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Strukturwandel

Lausitzer Strukturwandel live: Medienreise zeigt neue Projekte in Lübbenau, Cottbus und Senftenberg

Von einem neuen Rechenzentrum über Algenforschung gegen Krebs bis zu einer Bootshebeanlage am Senftenberger Hafen: Bei einer gemeinsamen Pressereise der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH und der IHK Cottbus haben Medienvertreterinnen und -vertreter am 18. August 2026 einen Überblick über aktuelle Projekte des Strukturwandels erhalten.

Begleitet wurde die Fahrt vom Lausitz-Beauftragten der Landesregierung, Dr.-Ing. Klaus Freytag, sowie vom Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, André Fritsche. Die Route führte über Lübbenau, Cottbus und Senftenberg bis zur Sedlitzer Bucht und sollte zeigen, wie unterschiedlich der Wandel in der Region inzwischen ausfällt – von digitaler Infrastruktur über Gesundheitsforschung bis zu neuen touristischen Angeboten am Wasser.

Lübbenau: Vom Kraftwerksgelände zum Rechenzentrum

Auftakt der Reise war Lübbenau/Spreewald. Bürgermeister Helmut Wenzel stellte vor, wie sich die Kleinstadt südlich von Berlin wandelt – etwa durch den Coworking-Space „Green Hub" nahe dem Bahnhof oder die Erweiterung der Gewerbeflächen auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks. Im Mittelpunkt stand außerdem das neue Rechenzentrum von Schwarz Digits, das direkt an das frühere Kraftwerksareal anknüpft. Die Teilnehmenden bekamen Einblick in den Baufortschritt und erfuhren, dass hinter der Ansiedlung eine private Milliardeninvestition von rund elf Milliarden Euro steht. Die entstehende Abwärme des Rechenzentrums soll künftig für eine nachhaltige Wärmeversorgung im Lübbenauer Umland genutzt werden.

Gesundheitsforschung: Von der Uniklinik bis zur Algenforschung

Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war die Entwicklung der Lausitz zu einer Gesundheitsregion. Die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem präsentierte ihre Pläne als künftiger Standort für universitäre Medizin, Forschung und Lehre. Auf dem Senftenberger Campus der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) stellten Forschende zudem das Projekt AVantiLT vor, das sich mit Wirkstoffen aus Algen und deren möglichem Nutzen in der Krebsmedizin befasst. Auf dem Weg dorthin präsentierte Maria-Liisa Bruckert, Gründerin von IQONIC.AI, eine KI-gestützte Diagnosesoftware, die die medizinische Versorgung in strukturschwachen Regionen wie der Lausitz verbessern soll. Das Unternehmen ist Teil des Startup Lausitz Accelerators und arbeitet dabei mit der Medizinischen Universität Lausitz zusammen.

Wirtschaftliche Einschätzung: Skepsis trotz Milliardenförderung

IHK-Hauptgeschäftsführer André Fritsche ordnete die Entwicklungen aus unternehmerischer Sicht ein. Trotz umfangreicher Förderungen komme der Aufschwung bei vielen Betrieben im Alltag noch nicht ausreichend an, so seine Einschätzung. Als zentrale Herausforderungen nannte er schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie sowie wettbewerbsfähige Energiekosten. Aus seiner Sicht hänge der Erfolg des Strukturwandels vor allem an den Menschen, die Projekte umsetzen, Unternehmen gründen und bestehende Betriebe weiterentwickeln – nicht allein an Fördermitteln.

„Eine der größten Herausforderungen bleibt die Sicherung von Fachkräften und Talenten", ergänzte Fritsche.

Sedlitzer Bucht: Neue Perspektiven am Wasser

Beim Fotostopp an der Sedlitzer Bucht ging es um die touristische Entwicklung ehemaliger Bergbaulandschaften. Katrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, gab am Senftenberger Hafen Einblicke in die Bedeutung des Standorts für die maritime Transformation des Lausitzer Seenlands. Direkt am Hafen nimmt derzeit das „Kanu Sedlitz" Gestalt an: Das Multifunktionsgebäude soll als Wasserwanderstützpunkt mit Aufenthalts-, Sanitär- und Gastronomieangeboten künftig die touristische Entwicklung vor Ort weiter stärken. Zum Abschluss zeigte die Luckauer Firma AMS Alteno GmbH ihre Klarwasser-Bootshebeanlage, die mit dem Brandenburger Zukunftspreis ausgezeichnet wurde. Die Anlage hebt Sportboote direkt am Liegeplatz aus dem Wasser, ohne umweltbelastende Hydrauliköle einzusetzen, und verringert so den Bewuchs am Rumpf sowie den Bedarf an Antifouling-Anstrichen. Entwickelt wurde sie mit Mitteln des Förderprogramms „Unternehmen Revier" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Positive Bilanz zum Strukturwandel

Wirtschaftsregion-Lausitz-Geschäftsführer Heiko Jahn zog im sechsten Jahr des Strukturwandels ein positives Fazit: Städte wie Lübbenau, Cottbus und Senftenberg nutzten die aktuelle Dynamik gezielt für ihre Zukunft und bauten gleichzeitig die Lebensqualität für ihre Einwohnerinnen und Einwohner weiter aus. Die bereits geschaffenen Strukturen könnten weitere Unternehmen und Fachkräfte anziehen, so Jahn. Bestätigt sieht er diese Einschätzung durch das IW-Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft aus Köln, das Cottbus als dynamischste Stadt Deutschlands und Brandenburg als Aufsteiger-Bundesland ausweist.

Quelle: Wirtschaftsregion Lausitz GmbH / IHK Cottbus
Foto: © WRL