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Zusammenhalt in kleinen Gemeinden  

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71 innovative und kreative Projekte zur Förderung vorgeschlagen – Förderprogramm mit fünf Millionen Euro

Mit fünf Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Zusammenhalt in kleinen Gemeinden und Ortsteilen für eine zukunftsorientierte Regionalentwicklung“ stärkt die Staatskanzlei Orte im ländlichen Raum. Dazu wurden 71 Vorhaben von einer Fachjury als besonders förderwürdig empfohlen. Alle Projekte haben eines gemeinsam: Sie wollen Neu-Brandenburger und Alteingesessene zusammenbringen, Mobilität unterstützen, Kultur stärken, den generationsübergreifenden Dialog fördern und das solidarische Miteinander im ländlichen Raum verbessern.

Die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, informierte heute in Potsdam zusammen mit Jury-Mitgliedern über die Umsetzung des Programms. Zwei der Vorhaben wurden von den Projektträgern auf der Pressekonferenz vorgestellt: Uckerland im Norden Brandenburgs und Tschernitz im Südosten. Schneider: „Das breite Engagement und die Kreativität der Menschen vor Ort ist beeindruckend. Die neue Förderrichtlinie hat sich als passgenau erwiesen und ist eine wichtige Unterstützung des Landes für den Zusammenhalt in unseren Gemeinden insbesondere im ländlichen Raum.“

Das Programmvolumen von fünf Millionen Euro wird entsprechend der Projektfortschritte bis 2024 eingesetzt. Förderfähig sind Investitionen in kleinen Gemeinden oder Ortsteilen unter 10.000 Einwohnern mit besonderem Entwicklungsbedarf hinsichtlich der Daseinsvorsorge oder der Gemeinschaft. Die Landesregierung unterstützt mit der Förderrichtlinie Projekte auf Gebieten wie Kultur, Digitalisierung, Bildung, Mobilität, Gesundheit, Sport, Umwelt oder Familienfreundlichkeit.

Die sechsköpfige Jury spiegelt die Beteiligung der unterschiedlichen Akteursgruppen wider, die vor Ort fest verwurzelt sind. Ihr gehören an:

  • Hanka Mittelstädt, pro agro e.V.
  • Suntje Schmidt, Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung (IRS)
  • Frank Schütz, LEADER, Dorfbewegung e.V.
  • Julia Schultheiss, LJR, Stadtjugendring Potsdam
  • Lutz Reimann, Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (Lagfa)
  • Michael Brentrup, Abteilungsleiter, Staatskanzlei Brandenburg

Zu den Auswahlkriterien gehören etwa der Entwicklungsbedarf in der jeweiligen Kommune, die Passgenauigkeit der Maßnahme, die angesprochene Zielgruppe sowie die Einordnung des Vorhabens in regionale Bedarfe und Abstimmungsprozesse. Um das Kernanliegen, die Stärkung des regionalen Zusammenhalts, zu unterstreichen, ist die Einbeziehung eines partizipativen Prozesses während der Umsetzung ein weiteres wichtiges Kriterium.

Die Träger der 71 vorgeschlagenen Projekte werden jetzt informiert, dass sie zur Förderung vorgeschlagen sind. Ab sofort beginnt die abschließende formale Projektprüfung durch die ILB. Nach einem positiven Bescheid kann „mit Elan gestartet werden“, so Schneider.

Schneider ergänzte: „Die Qualität der Projekte war gut und die Ideen sehr vielfältig. Die heute vorgestellten Beispiele sind nur zwei von 71 innovativen und kreativen Ideen, die wir fördern wollen. Die Bandbreite reicht vom digitalen `Schwarzen Brett` für die Gemeinde über Bibliotheken als digitale Lernorte, einer fahrenden Landakademie, einem Dorfkino in der Kirche bis hin zu Motto-Spielplätzen oder einem ‚Grünen Klassenzimmer‘. Sie alle tragen dazu bei, die jeweilige Region zu entwickeln und den Zusammenhalt in unseren Kommunen in allen Landesteilen zu fördern.“

Jurymitglied Frank Schütz von der Dorfbewegung Brandenburg und Bürgermeister von Golzow (Märkisch-Oderland) betonte: „Das Förderprogramm der Staatskanzlei bietet Raum zur Gestaltung des Miteinanders. Als Mitglieder der Jury konnten wir viele tolle Projekte sehen, die für das dörfliche und kommunale Miteinander eine besondere Bedeutung haben.“

Jurymitglied Julia Schultheiss vom Landesjugendring ergänzte: „Mich hat vor allem die unglaubliche Vielfalt an eingereichten Projektideen beeindruckt. Es gibt so viele Organisationen und Initiativen, die ihren Lebens- und Sozialraum modern und kreativ gestalten wollen. Die Vielzahl an Projekten für Kinder und Jugendliche haben mich dabei sehr gefreut.“

Die Gemeinde Uckerland (Landkreis Uckermark) konnte die Jury mit ihrem Projekt E-Carsharing überzeugen. In der ländlich geprägten und dünn besiedelten Gemeinde Uckerland soll ein E-Auto-Mitfahrdienst aufgebaut werden. Ehrenamtliche sollen z.B. ältere Menschen zum Arzt oder Einkaufen bringen. Dafür hat die Gemeinde aus dem Förderprogramm 58.500 Euro beantragt. Die Gesamtkosten betragen 65.000 Euro. Matthias Schilling, Bürgermeister der Gemeinde Uckerland, sagte: „Nach wie vor leidet die Gemeinde Uckerland – und dafür stellvertretend für den ländlichen Raum – unter demographischen Auswirkungen wie Überalterung und Bevölkerungsbewegungen in die Städte. Sinkende Bevölkerungszahlen führen zu geringeren Zuwendungen aus dem Finanzausgleichsgesetz und bedeuten in der Konsequenz, dass Mittel für die Erhaltung der Grunddaseinsfunktionen fehlen. Mit der neuen Förderrichtlinie hat das Land Brandenburg ein deutliches Zeichen gesetzt, um dem entgegenzuwirken. Es ist das Signal in Richtung ländlicher Raum, dass keiner vergessen wird. Wir sind sehr glücklich, dass unser bescheidener Ansatz zur Verbesserung der Mobilität auf Zustimmung gestoßen ist.“

In der Gemeinde Tschernitz (Landkreis Spree-Neiße) möchte der Verein Kulturgruppe Tschernitz e.V. eine Kleinkunstbühne für kulturelle und sportliche Auftritte kaufen. Nach der Schließung der Gaststätte wurde zwar die Sporthalle zur Mehrzweckhalle umgebaut, für Veranstaltungen fehlt jedoch eine Bühne. Der Verein, der 100 aktive Mitglieder vom Kleinkind- bis zum Rentenalter vereint, möchte seine Auftrittsmöglichkeiten erweitern und die kulturelle Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden in Sachsen und der polnischen Stadt Lubsko ausbauen. Für den Kauf der Bühne soll der Verein mit 13.500 Euro unterstützt werden (Gesamtkosten: 15.000 Euro). Gerd Sieling vom Vorstand des Vereins, erklärte: „Mit der Förderung zur Anschaffung einer Kleinkunstbühne erleben wir eine echte Bereicherung in der Vereinsarbeit. Neben einer verbesserten Trainingsmöglichkeit können wir zu kulturellen Anlässen unsere Auftritte in der Gemeinde aber auch in den anliegenden Amtsgemeinden sehr flexibel auf die unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten anpassen und auf mögliche besondere Situationen operativ schnell reagieren. Für kulturelle Wettstreite mit befreundeten Vereinen ist die Bühne bestens geeignet, da sie transportabel ist und schnell auf- und abgebaut werden kann.“

Liste der 71 vorausgewählten Projekte

Quelle:  Staatskanzlei Brandenburg

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