Medienmitteilung der Stadt Frankfurt (Oder)
Große Ehre für die europäische Doppelstadt an der Oder
Im Rahmen des Deutsch-Polnischen Forums in Berlin haben Bundesaußenminister Johann Wadephul und der polnische Außenminister Radosław Sikorski am 17. Juni vor 700 geladenen Gästen den renommierten Deutsch-Polnischen Preis verliehen. Der Preis wird von den Regierungen beider Länder auf Basis des Nachbarschaftsvertrags vom 17. Juni 1991 für besondere Verdienste um die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen vergeben.
Neben dem Botschafter a.D. Janusz Reiter wurde das Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum der Stadt Frankfurt (Oder) für seine herausragenden Verdienste um die bilaterale Zusammenarbeit gewürdigt.
Den Preis für die Doppelstadt nahmen der Frankfurter Bürgermeister Claus Junghanns und der stellvertretende Bürgermeister von Słubice, Adam Szulczewski, in Berlin persönlich entgegen.
MdB Knut Abraham, Co-Vorsitzender der Jury und Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit, erklärte:
„Mit Janusz Reiter zeichnen wir einen der zentralen Mitgestalter des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags aus. Mit dem Frankfurt-Słubicer Kooperationszentrum würdigen wir eine besonders engagierte und innovative Institution der deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Grenzraum.“
In seiner Begründung hob Knut Abraham insbesondere das erfolgreiche Projekt „Grenzerfahrungen“ hervor. Dieses wurde im November vergangenen Jahres erstmals als „Monat der politischen Bildung“ initiiert. Vier Wochen lang verwandelte sich die Doppelstadt in einen Ort des Lernens und des Dialogs. Mehr als 40 größtenteils kostenfreie Veranstaltungen an 17 verschiedenen Orten, von Vorträgen und Diskussionen über Konzerte bis hin zu Stadtspaziergängen, brachten mehr als 1.000 Menschen auf beiden Seiten der Oder zusammen, um über Demokratie, Geschichte und aktuelle gesellschaftliche Fragen zu debattieren.
Das Programm „Grenzerfahrungen“ wurde von der Arbeitsgruppe für politisch-historische Bildung unter der Leitung des Kooperationszentrums konzipiert. Getragen wird das Format von einem breiten Netzwerk lokaler Akteurinnen und Akteure, darunter die Europa-Universität Viadrina, das Collegium Polonicum, die Stadtbibliotheken beider Städte, das Stasi-Unterlagen-Archiv, das Kleist Forum, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt sowie zahlreiche weitere Vereine, Initiativen und Kirchengemeinden der Doppelstadt.
Bürgermeister Claus Junghanns: „Der Preis ist eine große Ehre für unsere Doppelstadt, weil damit das Engagement vieler Menschen, die wir heute vertreten durften, gewürdigt wird.“
Die Anregung für das Projekt „Grenzerfahrungen“ bekam Frankfurt (Oder) aus der Stadt Cottbus, in der seit 2023 eine „Woche der politischen Bildung“ stattfindet. In der Doppelstadt ist daraus ebenfalls ein dauerhaftes Format geworden: Bereits im Mai 2026 fand zusammen mit einer Europawoche die zweite Auflage statt, die Fortsetzung für 2027 und 2028 ist bereits in Planung.
Der Monat der politischen Bildung „Grenzerfahrungen“ wird im Rahmen des Projekts „Bildungsbrücken bauen“ (2023–2026) von der Stadt Frankfurt (Oder) durchgeführt und durch das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Europäische Union aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF Plus) im Programm „Bildungskommunen“ gefördert.




