Duale Ausbildung: Fundament der Brandenburger Wirtschaft
Brandenburgs Unternehmen investieren trotz wirtschaftlicher Herausforderungen weiter in den Fachkräftenachwuchs – die Kammern ziehen eine positive Bilanz zum Ausbildungsstart.

Mit 5.395 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen (Stand 31. August 2026) bei den Industrie- und Handelskammern Cottbus, Ostbrandenburg und Potsdam zeigt sich für das Ausbildungsjahr 2026/2027 ein stabiles Ausbildungsniveau und eine anhaltend hohe Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen.
Ina Hänsel, Präsidentin der IHK Potsdam für die Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs des Landes Brandenburg, sieht in der dualen Ausbildung weiterhin das Fundament für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen. Auch wenn viele Branchen vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen stünden, werde nach wie vor auf hohem Niveau ausgebildet – ein starkes Bekenntnis zum Standort Brandenburg und zur Verantwortung gegenüber der jungen Generation.
Künstliche Intelligenz als Chance
Die Kammern werben für das Zusammenspiel beruflicher und akademischer Bildung. Junge Menschen bräuchten nicht die Botschaft, dass nur ein bestimmter Bildungsweg der richtige sei, so Hänsel. Die positiven Ausbildungszahlen zeigten, dass die duale Ausbildung in Brandenburg ein Erfolgsmodell sei. Künstliche Intelligenz und Digitalisierung seien dabei keine Bedrohung, sondern eine Chance: Sie könnten Lehrkräfte entlasten, individuelles Lernen stärken und die Verbindung zwischen Betrieb und Berufsschule verbessern. Investitionen in moderne Lernorte, digitale Infrastruktur und die Kompetenzen der Lehrkräfte machten die duale Ausbildung attraktiver und Brandenburg stärker für die Fachkräfte von morgen.
Politik muss Rahmenbedingungen verbessern
Die IHKs fordern zudem leistungsfähige Berufsschulstandorte, bessere Mobilitätsangebote für Auszubildende – etwa engere Fahrplantaktung und einen Ausbau des ÖPNV –, weniger bürokratische Belastungen sowie eine stärkere Unterstützung der Unternehmen bei der Gewinnung und Integration von Nachwuchskräften.
Jetzt schon an morgen denken
Auch nach Ausbildungsstart bestehen weiterhin gute Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg. Über die IHK-Plattform www.mach-es-in-brandenburg.de werden ganzjährig Ausbildungsplätze, Praktika, Ferienjobs sowie Services zur Berufsorientierung angeboten.
Stichtag 31. August 2026 – die Bezirke im Überblick:
IHK-Bezirk Cottbus:1.518 neue Ausbildungsverträge (–0,3 Prozent zum Vorjahr). Zuwächse bei Bau, Metall und Handel, rückläufig in der Elektrotechnik. Die meisten ausländischen Azubis kommen aus Vietnam und der Ukraine.
IHK-Bezirk Ostbrandenburg:1.321 neue Ausbildungsverträge (+2,2 Prozent). Schwerpunkt kaufmännischer Bereich (Verkäufer/in, Kaufleute im Einzelhandel und für Büromanagement), gefolgt von Industriemechaniker/in und Koch/Köchin. Die meisten ausländischen Azubis (68) kommen aus Vietnam.
IHK-Bezirk Potsdam:2.556 neue Ausbildungsverträge (+2,5 Prozent), Schwerpunkt Handel. Auch hier kommen die meisten ausländischen Azubis aus Vietnam.
Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) ist eine Kooperation der drei Industrie- und Handelskammern im Land Brandenburg und vertritt die Interessen von rund 160.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.




