Frankfurt (Oder): Buslinie 983 nach Słubice wird eingestellt
Die grenzüberschreitende Buslinie 983 zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice wird zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 eingestellt. Das haben die Stadt Frankfurt (Oder) und die Gemeinde Słubice am 5. November 2026 gemeinsam mitgeteilt. Trotz intensiver Gespräche ist es nicht gelungen, eine langfristig tragfähige Finanzierung der Verbindung sicherzustellen.
Die Linie 983 verbindet seit Dezember 2012 die Stadtzentren von Frankfurt (Oder) und Słubice sowie wichtige Bildungs- und Verkehrseinrichtungen beider Städte. Täglich nutzen sie mehr als 1.000 Fahrgäste, darunter viele Berufspendler und Studierende. Die Verbindung ist damit zu einem wichtigen Bestandteil des grenzüberschreitenden Alltags geworden.
Linie 983 in Zahlen
Kosten zuletzt fast allein in Frankfurt (Oder)
Die Finanzierung der Verbindung hat sich im Laufe der Jahre mehrfach verändert. Nachdem die bisherigen Finanzierungsvereinbarungen 2019 ausgelaufen waren und die Linie wegen der Corona-Pandemie unterbrochen worden war, übernahm die Stadt Frankfurt (Oder) einen immer größeren Anteil der Kosten. Seit 2023 trägt sie die finanziellen Belastungen aus dem Betrieb im Wesentlichen allein. Das jährliche Defizit belief sich zuletzt auf rund 210.000 Euro.
Die Stadtverordnetenversammlung Frankfurt (Oder) hatte deshalb am 26. März 2026 beschlossen, den Betrieb der Linie 983 einzustellen, sofern bis zum Jahresende keine Einigung über eine gemeinsame Finanzierung erzielt wird. Mit der Einstellung zum Fahrplanwechsel wird dieser Beschluss nun umgesetzt.
Suche nach gemeinsamer Lösung ohne Erfolg
Beide Kommunen haben in den vergangenen Monaten intensiv nach einer Lösung gesucht. Dabei zeigte sich, dass die gemeinsame Finanzierung einer grenzüberschreitenden Busverbindung nicht nur finanziell, sondern auch rechtlich mit erheblichen Hürden verbunden ist.
Bereits seit 2023 wurde die Gründung eines Europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) vorbereitet, um eine verlässliche rechtliche Grundlage für die gemeinsame Finanzierung zu schaffen. Die erforderliche Zustimmung auf Słubicer Seite kam jedoch nicht zustande.
Auch andere Finanzierungsmodelle wurden geprüft. Für 2026 war auf Słubicer Seite eine Beteiligung in Höhe von 300.000 Złoty vorgesehen. Eine rechtlich und praktisch umsetzbare Vereinbarung, um diese Mittel zu übertragen, kam jedoch nicht zustande. Weitere Vorschläge fanden ebenfalls nicht die nötige Zustimmung. Entscheidend war dabei vor allem die Höhe der dauerhaft zu tragenden Kosten.
Unter den gegenwärtigen Bedingungen sind beide Kommunen nicht in der Lage, die Kosten für einen dauerhaften Betrieb zu tragen. Insbesondere Frankfurt (Oder) kann als Haushaltssicherungskommune die wachsenden Defizite im öffentlichen Nahverkehr nicht dauerhaft aus dem städtischen Haushalt ausgleichen.
Oberbürgermeister: „Schmerzlicher Schritt“
Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser erklärt dazu:
„Die Einstellung der Buslinie ist für unsere Doppelstadt ein schmerzlicher Schritt. Wir wissen, wie wichtig diese Verbindung für die Menschen auf beiden Seiten der Oder ist. Deshalb haben wir bis zuletzt nach Lösungen gesucht. Aber wir müssen auch anerkennen, dass die finanziellen Belastungen unter den derzeitigen Bedingungen nicht mehr tragbar sind.
Der öffentliche Nahverkehr wird für die Kommunen insgesamt zu einer immer größeren finanziellen Herausforderung. Steigende Personal- und Betriebskosten sowie zusätzliche Anforderungen an die Verkehrsunternehmen lassen den Finanzierungsbedarf wachsen. Gleichzeitig werden die verbleibenden Defizite durch die bestehenden Finanzierungsmechanismen von Bund und Ländern nicht ausreichend aufgefangen. Auch Verluste bei den Fahrgeldeinnahmen, etwa im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket, müssen dabei berücksichtigt werden. Die finanziellen Lasten bleiben zunehmend bei den Kommunen. Für Frankfurt (Oder) als Haushaltssicherungskommune ist diese Entwicklung besonders problematisch.“
Der öffentliche Nahverkehr wird für die Kommunen insgesamt zu einer immer größeren finanziellen Herausforderung. Steigende Personal- und Betriebskosten sowie zusätzliche Anforderungen an die Verkehrsunternehmen lassen den Finanzierungsbedarf wachsen. Gleichzeitig werden die verbleibenden Defizite durch die bestehenden Finanzierungsmechanismen von Bund und Ländern nicht ausreichend aufgefangen. Auch Verluste bei den Fahrgeldeinnahmen, etwa im Zusammenhang mit dem Deutschlandticket, müssen dabei berücksichtigt werden. Die finanziellen Lasten bleiben zunehmend bei den Kommunen. Für Frankfurt (Oder) als Haushaltssicherungskommune ist diese Entwicklung besonders problematisch.“
Bei grenzüberschreitenden Verbindungen kommen zusätzliche Schwierigkeiten hinzu, weil unterschiedliche nationale Rechts- und Finanzierungssysteme miteinander vereinbart werden müssen. Ohne zusätzliche Unterstützung, insbesondere durch europäische, nationale oder regionale Förderprogramme, ist ein dauerhafter Weiterbetrieb der Linie derzeit nicht möglich.
Die Stadt Frankfurt (Oder) und die Gemeinde Słubice bedauern die Einstellung ausdrücklich. Beide Kommunen wollen gemeinsam weiter nach Möglichkeiten für eine künftig finanzierbare grenzüberschreitende Verkehrsverbindung suchen. Die Zusammenarbeit beider Städte, etwa in den Bereichen Stadtentwicklung, Sicherheit, Kultur und Bildung, wird unverändert fortgesetzt.
Quelle: Stadt Frankfurt (Oder)




