Kreisverwaltung informiert zu Hilfe- und Beratungsangeboten
Am 31. August 2026 kam es in Erkner zu einer Gewalttat, bei der eine Frau tödlich verletzt wurde. Die Polizei ermittelt.
„Während wir noch die Ereignisse in Gosen-Neu Zittau versuchen zu fassen, sind wir wieder mit einer Nachricht konfrontiert, die uns alle tief bewegt zurücklässt. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden des Opfers.“
Landrat Frank Steffen
Der Landkreis Oder-Spree dankt in dieser Situation ausdrücklich den Rettungskräften und den Notfallseelsorgern des Landkreises, die in kurzer Zeit ein hohes, seelisch anspruchsvolles Pensum leisten.
Kurzfristiges Hilfsangebot am 2. September 2026
Der Landkreis Oder-Spree weist auf ein kurzfristiges Hilfsangebot des Klinikums Frankfurt (Oder) hin, das sich auch an Helfende richtet. Gemeinsam mit den beteiligten psychiatrischen und psychosozialen Diensten finden am 2. September 2026 im Konferenzzentrum der Immanuel-Klinik Rüdersdorf Gruppenangebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche statt.
Anmeldung: 033638 83561 oder 0160 6489286
Der Landkreis möchte zudem seine niedrigschwelligen Angebote stärker in den Fokus rücken, die es Familien und insbesondere Frauen ermöglichen, anonym Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dazu zählen vor allem die Erziehungs- und Familienberatungsstellen (EFB), deren Angebotsportfolio unter anderem familientherapeutische Angebote umfasst und in ein Netzwerk weiterführender Hilfen mündet.
„Wir haben eine absolut breit gefächerte Beratungs- und Betreuungslandschaft im Landkreis Oder-Spree. Betroffene müssen sich den Mut fassen, sich an diese Stellen zu wenden. Je früher, desto besser, aber es ist auch nie zu spät, Hilfe zu suchen.“
Katja Kaiser, Dezernentin für Jugend, Soziales und Kultur im Landkreis Oder-Spree
Im Fokus der Arbeit des Landkreises steht in erster Linie, Taten zu verhindern, Risikofaktoren in den Blick zu nehmen und den Bekanntheitsgrad der Anlaufpunkte zu erhöhen.
Frauenhäuser im Landkreis
Neben den Erziehungs- und Familienberatungsstellen gibt es im Landkreis zwei Frauenhäuser, die Frauen sowohl stationär als auch mobil in einem 24-Stunden-Bereitschaftsdienst betreuen.
- Frauenhaus Fürstenwalde – Frauen helfen Frauen e. V.: Schutz, Unterkunft und psychosoziale Begleitung für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder. Angeboten werden auch externe und präventive Beratung, aufsuchende Beratung nach Polizeieinsätzen sowie Nachbetreuung. Kontakt: 03361 57481, www.nbfev.de/fuerstenwalde
- Frauenhaus Eisenhüttenstadt – Frauen für Frauen e. V.: Schutz und Beratung für Frauen und Kinder bei häuslicher Gewalt. Kontakt: 03364 43786, Bereitschaft: 0162 6435546, www.nbfev.de/eisenhuettenstadt
„Im Familienkontext ist natürlich immer auch das Jugendamt als Ansprechpartner erreichbar, aber auch der Sozialpsychiatrische Dienst für besondere Belange beziehungsweise verweisend im Einsatz. Wir konzentrieren uns bei der Arbeit natürlich sehr auf diejenigen, die Gewalt erfahren oder sich von ihr bedroht fühlen. Der Appell, sich Hilfe zu suchen, steht aber immer im Gesamt-Familienkontext. Berater in den jeweiligen Stellen sind geschult, für beide Seiten Lösungen zu finden.“
Katja Kaiser, Dezernentin für Jugend, Soziales und Kultur im Landkreis Oder-Spree
Der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises ist Ansprechpartner für Erwachsene in psychischen Krisen. Er berät, schätzt Unterstützungsbedarfe ein und vermittelt bei Bedarf medizinische, psychiatrische oder psychosoziale Hilfen. Die polizeiliche Gefahrenabwehr und eine spezialisierte Gewaltberatung kann er jedoch nicht ersetzen.
Mit Blick auf die Zukunft besteht nach Einschätzung des Landkreises weiterer Bedarf an Plätzen in Frauenhäusern, der auch finanziell in den Strukturen nachgesteuert werden muss. Auf Landesebene soll die Bedarfslage konkret ermittelt werden, um die notwendigen Kapazitäten abschätzen zu können. Mit dem Bekenntnis zur Istanbul-Konvention und dem Gewaltschutzgesetz wird die Ausweitung von Frauenschutzplätzen bundesweit vorangetrieben und mit dem zuletzt verabschiedeten „Leitfaden zum Hochrisikomanagement" des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ) in den Beratungsstellen umgesetzt.
Weitere Anlaufstellen und Angebote
- Allgemeiner Sozialer Dienst des Jugendamtes: Ansprechpartner, wenn Kinder oder Jugendliche von Gewalt betroffen sind, Gewalt miterleben oder eine Kindeswohlgefährdung vermutet wird. Der ASD berät, prüft den Schutzbedarf und veranlasst erforderlichenfalls Hilfen oder Schutzmaßnahmen. Er ist regional an den Standorten Beeskow, Eisenhüttenstadt, Fürstenwalde und Erkner erreichbar.
- Erziehungs- und Familienberatungsstellen: Beratung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei familiären Konflikten, Trennung und Scheidung, Gewalterfahrungen, Verhaltensauffälligkeiten und Krisen. Im Landkreis bestehen Angebote in Beeskow und Eisenhüttenstadt sowie der AWO in Fürstenwalde und Erkner. www.landkreis-oder-spree.de/Bildung-Soziales/Jugend-und-Familie/Erziehungs-und-Familienberatungsstellen
- Opferhilfe Land Brandenburg e. V. – Beratungsstelle Frankfurt (Oder): Fachberatung für Betroffene und Zeugen von Gewalt- und Sexualstraftaten sowie für Angehörige. Angeboten werden Krisenberatung, Stalkingberatung, psychotraumatologische Unterstützung und psychosoziale Prozessbegleitung. Telefon- und Videoberatung sind möglich. Kontakt: 0335 6659267
- WEISSER RING, Außenstelle Oder-Spree: Psychosoziale Begleitung und praktische Unterstützung für Opfer von Straftaten, unter anderem bei häuslicher Gewalt, Stalking und Körperverletzung. Kontakt: 03361 551643, bundesweites Opfer-Telefon: 116006
- Vertrauliche Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt: Betroffene können Verletzungen und Tatspuren medizinisch dokumentieren und sichern lassen, auch wenn sie zunächst keine Strafanzeige erstatten möchten. Die jeweils aktuellen Anlaufstellen veröffentlicht das Land Brandenburg unter https://rechtsmedizin.brandenburg.de/blr/de/vertrauliche-spurensicherung
Bundesweite Hotlines (rund um die Uhr, anonym, kostenfrei)
- Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen": Bundesweit, kostenfrei, anonym und rund um die Uhr unter 116016 erreichbar. Die Beratung wird auch in mehreren Sprachen angeboten und vermittelt bei Bedarf an regionale Hilfen.
- Telefonseelsorge: 0800 111 0111 oder 0800 111 0222
- Nummer gegen Kummer (für Kinder und Jugendliche): 116111




