Start Nachrichten Frankfurt/Oder Preisgericht kürt Siegerentwurf im Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Rathaus Frankfurt (Oder)

Preisgericht kürt Siegerentwurf im Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Rathaus Frankfurt (Oder)

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Kunst am Bau-Wettbewerb (c)Patricia Pisani

Kürzlich ernannte das siebenköpfige Preisgericht nach einer umfangreichen Diskussion der eingereichten Arbeiten den Siegerentwurf im Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Rathaus Frankfurt (Oder). Seit 2019/2020 wird das Gebäude saniert und dabei zu einem transparenten, offenen und bürgerfreundlichen Ort entwickelt. Mit einem zeitgenössischen Kunstwerk sollen diese Umbaumaßnahmen flankiert werden. Im Mai 2022 wurden dafür sechs Kunstschaffende eingeladen, sich am Wettbewerb zu beteiligen. Damit entsteht nach fast zwei Jahrzehnten wieder ein neues Kunstwerk im öffentlichen Raum von Frankfurt (Oder).

Im Zentrum des Wettbewerbes stand der Arbeitsbereich im neu zu entstehenden Treppenaufgang, der die verschiedenen Etagen, die historische Halle sowie das Atrium miteinander verbindet. Dieser bildet den Übergang des Kernbaus aus dem 13. Jahrhundert zum Anbau von 1913 und lässt die lange Geschichte des Hauses besonders gut ablesen. Ziel des Verfahrens war die künstlerische Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Rathauses als zentrales Bauwerk der demokratischen Stadtgesellschaft – ein Ort, an dem seit Jahrhunderten Entscheidungen zur Stadtentwicklung getroffen werden und das nun noch mehr als zuvor ein offenes Forum für die diverse Stadtgesellschaft sein wird.

Als Siegerentwurf ging die Arbeit „Wer sucht, der findet“ von Patricia Pisani hervor. Die ortsbezogene Installation besteht aus etwa neun Objekten aus Silikonschläuchen mit LED-Neonlichtdioden. Angelegt als eine Art dreidimensionale Strichzeichnung nehmen die einzelnen Objekte jeweils ein Zeichen oder Symbol auf, das mit der Stadt Frankfurt (Oder), ihrer Geschichte und Kultur verknüpft ist. Trotz formaler Vereinfachungen und der Veränderung der Größe im Verhältnis zu den originalen Zeichen sind jene Neonlichtelemente von den Besucherinnen und Besuchern des Rathauses leicht (wieder)erkennbar, da sie im öffentlichen Raum der Stadt omnipräsent und Teil des kollektiven Bildgedächtnisses sind. 

Das Preisgericht war übereinstimmend von der Idee jener Zeichensetzung der Installation „Wer sucht, der findet“ überzeugt, da die Piktogramme eine Brücke zwischen Symbolen der Vergangenheit und der Gegenwart schlagen. Auf großen Widerhall stieß überdies, dass die Zeichen sowohl eine universelle, intergenerationelle Sprache sprechen als auch in ihrer Spezifik auf die lokale Identitätsgeschichte verweisen.

Positiv bewertet wurde ebenfalls die Ausformulierung der Objekte als Lichtzeichnungen. Die Strahlkraft des Werks markiert einen attraktiven und optisch markanten Blickfang im Gebäude. Weitere signifikante, teils historische Neonlichtinstallationen finden sich an den Gebäuden verschiedener Kultureinrichtungen u. a. im Kleist-Museum sowie am ehemaligen Lichtspieltheater der Jugend, dem künftigen Frankfurter Standort des BLMK. Daher birgt die Lichtinstallation im Rathaus auch die Möglichkeit einer ästhetischen Vernetzung verschiedener Orte in der Stadt durch künstlerische Lichtsetzungen.

Quelle: Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)

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