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Liechtenstein in Stalinstadt

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rbb Doku-Podcast mit Friedrich Liechtenstein

Im neuen Doku-Podcast des Rundfunk Berlin-Brandenburg und des Museum Utopie und Alltag reist der Künstler Friedrich Liechtenstein zurück in seine Heimat: Stalinstadt, heute Eisenhüttenstadt.

Der Podcast erzählt die Geschichte der ersten sozialistischen Stadt Deutschlands und stellt zugleich die Fragen unserer Zeit: Wie wollen wir leben? Welche Macht haben Ideologien? Und was brauchen wir, um glücklich zu sein

Alle fünf Folgen von “Liechtenstein in Stalinstadt”

erscheinen am 28. Februar in der ARD Audiothek und überall dort, wo es Podcasts gibt.

Ab dem 21. März folgt eine wöchentliche Ausstrahlung der Folgen im Radio auf rbbKultur.

“Das wahrscheinlich Mächtigste, wovon ich erzählen kann“

Wo vorher Wälder und Wiesen waren, sollte Anfang der 1950er Jahre ganz im Osten Deutschlands eine neue Stadt entstehen: Stalinstadt. Eine neue Heimat für eine neue Gesellschaft, eine Stadt komplett am Reisbrett erdacht. Der Künstler Friedrich Liechtenstein hat lange verheimlicht, dass er in der Planstadt aufgewachsen ist. Die DDR, Ostdeutschland, Brandenburg – das passte irgendwie nie zu seinem Image des urbanen Performers, Entertainers und Musikers. Doch eines Tages wurde ihm klar, dass seine Heimatstadt wahrscheinlich das Mächtigste ist, wovon er erzählen kann. 

Stalinstadt, heute Eisenhüttenstadt 

In Stalinstadt sollte der Traum vom “besseren Deutschland” gelebt werden. Der große Aufbruch nach den dunklen Zeiten des Nationalsozialismus. Die Stadt war zunächst die jüngste Stadt der DDR. Kaum jemand war älter als 30 Jahre. Dreh- und Angelpunkt sollte das “Eisenhüttenkombinat Ost” sein ­– das Zentrum der Schwerindustrie. Große Teile der Stadt sind bis heute geprägt durch ihre besondere Architektur. Zehn Jahre nach ihrer Gründung wurde Stalinstadt umbenannt, in Eisenhüttenstadt. Ende der 1980er Jahre lebten dort über 53.000 Menschen. Nach der Wiedervereinigung verloren viele ihre Jobs, Wohnblocks wurden gesprengt. Andere bauten sich Häuser im Umland. Die Stadt kämpft bis heute gegen die Schrumpfung und sucht nach einer neuen Vision für die Zukunft.

Zwischen Utopie und Alltag

Gemeinsam mit der Fotografin Jennifer Endom begibt sich Friedrich Liechtenstein im Podcast auf Spurensuche in der ersten Modellstadt der DDR. Es geht um die Geschichte des Sozialismus, die Zeit nach der Wiedervereinigung und darum, wie über diese Vergangenheit eigentlich gesprochen werden kann. Eine Bauleiterin, Bürgermeister, langjährige und neue Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt kommen zu Wort. Endom und Liechtenstein stellen sich aber auch die großen, existenziellen Fragen: Wie wollen wir leben? Welche Rolle spielt Ideologie? Welchen Stellenwert hat Arbeit? Und was passiert, wenn Träume platzen? 

Den Soundtrack zum Podcast liefert Friedrich Liechtenstein selbst – mit bekannten und noch unbekannten Songs aus seinem neuen Album.

Entstanden ist der Doku-Podcast auf Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Museum Utopie und Alltag, das noch bis zum 29. Mai 2022 die Ausstellung “Ohne Ende Anfang. Zur Transformation der sozialistischen Stadt” in Eisenhüttenstadt zeigt.

Der rbb-Journalist und mehrfach ausgezeichnete, freie Autor Johannes Nichelmann verantwortet Buch und Regie des Podcasts.

Der Podcast ist eine Produktion von Studio Jot, gefördert von Kultur.Gemeinschaften, im Auftrag des Museum Utopie und Alltag und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg.

Mehr erfahren 

Sendedaten “Liechtenstein in Stalinstadt“

28. Februar ARD Audiothek
Alle Folgen

Im Radio auf rbbKultur: 

21. März, 19 Uhr
Folge 01 “Sprudelnde Fontänen” 

Der Entertainer Friedrich Liechtenstein ist ein viel gefragter Mann. Sein Gesicht zierte sogar das Titelblatt der New York Times! Aufgewachsen ist er in einer ausgedachten Stadt, einer pudrigen und paradiesischen Welt – in Stalinstadt.  

28. März, 19 Uhr
Folge 02 “Utopie und Alltag” 

Sozialismus, Friedenstauben, Rosarot – in der jüngsten Stadt der DDR soll der Traum von einer besseren Gesellschaft gelebt werden. Friedrich Liechtenstein und seine Eltern richten sich in Stalinstadt ein.

4. April, 19 Uhr
Folge 03 “Vergeigt” 

Die Idee von einer besseren Gesellschaft, von Weltfrieden und Glückseligkeit soll in Stalinstadt umgesetzt werden. Doch der junge Friedrich Liechtenstein bekommt erste Zweifel. Die Fassaden beginnen zu bröckeln. 

11. April, 19 Uhr
Folge 04 “Pressluftfrühling” 

Was passiert mit einer sozialistischen Stadt, wenn es keinen Sozialismus mehr gibt? Nach dem Ende der DDR verändert sich in Eisenhüttenstadt alles. Friedrich Liechtenstein merkt, wie schwierig es ist, über all das zu sprechen. 

18. April, 19 Uhr
Folge 05 “Ohne Ende Anfang” 

“Zu Beginn ist Gentrifizierung cool, wenn die Leute mit Ideen kommen”, sagt Friedrich Liechtenstein. Die ehemalige Selbstbedienungs-Kaufhalle könnte ganz am Anfang eines neuen Eisenhüttenstadts stehen. Wie kann die Stadt wieder mehr Einwohnerinnen und Einwohner gewinnen?

Im Audio/Video-Bereich stehen zwei Folgen zur Verfügung. Sie müssen eingeloggt sein und die Audio/Video-Berechtigung besitzen, um die Audios hören zu können. Der Trailer zum Podcast ist bereits in der ARD Audiothek verfügbar (Link Audiothek).

Foto: Jennifer Endom/ rbb
Quelle: Museum Utopie und Alltag

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