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Brandenburg und Helsinki-Uusimaa wollen Nord-Süd-Achse stärken

Wie lassen sich die Verkehrsverbindungen zwischen Mittel- und Nordeuropa verbessern? Darüber haben Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach, die Regionalbürgermeisterin von Helsinki-Uusimaa, Tuija Telén, und Helsinkis stellvertretende Bürgermeisterin für Stadtentwicklung, Johanna Laisaari, am 28. September 2026 in Brüssel beraten.

Brandenburg gilt dabei als naheliegender Partner der finnischen Region. Als direkter Nachbar Polens ist das Land ein Tor zu den Märkten Mitteleuropas und ein zentraler Knotenpunkt für Verbindungen in Nord-Süd- wie in Ost-West-Richtung. In Brandenburg treffen der Nordsee-Ostsee-Korridor und der Skandinavien-Mittelmeer-Korridor aufeinander – zwei wichtige Achsen des europäischen Verkehrsnetzes.

„Deutschland ist der größte Markt Europas, und leistungsfähige Verbindungen nach Polen sowie weiter ins Baltikum, Skandinavien und nach Finnland stärken die wirtschaftlichen Chancen ganz Europas. Wir haben ein gemeinsames Interesse daran, ein Verkehrsnetz zu entwickeln, das Mittel- und Nordeuropa besser miteinander verbindet“, sagt Robert Crumbach.

Drei Korridore kreuzen sich in Helsinki

Auch die finnische Hauptstadtregion nimmt auf der europäischen Verkehrskarte eine besondere Stellung ein: Dort kreuzen sich drei EU-Verkehrskorridore. Sie verbinden Finnland über Schweden, das Baltikum und Polen mit Deutschland und weiter mit Mittel- und Südeuropa. Über die Route Stockholm–Turku–Helsinki führt ein Weg durch Skandinavien bis nach Deutschland und Italien. Die Achse Tampere–Helsinki–Tallinn–Warschau bindet Finnland an das Baltikum, Polen und die Märkte Mitteleuropas an.

Mit der Fertigstellung von Rail Baltica erhält die Verbindung zwischen Helsinki und Tallinn eine neue Bedeutung, denn sie rückt Finnland näher an das europäische Schienennetz heran.

„Ein Helsinki–Tallinn-Tunnel würde Finnlands Verbindung zu Europa auf eine völlig neue Ebene heben. Der Tunnel würde Rail Baltica ergänzen und Finnland über Tallinn, die baltischen Staaten und Polen direkt an das europäische Eisenbahnnetz anbinden. Seine Bedeutung reicht weit über Helsinki und Finnland hinaus“, erklärt Johanna Laisaari.

EU will Mittel für Verkehrswege verdoppeln

Im veränderten sicherheitspolitischen Umfeld ist eine engere Anbindung Nordeuropas an Mitteleuropa sowohl eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit als auch der Sicherheit. Die kommende EU-Haushaltsperiode bietet dafür eine seltene Gelegenheit: Nach dem Vorschlag der EU-Kommission soll die Fazilität „Connecting Europe“ (CEF) im Verkehrsbereich für die Jahre 2028 bis 2034 von derzeit 25,8 Milliarden Euro auf 51,5 Milliarden Euro steigen. Davon sind 17,65 Milliarden Euro für militärische Mobilität und Infrastruktur mit doppeltem Verwendungszweck vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt auf grenzüberschreitenden Verbindungen.

„In der kommenden Haushaltsperiode wird deutlich mehr EU-Finanzierung für die europäische Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung stehen. Das eröffnet Finnland eine wichtige Chance, grenzüberschreitende Verbindungen voranzubringen. Wir müssen in der Lage sein, die Finanzierung für Projekte zu nutzen, die Finnlands Anbindung an das übrige Europa stärken“, sagt Tuija Telén.

Hintergrund: Die beiden KorridoreSkandinavien-Mittelmeer-Korridor: Der Korridor gehört zum transeuropäischen Verkehrsnetz TEN-V. Er ist der längste und einer der wirtschaftlich bedeutendsten Nord-Süd-Verkehrskorridore der Europäischen Union und verbindet Nordeuropa direkt mit dem Mittelmeerraum. Uusimaa und Brandenburg sind Mitglieder der Scandria Allianz, eines internationalen Netzwerks, das die Entwicklung des Korridors vorantreibt. Tuija Telén und Robert Crumbach sind stellvertretende Vorsitzende der Allianz.Nordsee-Ostsee-Korridor: Auch dieser Korridor ist Teil des TEN-V-Netzes. Er bildet eine wichtige logistische Achse, die den Ostseeraum und die baltischen Staaten mit den Märkten Mitteleuropas und den großen Nordseehäfen verbindet. Zu seinen bekanntesten Projekten zählt die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Rail Baltica, die die baltischen Staaten stärker integriert.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg