Die Deutsche Bahn hat den Zeitplan für die Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin erneut nach hinten verschoben. Die vollständige Wiedereröffnung ist nun erst für den 14. Juni 2026 geplant – sechs Wochen später als ursprünglich angekündigt. Brandenburgs Infrastrukturminister Detlef Tabbert reagierte mit scharfer Kritik.

Pendler müssen weiter leiden Besonders betroffen sind Pendlerinnen und Pendler in Brandenburg, die seit Monaten auf den Schienenersatzverkehr angewiesen sind. Tabbert bezeichnete die Situation als schwer vermittelbar: Viele Menschen hätten ihren Alltag, ihre Arbeitswege und Familienabläufe bereits umgestellt – und bekämen nun erneut die Botschaft, dass es noch länger dauere.
Ersatzverkehr: „Die reinste Zumutung“ Der Minister übte deutliche Kritik an der Qualität des Ersatzverkehrs. Berichte über veraltete, wenig komfortable Busse, Ausfälle und mangelhafte Fahrgastinformation seien nicht akzeptabel. Brandenburg habe für diesen Qualitätsmangel kein Geld bereitgestellt – Bahn und Auftragnehmer stünden in der Verantwortung.
Streit um Kostenverteilung Tabbert kritisierte zudem das finanzielle Ungleichgewicht: Die Länder sollen erhebliche Kosten für den Schienenersatzverkehr tragen, obwohl sie weder über Bauumfang noch Sperrzeiten mitentscheiden. Bund und Bahn müssten sich angemessen an den Mehrkosten beteiligen.
Klare Erwartung an die Bahn Trotz aller Kritik bekräftigte der Minister die grundsätzliche Unterstützung Brandenburgs für die Generalsanierung. „Wir brauchen am Ende eine zuverlässige, leistungsfähige und zukunftsfähige Verbindung zwischen Hamburg und Berlin“, so Tabbert. Sein Appell an die Bahn sei aber unmissverständlich: „Ich gehe davon aus, dass der 14. Juni nicht noch weiter verschoben wird. Das erwarte ich von der Bahn!“
Quelle: MIL Land Brandenburg




