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Sommerschule 2022: „WeltErfahrung. Reisen ins (Un-)Bekannte“

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Foto: Forum Kulturerbe der DDR e.V. © Kristina Geisler

Museum Utopie und Alltag – Alltagskultur und Kunst aus der DDR Beeskow/ Eisenhüttenstadt 

20. bis 22. Juni 2022

Austragungsort der Workshops: Evangelisches Gemeindezentrum Eisenhüttenstadt (Friedenskirche) 

Präsentation: Museum Utopie und Alltag, Standort Eisenhüttenstadt, ehemaliges DOK, Erich-Weinert- Allee 3, 15890 Eisenhüttenstadt

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen…“ – vor über 230 Jahren, als Matthias Claudius dies behauptete, war das Reisen entweder ungewollte Strapaze, religiöses Bekenntnis oder das Vorrecht zumeist adliger Bildungshungriger. Wie sehr sich unsere Auffassung vom Reisen seither gewandelt hat, will die diesjährige Sommerschule des Museums Utopie und Alltag mit den Mitteln der Kunst vor Augen führen. Unter dem Motto „WeltErfahrung. Reisen ins (Un-)Bekannte“ werden vom 20. bis zum 22. Juni 2022 ca. 45 Schüler:innen aus der Eisenhüttenstädter Gesamtschule 3 mit gymnasialer Oberstufe, dem Rouanet-Gymnasium Beeskow und dem Carl Bechstein Gymnasium Erkner in Eisenhüttenstadt zur 12. Sommerschule zusammenkommen.

Impulse für originelle Ideen sollen vor allem das Museum Utopie und Alltag mit seinen Sammlungen zur Kunst und Alltagskultur der DDR geben. Im Osten Deutschlands wurde der Blick hinter den Horizont zu einer Sehnsucht, die angesichts der Konfrontation gegenüber dem westlichen Ausland nicht zu stillen war. So gehörte Reisefreiheit zu den wichtigsten Forderungen der „Friedlichen Revolution“ 1989/90. Wie aber nutzte man den östlichen Reiseradius aus? War für die DDR- Generation der Großeltern die von Gewerkschaften und Betrieben organisierte Urlaubsreise noch erstrebenswert oder aber der zwanglose Individualtrip eines Trampers?

Das Reisen verbinden wir heute mit dem Sammeln an Welterfahrung, die niemandem vorenthalten bleiben sollte. Doch stecken wir in einem Dilemma, wenn dabei unser ökologischer Fußabdruck auf Kosten der Umwelt unaufhörlich wächst, und zugleich Ungleichheiten entstehen, weil die Wahl des Urlaubsziels bald wieder vom Geldbeutel abhängen wird. Die Rufe nach dem anderen Reisen, das Mensch und Natur nicht gegeneinander ausspielt, werden daher lauter.

Wie könnte er aussehen, der (nachhaltige) Urlaubsort von morgen? Und was würde es bedeuten, sich beim Reisen Zeit zu lassen und nicht das Flugzeug zu nehmen? Oder erübrigt sich jeder Gedanke daran, weil wir unser Glück ohnehin bald im Metaversum suchen?

Wie wir unser Fernweh künftig stillen werden, ist eine Frage, die uns alle etwas angeht und daher so weit wie möglich formuliert werden sollte. Ob Bild, Plastik, Installation, Schriftsatz, Mode oder Tanz – die Sommerschüler:innen werden auch in diesem Jahr aus dem Vollen schöpfen und am 22. Juni 2022 ab 13:30 Uhr im Museum Utopie und Alltag (Erich-Weinert-Allee 3) ihre Arbeiten präsentieren.

Seit 2010 veranstaltet das Kunstarchiv Beeskow, heute kooptiert unter Museum Utopie und Alltag, jährlich Sommerschulen für den akademischen Nachwuchs sowie für Oberschüler:innen des Landkreises Oder-Spree, seit 2018 zusammen mit dem Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt. Die Sommerschule 2022 steht unter der Trägerschaft des Fördervereins Forum Kulturerbe der DDR e.V. Das Projekt wird durch den Landkreis Oder-Spree gefördert.

Quelle: LOS

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