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„Ein Schatz für Frankfurt“

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Foto: Museumsleiter Dr. Tim S. Müller bei der Präsentation des zur Sammlung gehörenden silbernen Prunkhumpens. Pressefoto Winfried Mausolf (2022), Frankfurt (Oder)

Spendenaufruf des Vereins der Freunde und Förderer des Museums Viadrina e.V. zum Ankauf der Sammlung Küstriner und Neumärkischen Silbers

Dem Frankfurter Stadtmuseum Viadrina bietet sich derzeit die einmalige Chance, eine Sammlung wertvoller Silberobjekte aus dem 17. und 18. Jahrhundert zu erwerben.

Die zehn zum Ankauf stehenden Gold- und Silberschmiedearbeiten sind sehr eng mit der Geschichte Ostbrandenburgs und der einstigen Neumark verbunden.

Aus diesem Grund bemühen sich das Frankfurter Stadtmuseum, der Verein der Freunde und Förderer des Museums Viadrina e.V., unterstützt durch das Museum der Festung Küstrin (Muzeum Twierdzy Kostrzyn) und dessen Direktor Ryszard Skałba, die Sammlung in ihre Heimat zurückzuführen.

Bei den Objekten handelt es sich um eine Abendmahlskanne und eine Oblatendose aus der Küstriner Marienkirche, die Amtskette der Küstriner Hofrichter und Bürgermeister sowie um einen Prunkhumpen aus der Stadt Küstrin (Kostrzyn nad Odrą). Ferner gehören zur Sammlung die Abendmalskelche aus den Gutskirchen von Hohenziethen (Sitno), Alt-Klücken (Stary Klukom) und Arnswalde (Choszczno), ein silberner Becher aus Sonnenburg (Słonsk) sowie eine silberne Erdbeerschale aus adligem Besitz. Die vorgenannten Exponate wurden im 17. und 18. Jahrhundert allesamt in Meisterwerkstätten in der Neumark, vor allem in jener der Familie Dulitz in Küstrin (Kostrzyn nad Odrą) gefertigt.

In Frankfurt (Oder) entstand um 1760 ein sogenannter Rubelbecher. Der silberne Becher wurde aus einem Rubel geschlagen, der der russischen Kriegskasse entstammte. Letztere war der preußischen Armee im Jahr 1758 in der Schlacht von Zorndorf (Dębno) in die Hände gefallen.

Dazu Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg: „Museen bewahren unser kulturelles Erbe, öffnen Zeitfenster in vergangene Epochen, sind kulturelle Anker und erschließen uns neue Welten. Das gilt für alle unsere rund 400 Museen im Land. Das gilt aber auch explizit für das Museum Viadrina, das größte kulturhistorische Museum Ostbrandenburgs. Ein Besuch dort lohnt immer – und künftig noch ein wenig mehr: Die zehn Silberobjekte sind eng mit der Geschichte Ostbrandenburgs und der einstigen Neumark verbunden und bieten spannende Einblicke in die Vergangenheit. Dank der Inschriften, Wappen und Monogramme erfährt man etwas über das Leben von Hofapothekern, jungen Frauen, Prinzen und Kunsthandwerkern. Die Geschichten zu den Objekten werfen Schlaglichter auf das Leben in der Region im 17. und 18. Jahrhundert. Ich freue mich, dass wir den geplanten Ankauf mit 63.000 Euro unterstützen können.“

Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Dieses Konvolut ergänzt nicht nur die Sammlung an Goldschmiedearbeiten des Museums Viadrina in Frankfurt an der Oder. Diese Silberobjekte sind seltene Zeugnisse für das Kunsthandwerk, die Sozial- und Religionsgeschichte aus Frankfurt (Oder) und der Region, deren Kulturgeschichte das Museum mit seiner Sammlung vermittelt. Ich freue mich, dass wir an diese Erwerbung mitfördern können und wünsche dem Museum Viadrina gutes Gelingen und zahlreiche großzügige Spender.“

Mit dem Erwerb der Sammlung aus Privatbesitz besteht die Gelegenheit, wertvolle und in dieser Art äußerst seltene Zeugnisse der Kulturgeschichte Ostbrandenburgs und der Neumark in ihre historische Ursprungsregion zurückzuführen und sie in Frankfurt (Oder) dauerhaft für die Nachwelt zu bewahren.

Die Sammlung hat einen Wert von 190.000 Euro und wurde durch einen privaten Sammler in nahezu 40-jähriger Sammelleidenschaft zusammengetragen. Mehr als 155.000 Euro konnten bereits durch Spenden und öffentliche Förderungen, darunter durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, die Kulturstiftung der Länder, die Sparkasse Oder-Spree, das IMD Labor Oderland GmbH, das Vermessungsbüro Horst Möhring und den Verein Frankfurt 2003 e.V. eingeworben werden. Der Restbetrag in Höhe von derzeit rund 35.000 Euro soll unter dem Motto „Ein Schatz für Frankfurt“ durch einen Spendenaufruf des Vereins der Freunde und Förderer des Museums Viadrina e.V. sowie durch weitere Zuspenden aufgebracht werden.

Die zum Ankauf stehenden Objekte können auf der Website des Museums Viadrina (www.museum-viadrina.de/museum/junkerhaus/) betrachtet werden.

Spenden sind auf das nachfolgende Konto möglich: VEREIN DER FREUNDE UND FÖRDERER DES MUSEUMS VIADRINA E.V., Sparkasse Oder-Spree, IBAN: DE36 1705 5050 3135 0962 96.

Eine Spendenbescheinigung kann auf Wunsch ausgestellt werden.

Das Ankaufsvorhaben soll im Jahr 2022 erfolgreich abgeschlossen werden. Es ist geplant, die Objekte zeitnah nach ihrem Erwerb im Museum Viadrina und in Kostrzyn nad Odrą zu präsentieren.

Quelle: Stadt Frankfurt (Oder)

 

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