Meldungen aus Brandenburg
Warnhinweise am Hohenjesarschen See vorerst aufgehoben
Nach einer routinemäßigen Kontrolle des Gesundheitsamtes an der Badestelle Hohenjesarscher See in Alt Zeschdorf kann vorerst Entwarnung gegeben werden. Bei der Begehung wurde eine Sichttiefe von 1,10 Metern gemessen, es liegen derzeit keine Anzeichen für eine massenhafte Vermehrung von Blaualgen vor. Das Gesundheitsamt betont jedoch, dass es sich nur um eine Momentaufnahme handelt: Angesichts der für die kommenden Tage angekündigten Temperaturen von über 30 Grad Celsius könne sich die Lage rasch ändern. Badegästen wird weiterhin empfohlen, das Gewässer eigenverantwortlich zu beurteilen und auf Trübungen sowie Schlieren zu achten. Die Warnhinweisschilder werden an der Badestelle entfernt, die allgemeinen Hinweise zum Verhalten bei Blaualgen bleiben vorsorglich bestehen.
DRK stellt neuen digitalen Spenderservice 2.0 vor
Die DRK-Blutspendedienste haben ihren neuen Spenderservice 2.0 vorgestellt. Herzstück ist ein individuelles Dashboard in der überarbeiteten Blutspende-App, das Spenderinnen und Spendern automatisch passende Informationen zu ihrer Spendefähigkeit, vereinbarten Terminen, nahegelegenen Spendemöglichkeiten und der eigenen Spendenhistorie anzeigt. Bereits am Vortag eines Termins erinnert die App an die bevorstehende Spende; am Spendetag selbst stehen Vorbereitungshinweise und der digitale Blutspendeausweis direkt zur Verfügung. Auch die Terminverwaltung wurde vereinfacht. Der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost verweist zugleich auf den anhaltend hohen Bedarf: Allein in Berlin und Brandenburg würden werktäglich rund 600 Blutspenden benötigt, während die Spendebereitschaft in den Sommermonaten erfahrungsgemäß sinkt.
IHKs fordern gemeinsame Strategie für den Metropolraum Berlin-Brandenburg
Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik haben auf der Metropolraumkonferenz der Industrie- und Handelskammern ein Forderungspapier für die Region Berlin-Brandenburg erarbeitet. Kernpunkt ist der Aufruf an beide Länder, eine gemeinsame, integrierte Fachkräfte- und Arbeitsmarktstrategie zu entwickeln, da Arbeitsmärkte und Pendlerverflechtungen längst über die Landesgrenze hinausreichten. Gefordert werden zudem eine koordinierte Flächenpolitik für Gewerbe- und Wohnraum, ein beschleunigter Ausbau der Energieinfrastruktur sowie verbindlichere Strukturen der Länderzusammenarbeit. Als Wachstumsmotor benennt das Papier außerdem Großveranstaltungen: Die Wirtschaft spricht sich ausdrücklich für eine gemeinsame Bewerbung um die Expo 2035 sowie für mehr Langstreckenverbindungen am Flughafen BER aus.
Europaministerin Klement besucht Westpommern zum 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum
Wirtschafts- und Europaministerin Martina Klement hat bei ihrem Antrittsbesuch in Stettin den Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Woiwodschaft Westpommern angekündigt. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Partnerschaft zwischen Brandenburg und Westpommern, die sich zu einem wichtigen Motor für wirtschaftliche, gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung im deutsch-polnischen Verflechtungsraum entwickelt habe. Zum Besuchsprogramm gehörte auch eine Tour über den Stettiner Hafenkomplex gemeinsam mit kommunalen Vertretern aus Eberswalde und Schwedt. Der Hafen Szczecin könne sich als wichtiger Seehafenzugang für Berlin und Brandenburg etablieren, insbesondere für Umschlag und Weitertransport Richtung Ostsee und Osteuropa. Als zentrales Vorhaben nennt das Ministerium die laufende Kooperation „Zukunftsraum Berlin-Szczecin".
Bildungsministerium genehmigt neue Oberschule in Neuenhagen bei Berlin
Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport hat die Errichtung einer dreizügigen Oberschule am Standort Gruscheweg in Neuenhagen bei Berlin genehmigt, die zum Schuljahr 2027/2028 starten soll. Die Schule ist Teil des von der Gemeinde beschlossenen Schulentwicklungsplans für den Zeitraum 2025 bis 2030. Landrat Gernot Schmidt wertete die Entscheidung als gute Nachricht für den Bildungsstandort und dankte allen Beteiligten für die zügige und fachlich fundierte Vorbereitung. Auch Neuenhagens Bürgermeister Ansgar Scharnke begrüßte die schnelle Bearbeitung durch Ministerium und Schulamt und kündigte an, den Neubau nun zügig voranzutreiben.
NGG warnt vor Folgen einer Abschaffung des 8-Stunden-Tages für Familien im Kreis Oder-Spree
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Berlin-Brandenburg warnt vor den Auswirkungen geplanter Änderungen am Arbeitszeitgesetz auf Familien im Landkreis Oder-Spree. Dort gebe es für rund 2.000 Kinder unter drei Jahren einen Kitaplatz, eine Betreuungsquote von gut 60 Prozent — nach Einschätzung von NGG-Geschäftsführer Sebastian Riesner zu wenig, da Kita- und Arbeitszeiten meist eng aufeinander abgestimmt seien. Sollte der 8-Stunden-Tag fallen, breche für Eltern die Planbarkeit der Kinderbetreuung zusammen; auch die häusliche Pflege von Angehörigen sei betroffen. Die NGG verweist zudem auf eine DGB-Beschäftigtenbefragung, wonach 51 Prozent der Frauen und 41 Prozent der Männer sich zu Hause um Kinder oder Ältere kümmern. Längere Arbeitstage erhöhten laut NGG zudem das Unfallrisiko sowie die Gefahr von Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Burnout.
Crumbach kritisiert Entscheidung der Bundesnetzagentur zu Fernverkehrsslots
Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach hat die Entscheidung der Bundesnetzagentur scharf kritisiert, auf überlasteten Fernverkehrsstrecken Kapazitäten für Wettbewerber wie Italo freizuräumen. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Behörde erneut auf mehr Wettbewerb statt auf den Ausbau der Schieneninfrastruktur setze. Ohne klare Vorgaben werde aus Wettbewerb schnell Rosinenpickerei: Lukrative Metropolenachsen würden weiter ausgebaut, während ländliche Regionen das Nachsehen hätten. Sein zentraler Punkt: Erst müsse die Infrastruktur mit massiven Investitionen in Netz, Stellwerke und Digitalisierung stabil gemacht werden, bevor über zusätzlichen Wettbewerb gesprochen werden könne.




