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Regionale Lebensmittel einkaufen – jetzt erst recht!

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Brandenburgische Unternehmen der Ernährungswirtschaft appellieren an die Solidarität der Verbraucherinnen und Verbraucher in der Hauptstadtregion

Ein Zusammenschluss von vielen Markenunternehmen aus Brandenburg will mit einer Aktionskampagne den Dialog mit Verbraucherinnen und Verbrauchern suchen. Der Appell ist sehr ernst gemeint: Aufgrund der rasenden Inflation und vielen Ängsten von Menschen vor den Kostensteigerungen werden immer weniger regionale Lebensmittel eingekauft. Für die brandenburgischen Lebensmittelhersteller ist das ein Dilemma, denn zu den explorierenden Kosten brechen jetzt auch wichtige Umsätze weg. Mit Anzeigen, Radiospots und Aktionen möchten die Unternehmer direkt und persönlich aufzeigen, wie wichtig es gerade in der Krise ist, Lebensmittel von Unternehmen aus Brandenburg zu kaufen. Nur so lässt sich die Gefahr abwenden, dass Unternehmen komplett aufgeben müssen.

Die Aktionskampagne startet am 14. November und wird über vier Wochen bis zu Beginn der Vorweihnachtszeit andauern. Mit dabei sind Markenunternehmen aus klassischer Produktion und Bio und aus den Produktsegmenten Fleisch, Wurst, Milch, Brot, Eier, Gemüse, Obst und Spezialitäten. Außer Anzeigen und Radiospots planen die Initiatoren auch direkte Dialoge mit Menschen vor Supermärkten und Solidaritätsaktionen am Landtag Potsdam und dem Abgeordnetenhaus in Berlin. Ziel ist es, in den kommenden Wochen und Monaten den Kauf regionaler Lebensmittel durch Verbraucherinnen und Verbraucher stabil zu halten oder auszubauen und den Menschen der Hauptstadtregion Argumente zu liefern, nicht nur zu No-Name- oder Billigprodukten zu greifen.

„Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Der Handel ist nicht in der Lage, unsere gestiegenen Kosten aufzufangen. Die als bereits sehr hoch empfundenen Preise im Supermarkt würden dann noch weiter steigen. Höhere Preise erzeugen noch mehr Kaufzurückhaltung. Aktuell verkaufen wir rund 20 Prozent weniger an den Handel. Ich rechne in 2023 mit unverschuldeten Mehrkosten von 400.000 Euro. Das schafft Ucker-Ei nur, wenn im Supermarkt nicht immer zum Billig-Ei von Irgendwo, sondern zu unserem Markenprodukt gegriffen wird.“

Hanka Mittelstädt, Landwirtin und Inhaberin der Ucker-Ei GmbH
 „Das Bäckerhandwerk und damit auch mein Unternehmen verbraucht bei jedem Arbeitsgang Energie. Bereits mit dem Aufschließen der Tür um 4 Uhr morgens tickt der Zähler. Dazu steigen die Preise für Mehl, Gewürze und andere Zutaten jeden Monat. Meinen treuen Kunden in den Filialen kann ich doch kein Brötchen für 2 Euro anbieten, dann kauft niemand mehr. Dass was wirklich helfen wird ist, dass Menschen in unsere Filialen kommen und möglichst ihren gesamten Bedarf an Backwaren bei uns kaufen. Vielleicht ist das ein bisschen teurer, aber das Geld bleibt in der Region und wird wieder hier investiert.“

Tobias Exner, Inhaber Bäckerei Exner
 „Natürlich verstehen wir, dass Menschen in der Hauptstadtregion sparen wollen. Nur muss jedem Verbraucher klar sein, dass billig und billiger wie ein Bumerang in die Hauptstadtregion zurückkommt. Unsere Unternehmen in Brandenburg beschäftigen mehrere tausend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu tarifgebundenen Gehältern. Wir bezahlen unsere Steuern hier, fördern den Sport, Sozialprojekte und Kultur. Falls wir als Eberswalder nicht durch die Krise kommen, stirbt der letzte große Markenhersteller von Fleisch und Wurst in der Region. Dann gibt es nur noch die großen Anbieter aus dem Westen, die durch ihre Marktmacht letztendlich vom Tod des Mittelstands profitieren würden.“

Sebastian Kühn, Geschäftsführer Eberswalder Gruppe
Am 17.11. um 8:15 Uhr vor der Plenarsitzung im Landtag Potsdam, werden die Unternehmerinnen und Unternehmer den Ministerpräsidenten, die Minister und Fraktionsvorsitzenden aller im Landtag vertretenen Parteien zu einer Solidaritätsaktion vor dem Landtag in Potsdam einladen. Unternehmen der Initiativgruppe sind Ucker-Ei, Bäckerei Exner, Werder Frucht, Löwendorfer Geflügelhof, Eberswalder Wurst, Sandorn – Christine Berger, Ökodorf Brodowin, Golßener Fleisch- und Wurstwaren, Hemme Milch, Gut Schmerwitz und der Spargelhof Klaistow.

Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Aktionskampagne interessieren, finden Hintergründe zu allen Unternehmen und deren Argumenten unter regional-jetzt.de. Die Koordination aller Aktivitäten übernimmt pro agro, Verband zur Förderung des ländlichen Raumes in der Region Brandenburg-Berlin e.V..

Quelle: Brandenburgischen Unternehmens–Initiative der Ernährungswirtschaft c/o pro agro e.V.

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