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Selten gehörte Passionsmusik erklingt in St. Marien Beeskow

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St. Marienkantorei bei einer Aufführung der Matthäus-Passion von Johann Theile, © St. Marienkantorei

Am Sonnabend, 1. April 2023 beginnt um 16:30 Uhr in der St. Marienkirche Beeskow das diesjährige Passionskonzert. Unter der Überschrift „Musik zur Passion“ erklingen selten gehörte Werke für Chor, Soli und Orchester. Dank des in Beeskow ansässigen Ortus-Verlages ist es Kirchenmusiker Matthias Alward immer wieder möglich, Werke zu finden, die sonst kaum zu Gehör gebracht werden.  In diesem Konzert ist es ein „Stabat Mater“ des Dresdner Komponisten Joseph Schuster, das aufgeführt wird. Schuster beendete sein „Stabat Mater“ laut Partitur am 7. März 1782. Die erste Aufführung wird dann wohl am Fest der Sieben Schmerzen Mariä, das ist der Freitag vor dem Palmsonntag, in der Dresdner Hofkirche stattgefunden haben. Der Inhalt jedes „Stabat Mater“ geht auf ein mittelalterliches Gedicht zurück, das die Mutter Jesu in ihrem Schmerz um den gekreuzigten Jesus als zentralen Inhalt hat.

Als weiteres Werk erklingt die Kantate „Siehe, das ist Gottes Lamm“ von Friedrich Wilhelm Zachow. Eigentlich als Kantate zum Fest Johannes des Täufers geschrieben, ist der Text des einleitenden Chores aber ebenso für die Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag geeignet.

Johann Philipp Kirnberger fällt in seiner Tonsprache im Programm heraus. Zeitlich (1721-1783) zwar eingeordnet in die Schaffensperiode der ersten beiden Komponisten, versteht Kirnberger es, den Text in all seiner Dramaturgie dem Hörer nahe zu bringen. Der erklingende Psalm 137 „Zion klagt mit Angst und Schmerzen“ bietet dafür eine ergreifende Textvorlage. Die von den Babyloniern ins Exil gedrängte Oberschicht der Israeliten verzagt an der Verbannung in einen von anderen Göttern beherrschten  Kulturkreis und den Verlust ihres Tempels in Jerusalem. Kirnberger versteht es in weiten Orchesterpassagen diesen Schmerz nachvollziehbar auszudrücken. Aktualitätsbezogen muss man unweigerlich an die Verschleppung von Kindern im Ukrainekrieg denken.

Zweifelsfrei der bekannteste Komponist im Programm ist Wolfgang Amadeus Mozart. Von ihm ist seine „Grabmusik“ zu hören. Ein Passionsmusik, in der inhaltlich die Seele mit einem Engel Zwiesprache hält. Das Werk selbst zeigt, welch hohe Reife der damals elfjährige Mozart auf dem Gebiet der Vokalkomposition bereits hatte.

Die St. Marienkantorei Beeskow musiziert gemeinsam mit dem Potsdamer Kammerorchester. Solisten der Aufführung sind Constanze Albrecht (Sopran), Kerstin Domrös (Alt), Frank Bruhning (Tenor), Markus Köhler (Bass). Die musikalische Leitung hat Matthias Alward.

Eintrittskarten gibt es zu 10,- € (erm. 8,- €) im Vorverkauf in der Buchhandlung Zweigart und telefonisch über Anrufbeantworter 03366/26450. Restkarten sind ab eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse erhältlich.

Quelle: St. Marienkantorei Beeskow  

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