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Genuss-Oase für Jung und Alt

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Das vomFASS-Geschäft von Kathleen und Detlef Scheibner ist schon fast eine Institution: Kommendes Jahr im April feiern die beiden ihr 25-jähriges Jubiläum. In dieser Zeit haben sie die guten und weniger guten Tage der Karl-Marx-Straße miterlebt. Dank ihres treuen Kundenstamms floriert der Laden für feinste Essige, Öle, Spirituosen, Wein und vieles mehr auch in der Corona-Krise. Die Sorge vor einem allgemeinen Ladensterben in der Innenstadt von Frankfurt (Oder) ist aber trotzdem da.

Das vomFASS-Geschäft in der Karl-Marx-Straße 12 kennen viele Frankfurter bereits seit ihrer Kindheit. Mitinhaberin Kathleen Scheibner sagt: „Manchmal denke ich mir: Wie viele Flaschen wir hier schon befüllt und beschriftet und wie viele Paletten Ware wir hier schon abgeladen haben – und ich freue mich darüber, dass unser kleines, feines Geschäft so gut läuft. Ich könnte mir auch gar nichts anderes mehr vorstellen.“

Vor der Wende hatten die Scheibners eine Gaststätte in Frankfurt (Oder) eröffnet, doch nach einem Verkehrsunfall von Detlef Scheibner entschieden sie sich für eine berufliche Neuorientierung. Etwas mit Lebensmitteln und Genuss sollte es dennoch sein, da waren sich die gelernte Restaurantfachfrau und der Berufskraftfahrer einig. Sie besichtigten ein vomFASS-Geschäft in Berlin und sagten sich: Das ist es, das wollen wir auch machen.

Der Zeit voraus: Nachhaltiges Mehrwegkonzept

Bei den Scheibners gibt es Essige, Öle und Spirituosen unverpackt – frisch vom Fass, aus dem Tonkrug oder Glasballon. Auch Weine und Feinkost wie hochwertige Pasta, Pralinen, Gewürze, Antipasti oder Dips finden Genießer in dem rustikalen und mit hellem Holz eingerichteten Laden. Seit der Eröffnung des ersten Franchise-Geschäfts im Jahr 1994 verfolgt das Familienunternehmen vomFASS, das seinen Sitz im schwäbischen Waldburg hat, einen innovativen Ansatz: „Kunden dürfen sich die flüssigen Spezialitäten in individuellen Mengen in mitgebrachte Flaschen abfüllen und reduzieren damit Lebensmittelabfälle und Verpackungsmüll“, informiert Kathleen Scheibner.

Ladenansicht ©Lutz Boltz

Fest verankert in der Nachbarschaft

Zu ihren Kunden haben die Scheibners ein freundschaftliches Verhältnis. Einige sind Mitte 20, andere 90 Jahre alt. „Manchmal ist es fast familiär hier. Wir haben Pärchen, die kaufen viele Jahre bei uns ein und plötzlich kommt die Dame alleine und in schwarz. Da flennste schon mal mit. Bei anderen war die Mutti vor etwa 23 Jahren mit dem Kinderwagen bei uns und heute kommen die jungen Erwachsenen bereits mit ihren eigenen Familien. Da denke ich mir: Komm, dir schiebe ich jetzt nochmal ein Bonbon rüber“, berichtet die Einzelhändlerin. Und so bestellt Kathleen Scheibner auch ihre Waren. Bei einem neuen Wein hat sie schon die Kunden im Kopf, zu denen der edle Tropfen passen könnte.

Leerstände durch Corona

Trotz des festen Rückhalts der Kunden hat Familie Scheibner in den letzten 24 Jahren auch schwierige Zeiten erlebt. Der Auf- und Abschwung der Solarindustrie an der Oder war nicht nur für die Beschäftigten in der Produktion, sondern auch für die Einzelhändler eine Berg- und Talfahrt. Das Paar überlegte sogar, den Standort zu wechseln, entschied sich jedoch immer wieder für die Karl-Marx-Straße in der Innenstadt. 2020 sei für sie sogar ein sehr erfolgreiches Jahr gewesen. „Das hat eben auch wieder etwas mit Nachbarschaft zu tun. Nach dem ersten Lockdown haben wir eine wahnsinnige Solidarität erfahren. Diese Stimmung ist leider nicht mehr da. Ich glaube, mittlerweile ist bei vielen die Frustration aus den letzten zwei Jahren einfach zu groß.“ Als Lebensmitteleinzelhändler hatten die Scheibners während Corona Glück im Unglück, da sie nicht von Schließungen oder 2G-Regelungen betroffen waren.

Kathleen Scheibner sorgt sich vor allem um die Läden rundum. Vor etwa fünf Jahren sei es gelungen, den Leerstand von rund 40 Prozent zu beheben, durch die Pandemie seien die Geschäfte nun erneut in Gefahr: „Mir tut es in der Seele weh, dass die Kollegen so oft nicht öffnen durften. Da bibbern wir ganz schön mit.“ Ein hoher Leerstand würde auch sie treffen, denn darunter leidet die Attraktivität der Einkaufsstraße. „Wir haben hier einen guten Mix und wollen hoffen, dass das so bleibt“, betont Kathleen Scheibner.

Lichtblick für den Einzelhandel in Frankfurt (Oder)

Rückblickend sagt sie: „Es war richtig, in der Pandemie nicht den Kopf hängen zu lassen, Veranstaltungen weiterhin zu planen und wenn möglich auch durchzuführen. Den Menschen und Kunden zu zeigen, wir sind für euch da.“ Bis jetzt haben die meisten Geschäfte die Pandemie überstanden. Und es gibt Hoffnung auf bessere Zeiten: Der Leerstand wird mit Kunst, Kultur oder Pop-up-Stores belebt und neue Mieter werden aktiv gesucht.

Mehr Informationen zu den Geschäften und Produkten von vomFASS gibt es unter: www.vomfass.de.

Foto: Kathleen und Detlef Scheibner in ihrem vomFASS-Geschäft ©Lutz Boltz

Quelle: VOM FASS AG

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