Die Landesapothekerkammer Brandenburg kritisiert die jüngsten Vorschläge des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) scharf. Das Ministerium will zwar das Apothekenhonorar anheben, gleichzeitig aber auch den Kassenabschlag erhöhen – also jenen Betrag, den Apotheken an die Krankenkassen abführen müssen. Unter dem Strich bliebe den Apotheken damit kaum mehr Geld.

„Die Pläne, eine ohnehin überfällige Erhöhung des Apothekenfixums durch eine Erhöhung des Kassenabschlags gegenzufinanzieren, sind an Augenwischerei nicht zu übertreffen“, betont Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg.
Seit 2013 wurde das Apothekenhonorar nicht mehr angepasst. Allein bei einer Erhöhung entsprechend der Grundlohnrate müsste es 2026 bei 12,64 Euro liegen – rund 50 Prozent mehr als heute. Durch die ausbleibende Anpassung haben die Apotheken laut Kammer einen unfreiwilligen Sparbeitrag von 15,9 Milliarden Euro zugunsten der gesetzlichen Krankenversicherung geleistet. Hinzu kommen weitere 13,2 Milliarden Euro durch den Kassenabschlag im Zeitraum 2013 bis 2026.
Besonders kritisch sieht die Kammer das Missverhältnis in der GKV-Ausgabenstruktur: Während die Apotheken 2024 nur 1,8 Prozent der Gesamtausgaben ausmachten, entfielen auf die Verwaltungskosten der Krankenkassen 3,9 Prozent.
Die Kammer warnt vor den Folgen für die wohnortnahe Versorgung: „Ein solcher Taschenspielertrick ist keine Honoraranpassung und wird weitere Orte ohne Apotheke hervorbringen.“ Sie fordert, die im Koalitionsvertrag zugesicherte Honorarerhöhung ohne Tricks und weitere Verzögerung umzusetzen. „Faire Honorare sind keine Belohnung. Sie sind die Grundlage für Versorgung.“
Quelle: Landesapothekerkammer Brandenburg




