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Brandenburg: FLB behält eigenständigen Frauen- und Mädchenausschuss

Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) hält an seinem eigenständigen Frauen- und Mädchenausschuss (FMA) fest. Der Verbandsvorstand hat entschieden, einen im Organisationsentwicklungsprozess diskutierten Vorschlag nicht weiterzuverfolgen, nach dem die Aufgaben des Ausschusses in andere Fachstrukturen des Verbandes eingegliedert werden sollten.

Mit den Überlegungen wollte der Verband seine Strukturen nachhaltig weiterentwickeln, die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt stärken und den Frauen- und Mädchenfußball langfristig noch besser verankern. Der Strukturvorschlag war zuletzt aus unterschiedlichen Perspektiven intensiv diskutiert worden.

FLB-Präsident Jens Kaden nahm unter anderem an gemeinsamen Beratungen des Frauen- und Mädchenausschusses mit dem Jugend- und dem Spielausschuss teil. Auch mit der Initiativgruppe für den Erhalt des FMA gab es einen persönlichen Austausch. Zudem floss ein Gespräch mit Matthias Reer, dem Leiter der Struktur-AG im Organisationsentwicklungsprozess, in die Bewertung ein. Nach Angaben des Verbandes konnten die unterschiedlichen Sichtweisen dabei zusammengeführt und bestehende Differenzen ausgeräumt werden. Die Argumente und Erfahrungen aus diesen Gesprächen führten schließlich dazu, dass der Vorstand den Vorschlag neu bewertete.

„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Sichtweisen zusammenzubringen, Argumente aufzunehmen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Genau das haben wir getan. Unser gemeinsames Ziel war und ist es, den Frauen- und Mädchenfußball in Brandenburg weiterzuentwickeln. Wir haben jetzt einen Weg gefunden, auf dem wir die Eigenständigkeit des Ausschusses erhalten und gleichzeitig die Zusammenarbeit innerhalb unseres Verbandes weiter stärken können.“Jens Kaden, FLB-Präsident

Zwei Kandidatinnen für den Vorsitz

Mit der Fortführung des FMA ist zugleich ein personeller Neustart verbunden. Beim Verbandstag am 10. Oktober kandidieren Kirsten Fritzsche und Kerstin Grothe-Benkenstein für den Vorsitz des Ausschusses.

Fritzsche engagiert sich im Kinder- und Jugendfußball. Sie möchte vor allem die Rahmenbedingungen für Mädchen und Frauen verbessern, Vereine beim Aufbau neuer Mädchenmannschaften unterstützen und mehr Frauen für Aufgaben als Trainerin und im Ehrenamt gewinnen. Besonders wichtig ist ihr, den Frauen- und Mädchenfußball als festen Bestandteil strategischer Entscheidungen des Verbandes zu etablieren.

Grothe-Benkenstein bringt langjährige Erfahrung aus der Vereins-, Kreis- und Verbandsarbeit mit. Unter ihrer Mitwirkung wuchs der Meisterschaftsspielbetrieb der Frauen im Fußballkreis Havelland von sechs auf 14 Mannschaften. Zudem war sie am Aufbau eines zusätzlichen Großfeld-Spielbetriebs beteiligt. Auf Landesebene setzt sie unter anderem auf eine stärkere Vernetzung der Fußballkreise, mehr Frauen in ehrenamtlichen Funktionen und eine enge Zusammenarbeit mit den anderen Ausschüssen des Verbandes.

Projekt „FFiF – Für Frauen im Fußball“

Der Neustart des Ausschusses soll eng mit dem FLB-Projekt „FFiF – Für Frauen im Fußball“ verknüpft werden. Das Projekt verfolgt einen umfassenden Ansatz: Neben der Gewinnung von Spielerinnen und passenden Spielangeboten zählen Qualifizierung und Ehrenamt, die Gewinnung von Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen, Sichtbarkeit und Vernetzung sowie die Zusammenarbeit von Schulen, Kitas und Vereinen zu den zentralen Handlungsfeldern.

Das Projekt FFiF in ZahlenMehr als 4.000 aktive Spielerinnen sind im Verbandsgebiet registriert.2025 wurden mehr als 50 Trainerinnen in Women-Only-Kursen qualifiziert.Die Zahl der Referentinnen in der Ausbildung stieg von null auf vier.Fortbildung „Schule des Kleinfeldfußballs“ für zwölf Lehrkräfte und 20 angehende AG-Leiterinnen und -Leiter.2026 bereits mehr als 75 Beiträge zum Mädchen- und Frauenfußball, ein Podcast und der Aufbau eines Trainerinnen-Netzwerks.Seit 2025 engere Zusammenarbeit mit der Brandenburgischen Sportjugend und ein eigener Schulkoordinator.

Darauf will der FLB aufbauen. Geplant sind weitere Tage des Mädchenfußballs, spezielle Women-Only-Angebote für Trainerinnen und Schiedsrichterinnen sowie zusätzliche Netzwerk- und Qualifizierungsangebote. Als Repräsentantin hat das Projekt Merle Kirschstein gewonnen, Kapitänin des 1. FFC Turbine Potsdam. Künftig bringt sich außerdem Turbine-Vizepräsident Uwe Reher in die Weiterentwicklung von FFiF ein.

„Wir haben ambitionierte Ziele und gleichzeitig schon einiges auf den Weg gebracht. FFiF zeigt, dass es dabei nicht allein um die Zahl der Spielerinnen geht. Wir wollen Frauen und Mädchen auf allen Ebenen des Fußballs gewinnen, qualifizieren, vernetzen und sichtbar machen. Ein neu aufgestellter Frauen- und Mädchenausschuss kann dabei wichtige Impulse setzen und gemeinsam mit unseren Vereinen, Fußballkreisen, dem Hauptamt und den weiteren Gremien diese Entwicklung vorantreiben.“Jens Kaden, FLB-Präsident

Den Organisationsentwicklungsprozess und die jüngsten Diskussionen versteht der Verband nicht als Abschluss, sondern als Grundlage für die weitere Arbeit. Der Frauen- und Mädchenausschuss soll zugleich stärker in die strategische Entwicklung und die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche des FLB eingebunden werden. Im Mittelpunkt stehen die Unterstützung der Vereine, eine engere Vernetzung innerhalb des Verbandes sowie die weitere Förderung und Sichtbarkeit des Frauen- und Mädchenfußballs. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Verbandes unter flb.de.

Quelle: Fußball-Landesverband Brandenburg