Eichenprozessionsspinner: Land sperrt Gewässer im Unterspreewald
Wegen eines massiven Befalls mit Eichenprozessionsspinnern hat das Landesamt für Bauen und Verkehr mehrere Gewässer im Unterspreewald bis auf Weiteres für den Schiffsverkehr gesperrt. Grund sind sowohl die gesundheitsschädlichen Brennhaare der Raupen als auch nicht beseitigte, sturzgefährdete Bäume entlang der Ufer.
Das Wichtigste in Kürze
- Etwa die Hälfte der schiffbaren Wasserflächen im Unterspreewald ist betroffen
- Grund: massiver Befall mit Eichenprozessionsspinnern, dadurch keine Verkehrssicherung an Uferbäumen möglich
- Sperrung gilt bis auf Widerruf, Dauer hängt vom weiteren Befall ab
- Kanutouren auf den übrigen Gewässern sind weiterhin möglich
- Gesperrte Abschnitte sind vor Ort mit Schifffahrtszeichen gekennzeichnet
Welche Gewässer sind gesperrt?
Auf Antrag des Landesamtes für Umwelt sperrt das Land Brandenburg folgende schiffbare Landesgewässer im Unterspreewald bis auf Widerruf für den Schiffsverkehr:
- Dresslerstrom
- Krausnicker Strom (Abschnitt Puhlstrom – Krausnicker Wehr)
- Krügerstrom
- Pfahlspree
- Puhlstrom (Spree – Abzweig Krausnicker Strom)
- Puhlstrom (Quasspree bis Unteres Puhlstromwehr)
- Schiwanstrom
- „Schnelle Katrin" (Zernias – Schiwanstrom)
- Schulzkastrom (Spree – Krausnicker Strom)
- Wasserburger Spree (Laubengang bis Wawi-Anlage Groß Wasserburg)
- Wasserburger Spree (Hauptspree – Kopelna / Schulzkastrom)
Auf den übrigen Gewässern können Kanutouren weiterhin stattfinden, allerdings ist auch dort erhöhte Vorsicht geboten, da einzelne Bäume außerhalb der eigentlichen Sperrbereiche ebenfalls befallen sein können.
Warum wird gesperrt?
Der Eichenprozessionsspinner hat sich in diesem Jahr landesweit besonders stark ausgebreitet – begünstigt durch trockene, warme Frühjahre und Spätsommer, wie sie der Klimawandel häufiger mit sich bringt. Die winzigen Brennhaare der Raupen enthalten ein Nesselgift, das bei Kontakt Hautreizungen, Quaddeln, Augenreizungen oder asthmaähnliche Beschwerden auslösen kann. Auch nach der Verpuppung im Juli bleibt die Gefahr bestehen: Die Gifthaare haften an den zurückgelassenen Gespinstnestern, werden vom Wind verteilt und können noch Jahre später allergische Reaktionen hervorrufen.
Weil Mitarbeitende des zuständigen Wasser- und Bodenverbandes sowie Forstleute die betroffenen Bereiche aus Gesundheitsschutzgründen derzeit nicht betreten können, lässt sich die reguläre Verkehrssicherung – etwa das Entfernen sturzgefährdeter Bäume und Äste über dem Wasser – vorübergehend nicht durchführen. Um Besucherinnen und Besucher vor herabfallenden Ästen und vor Kontakt mit den Raupen zu schützen, wurden die betroffenen Abschnitte deshalb für den Schiffsverkehr gesperrt.
Verhaltenshinweise bei Kontakt mit Raupen oder Nestern
- Abstand halten – weder Raupen noch (auch alte) Gespinste berühren
- Nester keinesfalls selbst entfernen, das übernehmen Fachfirmen oder die Kommune
- Befallene Bereiche meiden, Kinder und Hunde fernhalten
- Falls unvermeidbar: lange Kleidung und Kopfbedeckung tragen
- Nach möglichem Kontakt duschen, Haare waschen, Kleidung reinigen
- Bei starken oder anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen
- Hinweisschilder vor Ort beachten
Wer Nester oder Raupen entdeckt, sollte den Fund der zuständigen Forst- oder Kommunalbehörde melden. Wie lange die Sperrungen bestehen bleiben, hängt von der weiteren Entwicklung des Befalls ab und wird fortlaufend neu bewertet.
Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg / Biosphärenreservat Spreewald



