Am 10. Januar wird Luo Lingyuan offiziell als Burgschreiberin zu Beeskow eingeführt. Die gebürtige Chinesin will in den kommenden Monaten Märchen schreiben – und lässt sich dabei von der Region inspirieren.

Mit Märchen hat Luo Lingyuan die Jury überzeugt. Zwei hatte sie eingereicht, ein Dutzend weitere will sie schreiben. Dafür bezieht die Autorin am 6. Januar für fünf Monate die Burgschreiber-Wohnung auf der Burg Beeskow. Bei ihrer offiziellen Amtseinführung am Samstag, 10. Januar, um 19 Uhr im Konzertsaal gibt sie einen Einblick in ihre Arbeit. Die Laudatio hält ihr Vorgänger Henning Rabe.
Die Konkurrenz war groß: 58 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten sich um das renommierte Amt beworben. Luo Lingyuan überzeugte besonders durch ihre Fähigkeit, chinesische Bildwelten mit deutschen Märchen zu verweben. Zudem reflektiert sie in vielen ihrer Texte chinesische Staats- und Machtmechanismen – eine thematische Nähe zu Günter de Bruyn, der seit den 1960er-Jahren in der Region lebte.
1963 in der Volksrepublik China geboren, studierte Luo Lingyuan Journalismus und Computerwissenschaften in Shanghai. Seit 1990 lebt sie in Berlin, wo sie zunächst als freie Journalistin für Print und Rundfunk arbeitete, bevor sie 2003 zur Schriftstellerei wechselte. Ihre Romane tragen Titel wie „Die Sterne von Shenzhen“, „Die chinesische Orchidee“ oder „Das fragile Glück der Harmonie“.
Das Amt „Burgschreiber:in zu Beeskow“ wird seit 1993 vom Landkreis Oder-Spree und der Stadt Beeskow vergeben. Es ist mit einem Förderstipendium von 5.000 Euro sowie freiem Wohn- und Arbeitsraum verbunden.
Die Veranstaltung am 10. Januar um 19 Uhr im Konzertsaal der Burg Beeskow ist bei freiem Eintritt öffentlich zugänglich.
Vorschaubild: Luo Lingyuan © privat
Quelle: Burg Beeskow




