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Jung, smart und sehr zufrieden: Falsche Kundenbewertungen im Netz

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Verbraucherzentrale verklagt Turbosparer66.de

Viele Verbraucher:innen nutzen Kundenbewertungen, um in der Fülle der Angebote eine Auswahl zu treffen. Im Zuge einer Beschwerde deckte die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) eine falsche Kundenbewertung auf und konfrontierte den Anbieter Turbosparer66.de UG damit. Nachdem das Unternehmen keine Unterlassungserklärung abgab, reichte die VZB nun Klage beim Landgericht Berlin ein.

Tom P., 34 Jahre, lächelt auf dem Foto mit einer Kaffeetasse in der Hand. Er lobt den Anbieter für seine schnelle, unkomplizierte Leistung und meint, dass er mit Turbosparer66.de wirklich sehr zufrieden wäre. Die Turbosparer66.de Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) bietet nach eigenen Angaben eine Beratung sowie einen individuellen Preisvergleich rund um die Themen Energie und Telekommunikation an und unterstützt Verbraucher:innen beim Anbieterwechsel. Der Sitz des Unternehmens ist mit dem der primaholding GmbH, zu der unter anderem die zuletzt in die Kritik geratenen voxenergie GmbH und primastrom GmbH gehören, identisch. Auch bei der Geschäftsführung gibt es eine Überschneidung.

Was für Verbraucher:innen auf der Seite der Turbosparer66.de UG nach einer vertrauenserweckenden und überzeugenden Kundenbewertung aussah, machte die VZB stutzig. Sie deckte auf: Das Foto wurde als Stockbild produziert und zeigt nicht etwa den Kunden Tom P., sondern vielmehr einen Reporter der bei YouTube verfügbaren Sendung „STRG_F“.

„Eine Kundenbewertung kann maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung der Verbraucher:innen haben. Wenn diese über Objektivität und Wahrheit der abgebildeten Kundenmeinung in die Irre geführt werden wie im vorliegenden Fall, verschafft sich das Unternehmen einen unrechtmäßigen Vorteil“, so Michèle Scherer, Expertin für Digitales bei der VZB. Die Verbraucherzentrale mahnte den Anbieter daher ab und forderte ihn auf, eine solch falsche Darstellung von Kundenmeinungen zukünftig zu unterlassen. Der Anbieter nahm die Bewertungen zwar von seiner Seite, gab aber keine Unterlassungserklärung ab. Daher hat die VZB nun Klage beim Landgericht Berlin eingereicht.

Falsche Bewertungen im Internet sind schon lange ein Problem. Seit Ende Mai sind Unternehmen gesetzlich verpflichtet, den Umgang mit Bewertungen transparenter zu gestalten. So müssen sie darüber informieren, ob und wie sie sicherstellen, dass die veröffentlichten Bewertungen von solchen Verbraucher:innen stammen, die die Waren oder Dienstleistungen tatsächlich genutzt oder erworben haben. Zudem sind nun explizit ungeprüfte Behauptungen über die Echtheit von Bewertungen und gefälschte Bewertungen als Irreführung geregelt. „Wir hätten uns strengere Vorgaben gewünscht, aber es ist ein erster Schritt. Die Verbraucherzentralen werden beobachten, wie die Unternehmen die neuen Regelungen umsetzen“, erläutert Scherer. Tipps für Verbraucher:innen, welche verschiedenen Fallstricke es bei Bewertungen im Internet gibt, haben wir hier zusammengestellt.

Entdecken Verbraucher:innen im Netz Auffälligkeiten, die sie der Verbraucherzentrale mitteilen möchten, können sie diese über die Beschwerdebox der Verbraucherzentrale Brandenburg unkompliziert melden. Bei individuellen Fragen rund um den Online-Vertragsschluss können Verbraucher:innen die Beratung der Verbraucherzentrale Brandenburg in Anspruch nehmen:

Über die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. (VZB) ist die wichtigste Interessenvertretung der Brandenburger Verbraucher:innen gegenüber Wirtschaft und Politik. Sie bietet unabhängige Verbraucherberatung, -information und -bildung zu zahlreichen Themen: Markt & Recht, Reise & Freizeit, Finanzen & Versicherungen, Lebensmittel & Ernährung, Digitales & Telekommunikation, Energie, Bauen & Wohnen. Zudem berät sie zu deutsch-polnischem Verbraucherrecht.

Darüber hinaus mahnt die VZB Unternehmen ab, die zu Ungunsten von Verbraucher:innen gegen geltendes Recht verstoßen und klärt die Öffentlichkeit über Verbraucherrechte, Abzockmaschen und Spartipps auf.

Aktuelle Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-brandenburg.de

Quelle: Verbraucherzentrale Brandenburg 

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