Der ostbrandenburgische Arbeitsmarkt zeigt sich zu Jahresbeginn mit gedämpfter Dynamik. Im Januar waren in der Region insgesamt 15.596 Menschen arbeitslos gemeldet – 814 mehr als im Vormonat, aber 27 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,8 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 6,9 Prozent.


Dienstleistung stützt, Produktion schwächelt
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist im Vorjahresvergleich zum Stillstand gekommen. Für einen Aufschwung fehlt es der Wirtschaft jedoch weiter an Kraft“, erklärt Jochem Freyer, Chef der Ostbrandenburger Arbeitsagenturen. Während der Dienstleistungssektor als Stütze des Arbeitsmarktes fungiert, verliert das produzierende Gewerbe weiterhin Beschäftigte.
Herausforderungen für Jobsuchende
Trotz über 2.000 offener Stellen gestaltet sich die Jobsuche für Menschen mit Einschränkungen schwierig. „Gesucht werden vorwiegend Fachkräfte und nicht jede Stelle passt für jeden – sei er auch noch so motiviert“, so Freyer weiter.
Regionale Unterschiede
Die Arbeitslosenquoten variieren deutlich zwischen den drei Regionen:
- Frankfurt (Oder): 9,9% (Vormonat: 9,5%, Vorjahr: 9,4%)
- Märkisch-Oderland: 6,1% (Vormonat: 5,8%, Vorjahr: 6,2%)
- Oder-Spree: 6,7% (Vormonat: 6,4%, Vorjahr: 6,8%)
Positive Signale bei Grundsicherung
Im Landkreis Oder-Spree setzt sich ein positiver Trend fort: Mit 5.709 Bedarfsgemeinschaften und 7.339 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten liegen die Zahlen deutlich unter dem Vorjahresniveau – ein Rückgang von 6,7 und 6,5 Prozent.
Stellenmarkt und Qualifizierung im Fokus
Im Januar meldeten regionale Unternehmen 444 neue offene Stellen, insgesamt waren 2.060 Stellen vakant. Die Jobcenter setzen verstärkt auf Qualifizierungsangebote: Am 26. März findet im Jobcenter Strausberg eine Bildungsmesse statt, bei der verschiedene Träger ihre Weiterbildungsangebote vorstellen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf digitalen Kompetenzen. „Ein souveränes Umgehen mit Technik und Anwendersoftware gehört schon jetzt zu den notwendigen Fähigkeiten“, betont Stefanie Dörfel, Geschäftsführerin des Jobcenters Frankfurt (Oder).
Ausbildungsmarkt zeigt Aufwärtstrend
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres 2025/2026 haben Unternehmen 1.531 Ausbildungsstellen gemeldet – 200 mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig registrierten sich 1.167 Jugendliche als Lehrstellenbewerber (plus 168).
Quelle: Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder)




