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Wohnungsneubau droht stecken zu bleiben

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Baugewerbe angesichts der weiteren Verschärfungen bei der Auftragsvergabe erschüttert

Anlässlich eines halben Jahres Berliner Bündnis für Wohnungsneubau sagt Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau: „Ein Bündnis aller maßgeblichen Akteure ist aus unserer Sicht nach wie vor der richtige Weg. Allerdings braucht es in der aktuellen Situation ganz besonders viel Sinn für Realität, eine gute Portion Pragmatismus und ein Belastungsmoratorium für die Wirtschaft.“

„Trotz der massiven Materialpreissteigerungen und Kreditzinserhöhungen versuchen wir im Bündnis gemeinsam praktikable Lösungen zu finden, um in Berlin möglichst schnell bezahlbare Wohnungen zu bauen“, sagt Manja Schreiner. „Auf der anderen Seite torpediert Senatorin Kipping mit der deutschlandweit einmaligen Einführung der Tariftreue für öffentliche Aufträge genau diese Bemühungen. Damit verteuert und verkompliziert sich das Bauen gerade für die öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften, die sich im Bündnis zum verstärkten Bau der günstigen Wohnungen verpflichtet haben.“

„Die Baubranche in Berlin und Brandenburg zahlt ihren Mitarbeitern gutes Geld – weit über dem Mindestlohn. Aber die allerwenigsten Firmen sind in der Lage, Tariflöhne am Markt durchzusetzen. Die Angebote wären so teuer, dass sich kein Bauherr – und erst recht kein öffentlicher – finden würde, diese zu zahlen“, weiß Manja Schreiner. Nach ersten Berechnungen der Fachgemeinschaft verteuern sich mit der Einführung der Tariftreue die öffentlichen Bauvorhaben um mindestens zehn bis fünfzehn Prozent.“

Sie schlussfolgert: „Die öffentlichen Aufträge gehen schon jetzt nur an den billigsten, nicht an den wirtschaftlichsten Bieter. Durch die neue Regelung werden nun ausgerechnet die Firmen, die sich noch nie um ihre Sozialstandards oder die ihrer Nachunternehmer bemüht haben, belohnt. Es gibt schon jetzt kaum effektive Kontrollen durch den Zoll. Und nun soll dieser in Zukunft über 80 verschiedene Tarifverträge prüfen? Das ist utopisch. Die Unternehmen, die ehrlich kalkulieren und die von Frau Kipping geforderten Tariflöhne ihren Angeboten zu Grunde legen, werden bei den öffentlichen Aufträgen außen vor bleiben.“

Die Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V. vertritt die Interessen der mittelständischen Bauwirtschaft in Berlin und Brandenburg. Sie betreut rund 900 Betriebe und ist damit der größte Bauarbeitgeber- und Bauwirtschaftsverband in der Region. Weitere Informationen unter www.fg-bau.de.

Quelle: Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg e.V.

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