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„Gerhart Hauptmann ist schuld!" – Ausstellung in Friedrichshagen
Ausstellung · Kultur

„Gerhart Hauptmann ist schuld!" – Erkneraner Museum unterstützt Ausstellung in Friedrichshagen

Quelle: Stadtverwaltung Erkner · 10.06.2026

Der Titel ist provokant – und genau das macht ihn so verlockend: „Gerhart Hauptmann ist schuld!" heißt die neue Ausstellung im Dichterkreis-Museum in Berlin-Friedrichshagen. Möglich wurde sie durch die Zusammenarbeit des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner mit dem Kulturhistorischen Verein Friedrichshagen e. V. Schon die auf drei Stunden angesetzte Vernissage mit Lesungen, Gesprächen und Buchvorstellung zog ein interessiertes Publikum an.

Stefan Rohlfs während der Vernissage
Der Leiter des Gerhart-Hauptmann-Museums Erkner, Stefan Rohlfs, während der Vernissage im Dichterkreis-Museum in Berlin-Friedrichshagen. Foto: Daniela Sell / Stadt Erkner
Vitrine mit Leihgaben aus dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner
Leihgaben aus dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner sind im Dichterkreis-Museum in Berlin-Friedrichshagen zu sehen. Foto: Daniela Sell / Stadt Erkner

Im Mittelpunkt steht der Schriftsteller Gerhart Hauptmann – und seine frühen Wegbegleiter, die sogenannten Friedrichshagener. Vor allem aber räumt die Ausstellung mit einer hartnäckigen Falschaussage auf: Hauptmann hat nie in Friedrichshagen gelebt. Auch seine frühen Weggefährten wohnten zu der Zeit, als der junge Hauptmann in Erkner lebte, noch nicht in dem kleinen Ort am Müggelsee.

Eine Verbindung, die blieb

Die Gemeinschaft, die als Friedrichshagener Dichterkreis bekannt wurde, besuchte Hauptmann gern in Erkner. Dort lernten die Autoren und Theaterreformer die Natur lieben und suchten sich später Wohnraum in Friedrichshagen – darunter Bruno Wille, die Brüder Heinrich und Julius Hart, Wilhelm Bölsche, Wilhelm Spohr, Peter Hille, Else Lasker-Schüler sowie Hugo Höppner (genannt Fidus). Als sie sich niederließen, war Hauptmann längst wieder aus Erkner fort. Entscheidend ist: Die Verbindung blieb.

In der von Wilhelm Bölsche betreuten Zeitschrift „Freie Bühne" erschienen Werke Hauptmanns. 1889 gründete sich der Verein „Freie Bühne", der moderne Theaterstücke zeitgenössischer Autoren aufführte – so kam es zur ersten Aufführung von Hauptmanns „Vor Sonnenaufgang". Friedrichshagener wie Bölsche, Wille oder Laura Marholm rezensierten die Dramen und trugen dazu bei, den Schriftsteller bekannt zu machen. Übrigens: Nach Friedrichshagen ging Hauptmann nur des Friseurs wegen – zu Meister Grätz in die Scharnweberstraße, weil es in Erkner keinen gab.

Ab 1890 zogen Wille, Bölsche, die Gebrüder Hart, der Publizist und Verleger Hermann Teistler und viele andere an den Müggelsee. Der kleine Ort wurde zum Anziehungspunkt für rebellische, literarische und künstlerische Persönlichkeiten aus Deutschland und dem europäischen Ausland – etwa Christian Morgenstern, Ola Hansson, Laura Marholm und August Strindberg. Nach drei Jahren intensiven Miteinanders begann sich der Kreis aufzulösen.

Leihgaben aus Erkner und ein Blick auf das Museum

Nun kommt Hauptmann per Ausstellung von Erkner ins Dichterkreis-Museum. Informative Tafeln erzählen vom Literaturnobelpreisträger, seinem Leben, seinen Veröffentlichungen, Aufführungen und Verfilmungen – und von den Friedrichshagenern. In den Vitrinen sind Leihgaben aus dem Erkneraner Museum zu sehen. Eine Schautafel widmet sich der Künstlerin Charlotte E. Pauly, die den Literaten zu Lebzeiten kannte und später ein großes Bildnis für das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium in Friedrichshagen schuf. Thema ist auch das Bemühen um ein würdiges Hauptmann-Museum – und der Grund, warum die Einrichtung in Erkner derzeit geschlossen ist.

Ausstellung & Buch im Überblick Die Ausstellung „Gerhart Hauptmann ist schuld!" ist bis zum Jahresende mittwochs, donnerstags und freitags von 12:00 bis 18:00 Uhr im Dichterkreis-Museum / Antiquariat Brandel, Scharnweberstraße 59, in Berlin-Friedrichshagen zu erleben. Gruppen werden um vorherige Anmeldung gebeten unter Telefon +49 30 64 11 160.

Der eigens aufgelegte Band „Sonnenaufgang in Erkner. Gerhart Hauptmann und seine Wegbegleiter aus dem Friedrichshagener Dichterkreis", herausgegeben von Lars-Broder Keil und Stefan Rohlfs, ist in der Verwaltung des Gerhart-Hauptmann-Museums, Friedrichstraße 67, in Erkner für 20 Euro erhältlich.
Quelle: Stadtverwaltung Erkner · Fotos: Daniela Sell / Stadt Erkner

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