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Ostbrandenburg: Weniger Arbeitslose, mehr Lehrstellen

Der Arbeitsmarkt in Frankfurt (Oder), Oder-Spree und Märkisch-Oderland hat sich im Oktober leicht belebt: Die Arbeitslosenquote sank auf 6,4 Prozent. Zugleich ziehen die Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder), die IHK Ostbrandenburg und die Handwerkskammer Bilanz am Ausbildungsmarkt – mit mehr Bewerbern und mehr Lehrstellen als im Vorjahr.

Leichte Herbstbelebung im Oktober

Im Oktober waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder) – der Stadt Frankfurt (Oder) und den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland – insgesamt 14.566 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 179 weniger als im September und 93 weniger als im Oktober 2025. Die Arbeitslosenquote liegt mit 6,4 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

Torsten Hesse, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Frankfurt (Oder): „Die Zahl der Arbeitslosen ist leicht zurückgegangen, sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Abmeldungen in Arbeit liegen über dem Niveau des Vorjahres und wir haben mehr offene Stellen. Trotzdem gibt es noch keine Trendumkehr in Ostbrandenburg: Wir haben mehr Arbeitslosmeldungen als im letzten Jahr und die Jugendarbeitslosigkeit steigt.“ Die Agentur investiere deshalb weiter in Beratung, Aktivierung und Förderung.

Neu arbeitslos meldeten sich im Oktober 2.561 Menschen, 2.744 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank auf 6.123 – 177 weniger als vor einem Jahr. Bei den unter 25-Jährigen gab es dagegen einen Anstieg: 1.505 junge Menschen waren arbeitslos gemeldet, 100 mehr als im Oktober 2025. Die Jugendarbeitslosenquote stieg damit von 7,4 auf 7,7 Prozent.

In der Stadt Frankfurt (Oder) waren 2.697 Menschen arbeitslos, 112 weniger als im September. Die Quote sank von 9,6 auf 9,2 Prozent und liegt damit auf Vorjahresniveau. Im Landkreis Oder-Spree waren 5.780 Menschen arbeitslos gemeldet, 84 weniger als im September und 210 weniger als vor einem Jahr. Die Quote ging hier auf 6,1 Prozent zurück (Oktober 2025: 6,4 Prozent). Im Bereich der Geschäftsstelle Eisenhüttenstadt waren 1.689 Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 6,9 Prozent.

Arbeitslose und Quoten im Oktober 2026Frankfurt (Oder):2.697 Arbeitslose, Quote 9,2 ProzentLandkreis Oder-Spree:5.780 Arbeitslose, Quote 6,1 ProzentGSt Eisenhüttenstadt:1.689 Arbeitslose, Quote 6,9 ProzentGSt Fürstenwalde:4.091 Arbeitslose, Quote 5,9 ProzentLandkreis Märkisch-Oderland:6.089 Arbeitslose, Quote 5,8 ProzentOstbrandenburg gesamt:14.566 Arbeitslose, Quote 6,4 Prozent

Die Unternehmen in der Region meldeten im Oktober 634 neue offene Stellen, 76 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren 3.649 Stellen als offen gemeldet. Die meisten davon entfallen auf Fachkräfte für Maschinen und Anlagen (418), für Mechatronik (362) sowie auf Helfer im Bereich Kran- und Hebetechnik (294) und in der Lagerwirtschaft (242). Im Landkreis Oder-Spree kamen die meisten neuen Stellen aus Gesundheit, Sozialem, Lehre und Erziehung, in Frankfurt (Oder) aus Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit.

Ausbildungsmarkt: Mehr Bewerber, mehr Lehrstellen

In ihrer gemeinsamen Jahresbilanz zum Ausbildungsmarkt melden Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer für Ostbrandenburg 2.122 betriebliche Lehrstellen – 88 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 2,5 Prozent. Zugleich nutzten 2.218 Jugendliche die Berufsberatung bei der Lehrstellensuche, 162 mehr als im Vorjahr. Zum Stichtag 30. September waren bis auf 92 Jugendliche alle versorgt: Sie hatten eine Lehrstelle, ein schulisches Angebot oder eine andere Alternative gefunden. 187 betriebliche Ausbildungsplätze blieben unbesetzt, 26 weniger als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt Ostbrandenburg (Stand 30. September 2026)Gemeldete Lehrstellen:2.122 (88 mehr als im Vorjahr)Bewerberinnen und Bewerber:2.218 (162 mehr als im Vorjahr)Unbesetzte Lehrstellen:187 (26 weniger als im Vorjahr)Noch ohne Ausbildungsplatz:92 Jugendliche (2 weniger als im Vorjahr)

Die meisten Ausbildungsstellen gab es für Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer, Industriemechaniker, Kaufleute für Büromanagement, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker für Betriebstechnik, Fachkräfte für Lagerlogistik sowie Köche. Bei den Mädchen waren Kauffrau für Büromanagement, Verkäuferin und Kauffrau im Einzelhandel am beliebtesten, bei den Jungen Kfz-Mechatroniker für Pkw-Technik, Verkäufer und Kaufmann im Einzelhandel.

„Trotz konjunktureller Schwäche ist das Ausbildungsinteresse in Ostbrandenburg stabil geblieben“, sagt Torsten Hesse. Obwohl es mehr Bewerber und mehr Ausbildungsplätze gab, sei die Zahl der Jugendlichen, die tatsächlich in eine Ausbildung gestartet sind, leicht gesunken. Mehr ehemalige Bewerber hätten sich stattdessen für Schule oder Studium entschieden. „Strukturell bleibt die Passung von Angebot und Nachfrage eine große Herausforderung“, so Hesse. Künftig werde es jedes Jahr weniger Schulabgänger geben, während ältere Beschäftigte aus starken Jahrgängen die Betriebe verlassen. Sein Rat an Schülerinnen und Schüler: „Beratungstermin der Berufsberatung an der Schule sichern und jede Möglichkeit von betrieblichen Praktika nutzen.“

Michael Völker, Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung bei der IHK Ostbrandenburg, betont die weiterhin große Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen, die sich zunehmend auch für junge Menschen aus dem Ausland öffnen. „Wenn trotzdem weniger Ausbildungsverträge geschlossen werden, ist das ein Signal: Unternehmen finden nicht die passenden Bewerber – Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt.“ Die Betriebe müssten intensiver suchen und während der Ausbildung mehr Unterstützung leisten.

Michaela Schmidt, Abteilungsleiterin Berufsbildung bei der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) – Region Ostbrandenburg: „Die weiter steigenden Lehrvertragszahlen zeigen: Ostbrandenburgs Handwerksbetriebe übernehmen Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs. Doch Ausbildung darf keine Selbstverständlichkeit sein, die das Handwerk dauerhaft allein finanziert – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.“ Bis 2030 blieben die Schülerzahlen in Brandenburg voraussichtlich stabil, danach kämen deutlich weniger Jugendliche auf den Ausbildungsmarkt. Umso wichtiger sei es, junge Menschen früh für das Handwerk zu begeistern.

Unterstützung für junge Menschen

Die Jugendberufsagentur Frankfurt (Oder) begleitet junge Menschen und ihre Eltern auch nach dem Ausbildungsstart – etwa bei der Suche nach offenen Ausbildungsplätzen, bei Fragen der beruflichen Orientierung oder bei Unterstützungsbedarf in Schule und Ausbildung, wie Kathleen Nepp, Bereichsleiterin des Jobcenters Frankfurt (Oder), erklärt. Bei der „Ausbildungsmesse Frankfurt (Oder) – Die Mitmachmesse!“ am 21. November 2026 auf dem Frankfurter Messegelände gibt es ein neues Angebot: Beraterinnen und Berater der Jugendberufsagentur gehen mit interessierten Jugendlichen gemeinsam über die Messe. „So kann Beratung und Unterstützung direkt erfolgen, kleine Hürden können abgebaut und Gespräche mit Firmen unterstützt werden“, so Nepp.

Im Landkreis Märkisch-Oderland setzt das Jobcenter für Jugendliche, die noch keine passende Ausbildung gefunden haben, unter anderem auf die Einstiegsqualifizierung. Dabei handelt es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Praktikum, bei dem sich Betrieb und Jugendliche vor dem Start der eigentlichen Ausbildung kennenlernen können.

Beratung und TermineSprechstunde:Jugendberufsagentur Frankfurt (Oder), jeden Donnerstag 14:00 bis 17:00 UhrAusbildungsmesse:Samstag, 21. November 2026, Messegelände Frankfurt (Oder)Online-Termin:Jobcenter Märkisch-Oderland: jobcenter-mol.de/termine-online

Quelle: Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder), IHK Ostbrandenburg, Handwerkskammer Region Ostbrandenburg