrieb der Stadt Schwedt/Oder
Ulf Parpart-Hergesell, Verwaltungsdirektor der Uckermärkischen Bühnen Schwedt, Eigenbetrieb der Stadt Schwedt/Oder
Manuel Soubeyrand, Intendant der neuen Bühne Senftenberg
Sabine Chwalisz, Andreas Erfurth & Matthias Ludwig vom Vorstand des Landesverbands Freie Darstellende Künste Brandenburg e.V.
Frank Reich, Geschäftsführer des Landesverbands Freie Darstellende Künste Brandenburg e.V.
Jens-Uwe Sprengel, Geschäftsführer des T-Werks e.V.
Sabine Chwalisz und Sven Till für das ganze Team der fabrik Potsdam
Andreas Hueck, Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer, und das Team des Theaters Poetenpack, Potsdam
Reinhard Drogla, Intendant des Piccolo Theaters Cottbus
Golde Grunske, Künstlerische Leiterin, und das Team der Tanzwerkstatt Cottbus
Prof. Hans-Ulrich Becker, Ausbildungsdirektor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main und Mitgründer des internationalen Künstler*innennetzwerks teatreBLAU, Potsdam
Katja Lebelt, Künstlerische Leiterin des internationalen Künstler*innennetzwerks teatreBLAU, Potsdam
Maren Merschmeier, stellvertretende 1. Vorsitzende des Fördervereins Temnitzkirche e.V., Netzeband
Melanie Seeland, Inés Burdow, Antje Borchardt, & Paul Spittler, die Andere Welt Bühne Strausberg
Torsten Gesser und das Team des Theaters des Lachens, Frankfurt (Oder)
Uta Wilde, Geschäftsführerin, und das Team der theater 89 gGmbH, Nordwestuckermark
Marie Golüke, Vorstand des Festivals Für Freunde e.V., Dahnsdorf
Frank Radüg und das Team des Theaters Frankfurt / Theater im Schuppen e.V., Frankfurt (Oder)
Karoline Hugler & Julian Tyrasa, künstlerische Leitung des Theaters Comédie Soleil, Werder (Havel)
Vorstand und Geschäftsstelle, ImPuls Brandenburg e.V., Landesverband für Soziokultur, Popularmusik und Festivals
Jutta Pelz, Vorstandsvorsitzende des Brandenburgischen Verbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler e.V.
Vorstand der GEDOK Brandenburg e.V.
Cornelia Stabrodt, Vorsitzende des Bibliotheksverbands Brandenburg e.V.
Dr. Friederike Frach, Geschäftsführerin des Brandenburgischen Literaturrates e.V.
Bernd Henning, Leiter der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin und das Team der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e.V., Landesverein Brandenburg
Thomas Rühmann, Schauspieler
Maren Strack, Performancekünstlerin

                                                          Einzelne Zitate

Kulturministerin Dr. Manja Schüle: „Der Angriff auf die Ukraine ist ein Verbrechen – und er betrifft uns alle. Diese durch nichts und niemanden zu rechtfertigende Aggression trifft die ganze Bevölkerung, sie trifft Männer, Frauen und Kinder. Und sie trifft das kulturelle Erbe, die kulturelle Vielfalt in der Ukraine und die Freiheit der Kunst in ihren Grundfesten. Wer die grausamen, bedrückenden Bilder aus der Ukraine sieht, will nur eines: direkt und konkret helfen. Deshalb bin ich sehr froh, außerordentlich dankbar und ja, auch stolz, dass alle Kultur-Akteure, -Verbände, -Einrichtungen und -Institutionen sowie unzählige Künstlerinnen und Künstler im Land mit unglaublich viel Kreativität und noch mehr Herzblut zahllose Unterstützungsaktionen starten – mit Hilfstransporten, Spendenaktionen, der Bereitstellung von Unterkünften, Solidaritätskonzerten, Angeboten kultureller Bildung für Geflüchtete und der Öffnung von Bühnen für ukrainische Künstlerinnen und Künstler. Kultur war immer eine Brücke – sie kann und muss es auch in Zukunft sein. In dieser größten Bedrohung unserer Welt und unserer Werte seit dem Zweiten Weltkrieg geht es darum, zusammenzustehen. Wir stehen bereit. Wir stehen zur Ukraine.“

Prof. Dr. Franz Schopper, Direktor des BLDAM und Landesarchäologe, und Prof. Dr. Thomas Drachenberg, stellvertretender Direktor des BLDAM und Landeskonservator: „Das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum steht solidarisch an der Seite der Menschen in der Ukraine. Wir sind zutiefst erschüttert über den Angriff auf die Ukraine und verurteilen den Bruch des Völkerrechts durch die russische Regierung. Menschen können nur im Frieden in Würde leben – Denk- male können nur im Frieden erhalten werden!“

Prof. Dr. Mario Glauert, Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs: „Unter Gefährdung ihres Lebens evakuieren viele mutige Menschen in der Ukraine seit Tagen einzigartige Kunst- und Kulturgüter aus ihren Museen, Bibliotheken und Archiven, um einen Teil des kulturellen Erbes Europas vor Beschuss und Zerstörung zu retten. Es ist unfassbar.“

Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten: „Mit Entsetzen sehen wir das Leid und die Not, die die brutale Aggression von Putins Armee über die Menschen in der Ukraine bringt. Dabei denken wir in besonderer Weise an die hochbetagten Überlebenden der Konzentrationslager, bei denen schreckliche Erinnerungen wachgerufen werden. Einige sollten zum Jahrestag der Befreiung am 1. Mai in die Gedenkstätte Sachsenhausen eingeladen werden. Stattdessen müssen sie sich nun in Kellern und U-Bahnhöfen vor den russischen Angriffen verbergen und um ihr Leben fürchten. Seit Beginn des Krieges versuchen wir, wo immer möglich, Kontakt aufzunehmen und zu helfen.“

Stephan Märki, Intendant des Staatstheaters Cottbus und Mitglied Vorstands der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder): „Wenn wir sehen, wie leicht unser Leben aus allen Fugen geraten kann, dann sehen wir immer auch, dass als erstes die Sehnsucht nach Eindeutigkeit die Macht erlangt hat. Unsere Aufgabe als Künstler ist es auch, der Eindeutigkeit zu widerstehen, sie aufzuzeigen, wo sie gefährlich wird, und uns für das Uneindeutige einzusetzen. Denn nur, wo zwei oder mehr Meinungen zu einer Sache sich austauschen können, wird Frieden bleiben.“

Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz: „Unsere Werte werden gerade durch die Sanktionen eindrücklich geeint, klug, kreativ und zielgenau verteidigt. Mögen die Machthaber dieser Welt unsere Kraft für Demokratie, die Souveränität der Völker, und von Kunst und Kultur endlich akzeptieren!“

Anke Pätsch, Geschäftsführende Vorständin und Direktorin der Stiftung Kleist-Museum: Das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) liegt direkt an der Grenze zu Polen. Bis zur ukrainischen Grenze sind es 800 Kilometer. Die Stadt stellt sich auf viele Geflüchtete ein. „Kriege gab es in der Geschichte Europas und der Welt zu viele. Wir fordern das sofortige Ende aller kriegerischen Auseinandersetzungen. Als Literaturmuseum mit einem umfangreichen Angebot an kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche möchten wir Geflüchtete einladen, bei uns Momente der Ruhe und Ablenkung zu finden. Kostenlose Führungen auf Ukrainisch und Russisch werden aktuell vorbereitet. Zudem bieten wir geflüchteten Kindern und ihren Familien an, jeden Donnerstag im März von 9 bis 11 Uhr zu uns zu kommen, um gemeinsam Spiele zu spielen, die größtenteils ohne Worte funktionieren.“

Christine Handke, künstlerisch-organisatorische Leitung und Direktion des Filmmuseums Potsdam, Institut der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF: „Wir Kulturschaffende sehen es als unsere Berufung und Verpflichtung, den Dialog zu befördern, zu vermitteln, Brücken zu schlagen für eine demokratische, friedliche Welt, in der Vernunft und nicht Machbesessenheit regiert. Wir fordern ein Ende dieses menschenverachtenden Krieges. Unser Museum öffnen wir kostenfrei für Geflüchtete und werden an einzelnen Wochenenden betreute Workshops in der Ausstellung ‘Mit dem Sandmann auf Zeitreise‘ anbieten.“

Gerrit Große, Vorsitzende des Verbands der Musik- und Kunstschulen Brandenburg e.V.: „Der Orchesterrat der Jungen Philharmonie Brandenburg – Landesjugendsinfonieorchester hat unter der Überschrift ‘Heute sind wir alle Ukrainer‘ am 25. Februar stellvertretend für die Schülerinnen und Schüler an den Brandenburger Musik- und Kunstschulen folgende Erklärung formuliert und uns als Verband damit aus dem Herzen gesprochen: ‘Unser Leben basiert auf Freiheit und der Abwesenheit von Gewalt. Auf dieser Basis leben und musizieren wir zusammen. Dieser für uns so selbstverständliche Schutz vor Gewalt macht unsere Leidenschaft und Liebe für die Musik erst möglich. In der Ukraine sterben heute Menschen in unserem Alter. Als Orchester setzen wir uns für internationale Verständigung und Freundschaft ein. Gegenseitige Wertschätzung und Bewunderung der anderen Kulturen verbindet über Grenzen hinweg. Die Ukraine ist seit gestern das Symbol für das Ringen um Freiheit. In diesem Sinne ist jeder von uns im Orchester heute Ukrainer.’“

Prof. Georg Quander, Künstlerischer Direktor der Musikkultur Rheinsberg gGmbH: „Die Endausscheidung unseres diesjährigen Gesangswettbewerbs begann am Morgen des Angriffs auf die Ukraine, der uns alle zutiefst erschüttert hat – zumal unter den eingeladenen Kandidaten*innen auch eine Reihe ukrainischer Sänger*innen war, die angesichts der Ereignisse kaum in der Lage waren, ihre Bestleistungen zu präsentieren. Gleichwohl haben sich eine ukrainische Sängerin und ein ukrainischer Sänger qualifiziert; sie werden von uns eine Einladung zur Teilnahme an der Kammeroper erhalten, in der Hoffnung, dass sie im Sommer in der Lage sind, nach Rheinsberg zu kommen.“

Klaus-Peter Beyer, Intendant des Deutschen Filmorchesters Babelsberg: „Musik hat keine Chance gegen Panzer, die von barbarischem Irrsinn und maßlosem Egoismus geschickt werden. Sie kann aber von allen gehört werden. Als Kontrapunkt, der das darstellt, was uns alle bewegt und ausmacht. Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Solidarität und die Bereitschaft, niemals Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung eitler politischer Ziele zuzulassen.“

Heike Bohmann, Geschäftsführerin der Musikfestspiele Sanssouci und Nikolaisaal Potsdam gGmbH: „Die Kultur muss jetzt sehr laut werden und ich hoffe, dass die Musik ihre Stimme nutzt, um gegen alle Presse- und Kommunikationseinschränkungen hinweg die Russ:innen direkt zu erreichen, um darüber aufzuklären, was auf dem Spiel steht.“

Frank Martin Widmaier, Künstlerischer Leiter der Brandenburger Theater GmbH: „Wir wollen versuchen, als Kunstschaffende mit unseren Mitteln des Theaters und der Musik den Wahnsinn dieses Angriffskrieges bewusst zu machen und zu entgegnen. Die ‘Künstlerfamilie‘, jedes Theater, jedes Orchester, jedes Ensemble bildet den Prototyp einer internationalen Gemeinschaft ab, vereint Menschen in aller Unterschiedlichkeit und überwindet Grenzen als Sinnbild einer Welt, für die wir arbeiten und leben.“

Cornelia Stabrodt, Vorsitzende des Bibliotheksverbands Brandenburg e.V.: „Der Deutsche Bibliotheksverband e.V. (dbv) ist entsetzt über den Angriff Russlands auf die Ukraine. Unsere volle Solidarität gilt allen Menschen in der Ukraine. Unsere Bibliotheken unterstützen in Zusammenarbeit mit staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen alle ukrainischen Flüchtlinge und vermitteln ihnen Hilfe und Dienstleistungen. Sie sind Orte der Begegnung und des Zusammenhaltes, gerade in Zeiten, in denen die freiheitlichen Werte unserer offenen, pluralistischen und toleranten Gesellschaft gefährdet sind. Bibliotheken leisten Aufklärung und ermöglichen Zugang zu seriösen Quellen. Sie unterstützen Menschen dabei, Falschinformationen besser zu erkennen, was in diesen Zeiten wichtiger ist denn je.“

Quelle: Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH

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