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Frankfurt (Oder): Aus den Revolutionen der Vergangenheit für die Transformationen der Zukunft lernen 

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Demonstration vom 1. November 1989. Damals gingen in Frankfurt (Oder) ca. 35.000 Menschen auf die Straße, um gegen das DDR-Regime zu demonstrieren © Peter Heine

Am 18.05.2022 stimmte der Deutsche Bundestag dem Antrag der Bundesregierung für ein Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit mit den Stimmen der SPD, Grünen, FDP und CDU/CSU bei Enthaltung der AFD und der Linken zu. „Ziel dieses Zentrums ist es, politische Umbrüche und Transformationen in Ostdeutschland und Osteuropa sichtbar zu machen und zu erforschen“ erläutert Mathias Papendieck (SPD), der die Oderstadt und den Landkreis Oder-Spree im Parlament in Berlin vertritt. 

Die Menschen in Frankfurt (Oder) kennen die Proteste der friedlichen Revolution und die darauf folgenden Umbrüche nur zu gut. Unweit von Frankfurt (Oder), im Grünheider Ortsteil Altbuchhorst wurde am 9. September 1989 das Neue Forum gegründet, welches in den darauffolgenden Wochen zu einer entscheidenden Kraft der friedlichen Revolution und der ersten demokratisch legitimierten Regierung der DDR wurde. 

Am 18.10.1989 trat das Neue Forum zum ersten Mal in der Frankfurter Georgenkirche in die Öffentlichkeit. 200 Teilnehmer:innen wurden bei der Veranstaltung, zu der noch ohne gedruckten Aufruf eingeladen wurde, erwartet. Am Ende kamen 1300. 

Die Staatssicherheit war in Frankfurt (Oder) sehr präsent. Trotzdem gingen am 1. November 1989 knapp 35.000 Menschen auf die Straße, um auf dem Brunnenplatz für Chancengleichheit, Reise- und Pressefreiheit sowie Demokratisierung zu demonstrieren. Sie bauten damit Brücken in eine selbstbestimmte Zukunft. „Diesen mutigen Männern und Frauen, die trotz der allgegenwärtigen Gefahr und Drangsalierung für die Demokratie eintraten, ist es zu verdanken, dass wir heute in einem freien und demokratischen Staat friedlich zusammen leben können“ so Papendieck. 

Knapp zwei Jahre später wurden mit der Neugründung der Viadrina als Europa-Universität wichtige Impulse für Frankfurt (Oder) und die deutsch-polnische Zusammenarbeit gesetzt. 

Inzwischen wird hier seit mehr als 30 Jahren europäisch gedacht, geforscht und gelehrt sowie interdisziplinäre Transformationsforschung betrieben. An der Viadrina studieren zu 29% ausländische Student:innen, die Universität fördert Studien- und Forschungsaufenthalte in ganz Europa. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Verständigung über Landesgrenzen hinweg. 

In der Doppelstadt Frankfurt (Oder) – Słubice wird Europa gelebt. Die interkommunale Zusammenarbeit kann als Vorbild für kommende Transformationen auf dem Weg zu einem geeinten Europa dienen. 

Papendieck fasst zusammen: „Frankfurt (Oder) ist eine Stadt mit bewegter Geschichte und engagierten Bürger:innen. Die europäische Idee wird hier gemeinsam im alltäglichen Arbeitsleben, auch von den Unternehmen und Verwaltungen, gelebt und vereint damit alles, was die Idee des Zukunftszentrum ausmacht. Kein Standort könnte besser geeignet sein, um die Vergangenheit zu erforschen und Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.“ 

Quelle: MdB Mathias Papendieck

 

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