Frankfurt (Oder): Jugendliche aus Schostka berichten vom Leben im Krieg
16 Jugendliche aus den ukrainischen Städten Schostka und Sumy sind vom 21. September bis 2. Oktober 2026 in Frankfurt (Oder) und Słubice zu Gast. Im Projekt „Kriegstrauma-Bewältigung“ sollen sie ihre belastenden Erfahrungen mit Gesprächs-, Kunst- und Sporttherapien verarbeiten.
Am 28. September empfingen Frankfurts Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser und die Słubicer Bürgermeisterin Marzena Słodownik die Gruppe im Frankfurter Rathaus. Dort erzählten die Jugendlichen von ihrem Alltag unter ständiger Bedrohung und davon, was ihnen der zweiwöchige Aufenthalt bedeutet.
Schostka, die ukrainische Partnerstadt von Frankfurt (Oder) und Słubice, liegt 60 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Weite Teile der Stadt sind zerstört, fast alle Einwohnerinnen und Einwohner kennen Menschen, die im Krieg verletzt wurden oder ums Leben kamen. Mehrmals täglich warnen Sirenen vor Drohnenangriffen. Unterricht findet nur noch online statt, Sport ist nicht mehr möglich, und selbst Treffen mit Freunden in der Stadt können lebensgefährlich sein. Ein großer Teil des Lebens spielt sich in unterirdischen Schutzräumen ab.
„Wir wissen, dass wir bald nach Hause zurückkehren. Dort warten auf uns wieder Schutzräume, Angst und sehr schwere Tage.“Lisa
„Das Projekt ist für uns nicht nur eine Reise oder eine Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen. Es ist eine Chance, neue Kraft zu schöpfen, Unterstützung zu spüren und zu begreifen, dass wir nicht allein sind. Wir wollen die Kraft mit nach Hause nehmen, um etwas für unsere Freundinnen und Freunde, unsere Schule und unsere Stadt zu tun.“Nikita
Oberbürgermeister Strasser drückte den Jugendlichen sein Mitgefühl aus und verwies auf die Städtepartnerschaft mit Schostka, die seit 2022 besteht:
„Es ist furchtbar, dass ihr all das miterleben müsst. Dieser Krieg beraubt euch der Unbeschwertheit und des Glücks, auf das ihr ein Recht habt. Dieser Krieg raubt euch die Jugend. Auch wenn wir in Frankfurt mehr als 1500 Kilometer entfernt sind von diesem schrecklichen Krieg, schauen wir nicht weg.“Dr. Axel Strasser, Oberbürgermeister von Frankfurt (Oder)
Am Empfang nahm auch Gregor Beyer teil, Abteilungsleiter für Europa im Brandenburger Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa. Er sprach mit den Jugendlichen und sicherte dem Projekt seine Unterstützung zu.
Das Projekt „Kriegstrauma-Bewältigung“Das Land Brandenburg fördert das Projekt der Stadt Frankfurt (Oder) 2026 zum dritten Mal seit 2024. Zum Programm gehören psychologische Gruppen- und Einzelgespräche, Kreativ-Workshops im Brandenburgischen Landesmuseum für Moderne Kunst, Sport, Ausflüge nach Berlin und Zielona Góra sowie Begegnungen mit jungen Menschen im „verbuendungshaus fforst“, im Słubicer Herbert-Liceum und mit dem Deutsch-Polnischen Kompetenzteam der Pewobe.
Quelle: Stadt Frankfurt (Oder)




