Das Museum Utopie und Alltag verlängert seine erfolgreiche Sonderausstellung „Fremde Freunde. Völkerfreundschaft zwischen Ideal und Wirklichkeit“ bis zum 7. Juni 2026.

„FREUNDSCHAFT!“ – was in der DDR als Grußformel und politisches Programm galt, beleuchtet die Ausstellung in all ihren Widersprüchen. Sie zeigt, wie die junge DDR nach dem Zweiten Weltkrieg internationale Bündnisse suchte, besonders mit Ländern, die sich aus kolonialer Abhängigkeit befreiten. Vietnam, Ägypten, Kuba – die Verbindungen waren politisch, wirtschaftlich und kulturell eng geknüpft.

Plakat Weltfestpiele 1973, Gestaltung: Ingo Arnold © Nachlass Ingo Arnold, Museum Utopie und Alltag
Doch zwischen dem Ideal der Völkerfreundschaft und der gelebten Realität klaffte eine Lücke. Die Ausstellung arbeitet diese Diskrepanz anhand der Museumsbestände heraus: Importierte Genussmittel, Kinderbücher, Lehrmittel, Gemälde und Plastiken offenbaren sowohl rassistische Stereotypen als auch Versuche, diese zu überwinden. Thematisiert werden auch die Angriffe auf Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter in den 1980er Jahren, die lange verdrängt wurden.
Bewusst reflektiert die Ausstellung, dass die Museumsbestände vor allem die Perspektive einer als weiß vorgestellten Gesellschaft widerspiegeln. Stimmen von Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind kaum vertreten. In begleitenden Workshops, Gesprächsrunden und Depotbesuchen werden diese Leerstellen diskutiert und mit aktuellen Erfahrungen verbunden.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der weißensee kunsthochschule berlin.
Museum Utopie und Alltag
Erich-Weinert-Allee 3, 15890 Eisenhüttenstadt
Weitere Informationen: www.utopieundalltag.de
Vorschaubild: Ausstellungsansicht, Foto: Kevin Fuchs © Museum Utopie und Alltag.
Quelle: Museum Utopie und Alltag




