Wachstum in Brandenburg: Oder-Spree ist Industriemotor Ostbrandenburgs
Brandenburg gehört zu den wachstumsstärksten Bundesländern. Nach den vorläufigen Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt wuchs die Wirtschaft im ersten Halbjahr 2026 real um 1,4 Prozent. Damit liegt das Land gemeinsam mit Baden-Württemberg in der Spitzengruppe und deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 0,9 Prozent. Als industrieller Wachstumsmotor erweist sich laut IHK Ostbrandenburg der Landkreis Oder-Spree: Mit rund 6,2 Milliarden Euro erwirtschaftete er im ersten Halbjahr 83,6 Prozent des gesamten Industrieumsatzes in Ostbrandenburg. Seit 2020 stieg die Zahl der Industriebeschäftigten in der Region um 54,1 Prozent auf 24.462. IHK-Hauptgeschäftsführerin Monique Zweig fordert, diesen Impuls stärker mit dem Mittelstand, dem Handwerk, den Dienstleistern und den übrigen Teilräumen zu verknüpfen, um mehr Wertschöpfung in der Breite zu erreichen. „Wir brauchen weniger Hemmnisse, mehr Planungssicherheit, gute Fachleute und eine Infrastruktur, die wirtschaftliche Dynamik tatsächlich ermöglicht – nicht zuletzt gemeinsam mit unseren polnischen Nachbarn“, so Zweig.
Redmann will Verfassungsschutz Zugriff auf Führerscheindaten ermöglichen
Die Verfassungsschutzbehörden der Länder sollen im Kampf gegen Extremisten künftig Fahrerlaubnisdaten einsehen dürfen. Einen entsprechenden Entschließungsantrag hat Brandenburgs Innenminister Dr. Jan Redmann am 25. September in den Bundesrat eingebracht. Darin wird die Bundesregierung um eine Gesetzesinitiative gebeten. Bislang dürfen die Behörden lediglich Fahrzeughalterdaten abfragen – Fahrzeuge lassen sich aber auch mieten oder per Carsharing nutzen. Dadurch fehlen Informationen, um das Gefahrenpotenzial von Personen umfassend einzuschätzen. Ob eine Person, bei der tatsächliche Anhaltspunkte für extremistische Bestrebungen vorliegen, einen Lastkraftwagen führen dürfe, sei keine Nebensache, betont Redmann: „Es kann über Leben und Tod entscheiden.“ Der Antrag wird nun in den Ausschüssen des Bundesrates beraten, eine Beschlussfassung der Länderkammer ist für Mitte Oktober geplant.
Spatenstich für Handwerks-Ausbildungszentrum in Königs Wusterhausen
In Königs Wusterhausen hat der Bau des Leistungszentrums Nord (LZ Nord) der Handwerkskammer Cottbus begonnen. Beim Spatenstich übergab Wirtschaftsministerin Martina Klement einen Förderbescheid über rund 50 Millionen Euro an Kammerpräsidentin Corina Reifenstein. Auf einem rund 13.000 Quadratmeter großen Areal entsteht ein zweigeschossiges Ausbildungszentrum mit 7.000 Quadratmetern Nutzfläche. Geplant sind Werkstätten, Fachkabinette und Seminarräume für Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker und Metallbauer sowie Weiterbildungen etwa in Gebäudetechnik, Schweißen, Kfz-Technik und Digitalisierung. EU und Land fördern 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, unter anderem aus dem Just Transition Fund für den Strukturwandel. Den Eigenanteil von zehn Prozent tragen die Handwerksbetriebe des Kammerbezirks. „Das Land Brandenburg braucht Fachkräfte, um sich für die Aufgaben der Zukunft zu rüsten – und das gilt für das Handwerk ganz besonders“, so Klement.
Ernährungswirtschaft: Jeder zweite Betrieb meldet schlechtere Ergebnisse
Die Lebensmittelhersteller in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern geraten zunehmend unter Druck. Das zeigen zwei Unternehmensbefragungen, die der Verband pro agro und die Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern (AMV) beim 9. Norddeutschen Ernährungsgipfel in Rostock-Warnemünde vorgestellt haben. In beiden Ländern meldet jeweils jeder zweite Betrieb eine verschlechterte Ergebnislage. Im Brandenburger Branchenbarometer mit 96 Unternehmen bewerten 71 Prozent ihre Lage als angespannt, kritisch oder existenzbedrohend, 83 Prozent beobachten eine zunehmende Kaufzurückhaltung und 73 Prozent einen wachsenden Bürokratieaufwand. Die Befragungen sind nach Angaben der Verbände nicht repräsentativ, zeigen aber eine eindeutige Richtung. Zusätzliche Kosten ließen sich derzeit nicht beliebig über höhere Preise ausgleichen, betont pro-agro-Vorsitzende Dorothee Berger. Die Verbände fordern unter anderem, vor neuen Gesetzen die Gesamtbelastung der Betriebe zu prüfen und für kleinere regionale Produzenten Ausnahmen vorzusehen.
Brandenburger IHKs werben nach Olympia-Rückzug für EXPO 2035
Nach dem Rückzug der Olympia-Bewerbung sprechen sich die Brandenburger Industrie- und Handelskammern dafür aus, die Kräfte für eine EXPO 2035 in der Hauptstadtregion zu bündeln. „Die EXPO 2035 kann zum verbindenden Zukunftsprojekt der Hauptstadtregion werden“, sagt Jens Warnken, Präsident der IHK Cottbus, stellvertretend für die Kammern im Land. Eine Weltausstellung könne Investitionen anziehen, Innovationen beschleunigen und die internationale Sichtbarkeit von Berlin und Brandenburg stärken. Die nötigen Investitionen in Infrastruktur, Wohnraum und Fachkräfte müssten ohnehin getätigt werden – mit einer EXPO ließen sich aber mehr Tempo und zusätzliche Mittel in die Region holen. Warnken fordert deshalb ein klares Bekenntnis von Berlin, Brandenburg und dem Bund. Die Landesarbeitsgemeinschaft der drei Brandenburger IHKs vertritt rund 160.000 Unternehmen.
20. Schülerfirmenfachtag in Hirschluch bei Storkow
Zum 20. Mal kommen Brandenburger Schülerfirmen zu ihrer Fachtagung zusammen: Am 24. und 25. September präsentieren 20 Schülerfirmen aus dem ganzen Land in der Bildungs- und Begegnungsstätte Hirschluch bei Storkow ihre Produkte und Projekte. Bildungsminister Gordon Hoffmann und Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer eröffnen die Jubiläumsveranstaltung der Servicestelle Schülerfirmen bei kobra.net. In Branchenecken stellen die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Arbeit vor und berichten von ihren Erfahrungen. Landesweit gibt es rund 160 Schülerfirmen. Sie verbinden nach den Worten Hoffmanns Schule und Praxis unmittelbar und sind eine lebensnahe Vorbereitung auf das Berufsleben. Die Fachtagung findet seit 2003 statt, die Servicestelle wird von der EU und dem Land Brandenburg gefördert.
InnoTrans: Hauptstadtregion zeigt Stärke in der Bahntechnik
Zum 30-jährigen Jubiläum der InnoTrans präsentiert sich die Hauptstadtregion mit 75 Ausstellern an zwei Gemeinschaftsständen im CityCube (Halle B). Die internationale Leitmesse für Verkehrstechnologie läuft vom 22. bis 25. September auf dem Berliner Messegelände. Organisiert werden die Gemeinschaftsstände von der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg (WFBB) und Berlin Partner. Die Aussteller zeigen die ganze Bandbreite von der Fahrzeugherstellung über den Gleisbau bis zur Signaltechnik. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement und Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey besuchen die Messe und den Länderempfang der Gemeinschaftsstände. „Berlin und Brandenburg gehören gemeinsam zu den führenden Standorten der Schienenverkehrstechnik“, so Klement. Laut Giffey arbeiten in der Region mehr als 20.000 Menschen in über 100 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen der Branche.




