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Protest der brandenburgischen Zahnärzte gegen das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz

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Zahnärzteschaft informiert mit Plakataktion über die Folgen für die zahnmedizinische Versorgung

Mit einer Plakataktion protestieren die Zahnärzte des Landes Brandenburg am 7. Dezember 2022 gegen das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz (GKVFinStG). Das Gesetz, welches der Bundestag trotz heftiger Kritik der Zahnärzteschaft, der Landesgesundheitsminister und des Bundesrates am 20. Oktober 2022 verabschiedet hat, führt zu einer strikten Budgetierung für die Jahre 2023 und 2024. Die Zahnärzte befürchten durch diese Sparmaßnahme eine massive Verschlechterung der zahnmedizinischen Patientenversorgung und sehen insbesondere die Parodontitistherapie in Gefahr. 

In Ostdeutschland sind aufgrund der Zunahme des Anteils älterer Menschen in der Bevölkerung mehr Zahnarztpatienten von einer Parodontitis betroffen, die nicht nur zu Zahnverlust führt, sondern auch das Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich erhöht. Seit Juli 2021 können die gesetzlich Krankenversicherten deshalb eine mehrjährige Therapie gegen Parodontitis erhalten. Zahlreiche Praxen befürchten, dass Therapien nun abgebrochen werden müssen bzw. nur auf Kosten anderer Behandlungsbereiche weiterlaufen können. Die negativen Folgen für die Patienten wären weitreichend. 

Dr. Eberhard Steglich, Vorstandsvorsitzender der KZV Land Brandenburg: „Erst im vergangenen Jahr wurde der Anspruch auf eine Langzeitbehandlung der Volkskrankheit Parodontitis gesetzlich verankert. Vielen Patienten konnte dadurch wirkungsvoll geholfen werden. Mit der im GKVFinStG enthaltenen strikten Budgetierung werden der Versorgung diese Mittel wieder entzogen. Das ist keinem Patienten zu vermitteln. Wir sehen darin eine klare Abkehr von zukunftsgerichteter Präventionspolitik.“ 

Der Präsident der Landeszahnärztekammer Brandenburg, Jürgen Herbert, befürchtet eine Ausdünnung der Versorgung im ländlichen Raum und spricht sich klar gegen das Gesetz aus: „Zu aktuell horrend steigenden Preisen für Energie und dem seit Jahren größer werdenden Problem des Nachwuchs- und Personalmangels in den Zahnarztpraxen verstärkt die aktuelle Entwicklung die ohnehin angespannte Situation der zahnärztlichen Versorgung im Land Brandenburg“.

Quelle: PM der Landeszahnärztekammer Brandenburg und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Land Brandenburg

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