Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Brandenburg: Rund 5,5 Milliarden Euro Bruttoumsatz hat die Tourismus- und Freizeitwirtschaft im Land 2025 erwirtschaftet. Das zeigt die Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für das Bundesland Brandenburg 2025“ des Instituts dwif im Auftrag des Ostdeutschen Sparkassenverbands (OSV). Vorgestellt wurde sie am 8. Oktober 2026 beim Brandenburgischen Tourismustag.
Rund 2,6 Milliarden Euro Wertschöpfung bleiben demnach im Land. Der Tourismus erzeugt Einkommen in einer Größenordnung, die dem Einkommen von rund 90.200 Menschen entspricht, und bringt etwa 508 Millionen Euro an Steuern. Insgesamt wurden 2025 rund 130 Millionen touristische Aufenthaltstage in Brandenburg gezählt, etwas mehr als im Vor-Corona-Jahr 2019.
Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement sagte:
„Tourismus ist in Brandenburg weit mehr als ein Aushängeschild unseres Landes – er ist zudem ein verlässlicher Wirtschaftsfaktor im gesamten Land Brandenburg. 5,5 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2025 zeigen eindrucksvoll, welche Kraft in unserer Tourismuswirtschaft steckt. Davon profitieren nicht nur Hotels und Restaurants, Handel, Handwerk, Kultur, Freizeitangebote und viele Dienstleister im ganzen Land – sondern auch die Brandenburgerinnen und Brandenburger. Der Tourismus schafft in unserem Land Wertschöpfung, sichert Einkommen und stärkt damit gerade auch die ländlichen Regionen.“
Gastgewerbe profitiert am stärksten
Den größten Anteil hat das Gastgewerbe mit rund 2,7 Milliarden Euro Umsatz, gefolgt vom Einzelhandel mit knapp 1,5 Milliarden Euro und den Dienstleistungen mit rund 1,1 Milliarden Euro. Der Tourismus wirkt damit weit über die klassischen touristischen Betriebe hinaus.
Eine Besonderheit in Brandenburg ist der hohe Anteil an Tagesgästen: Etwa jeder zweite Euro, der in der Tourismusbranche erwirtschaftet wird, stammt von ihnen. Davon profitieren auch Städte und Regionen, die keine großen Übernachtungskapazitäten haben.
„Tourismus schafft Lebens- und Aufenthaltsqualität – für Gäste, aber eben auch die Menschen, die hier leben. Deshalb ist es unser gemeinsames Ziel, Brandenburg als attraktives und erlebnisreiches Reiseland weiterzuentwickeln. Unsere Aufgabe ist es, aus der stabilen Nachfrage noch mehr Wertschöpfung für unser Land zu erzeugen“, so Klement weiter.
Steigende Kosten, schwer planbare Nachfrage
Die Branche steht zugleich vor Herausforderungen. Die Nachfrage blieb 2025 zwar auf hohem Niveau und der Bruttoumsatz ist gestiegen, die Kosten haben sich aber deutlich erhöht. Hinzu kommt eine Nachfrage, die immer schwerer planbar ist und kurzfristig stark schwanken kann. Qualität bleibt deshalb ein entscheidender Wettbewerbsvorteil: Die Zufriedenheit der Gäste mit Brandenburger Unterkünften erreichte 2025 einen sogenannten TrustYou Performance Score von 84 von 100 Punkten.
„Viele engagierte Gastgeberinnen und Gastgeber, Unternehmen, Kommunen und Reiseregionen sorgen jeden Tag dafür, dass Brandenburg als Reiseland erfolgreich ist. Dafür gilt ihnen unser Dank. Jetzt kommt es darauf an, die hohe Nachfrage noch besser in Wertschöpfung umzusetzen – mit Qualität, Innovation und Angeboten, die unsere Gäste begeistern“, so die Ministerin.
Christian Jaschinski, Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg, ergänzte:
„In diesen Zeiten ist die Aufgabe der TMB wichtiger denn je. So sorgen wir zusammen mit rund 750 Redakteurinnen und Redakteuren sowie auf mehr als 1.300 Ausgabekanälen mit dem Content-Netzwerk dafür, dass Brandenburg sichtbar bleibt – im digitalen Bereich ebenso wie in beispielsweise KI-gestützten Reiseplanungen. Und als Partner im Destinationsmanagement geben wir Reiseregionen und Gastgebern, was sie jetzt brauchen: verlässliche Marktdaten, Impulse für Innovationen und ein starkes Netzwerk.“
Sparkassen-Tourismusbarometer als Kompass
Der Brandenburgische Tourismustag ist das wichtigste jährliche Branchentreffen des Landes. Mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismuswirtschaft, Reiseregionen, Verbänden, Politik und Verwaltung diskutierten dort über Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der Branche. Das Sparkassen-Tourismusbarometer des OSV untersucht regelmäßig die wirtschaftliche Entwicklung des Tourismus in Ostdeutschland.
Ludger Weskamp, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbands, sagte:
„Die Tourismus- und Freizeitbranche ist für Brandenburg weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor: Sie schafft Arbeitsplätze, Lebensqualität und Zukunftsperspektiven. Investitionen in die Infrastruktur kommen nicht nur Touristen, sondern auch den Einwohnern vor Ort zugute und werden von den Sparkassen gefördert. Eine wichtige Aufgabe besteht aktuell darin, die Qualität der Angebote weiter zu steigern und so die Wettbewerbsfähigkeit Brandenburgs als Tourismusstandort zu stärken.“
Die elf Sparkassen im Land haben dem brandenburgischen Gastgewerbe mit Stand Juni 2026 Kredite in Höhe von rund 209 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Tourismus in Brandenburg 2025 in Zahlen
Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg, TMB Tourismus-Marketing Brandenburg, Ostdeutscher Sparkassenverband




