Fahrplanwechsel: Wieder mehr Direktzüge nach Eisenhüttenstadt
Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 ändert sich im Regional- und S-Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg einiges. Die Länder Berlin und Brandenburg setzen gemeinsam mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) trotz angespannter Haushaltslagen auf bessere Anschlüsse, zusätzliche Verbindungen und ein besser abgestimmtes Angebot. Fahrgäste aus der Region profitieren vor allem auf der Linie RE1. Zum 1. Januar 2027 steigen zudem die Fahrpreise.
RE1: Längere Züge und mehr Direktverbindungen
Entlang der Linie RE1 (Magdeburg – Potsdam – Berlin – Frankfurt (Oder) – Eisenhüttenstadt) wurden im Rahmen des Projekts i2030 in den vergangenen Monaten die Bahnsteige in Hangelsberg, Berkenbrück, Jacobsdorf (Mark) und Pillgram verlängert. Ab dem Fahrplanwechsel halten dort sowie in Frankfurt-Rosengarten auch die längeren Züge mit bis zu 800 Sitzplätzen.
Auch das Angebot in Richtung Eisenhüttenstadt wird wieder besser: In der Hauptverkehrszeit fahren stündlich Direktzüge von und nach Berlin. Ausgenommen ist nur die Abfahrt gegen 7:30 Uhr ab Eisenhüttenstadt in Richtung Berlin.
Voraussichtlich ab Juli 2027 sollen außerdem die zusätzlichen Züge der Hauptverkehrszeit, die aus Frankfurt (Oder) kommend bislang in Erkner enden, bis nach Berlin durchfahren. Dann gibt es wieder insgesamt drei Verbindungen pro Stunde. Der neue Halt Fangschleuse wird bereits seit September 2026 von allen dort fahrenden Zügen bedient, das bleibt auch 2027 so.
RE10 übernimmt Expressfahrten nach Cottbus
Die direkten Fahrten zwischen Frankfurt (Oder) und Cottbus übernimmt künftig die Linie RE10 (Frankfurt (Oder) – Cottbus – Falkenberg (Elster) – Leipzig) statt des RE1. Das Angebot wird an die veränderten RE1-Fahrten nach Eisenhüttenstadt angepasst: Am Nachmittag gibt es neue Verbindungen etwa im Drei-Stunden-Takt, die Fahrten am Morgen bleiben weitgehend unverändert. Auf den Strecken Cottbus – Falkenberg (Elster) – Leipzig und Hoyerswerda – Ruhland – Falkenberg (Elster) ändern sich zudem die Stunden, in denen die zweistündlich verkehrenden Linien fahren.
Auf einen Blick
Neue Netze Nord-Süd und Berlin-Stettin
Die größten Angebotserweiterungen bringt der Start der beiden neuen Netze Nord-Süd und Berlin-Stettin. Die Linien RE3 (Stralsund – Berlin – Lutherstadt Wittenberg), RE4 (Stendal – Rathenow – Berlin – Falkenberg (Elster)) und RE5 (Rostock bzw. Stralsund – Neustrelitz – Berlin – Ludwigsfelde) sollen ab Dezember 2026 auf dem gesamten Streckenweg stündlich fahren. Die letzten RE5-Züge zwischen Berlin und Neustrelitz verkehren künftig auch unter der Woche bis 23:00 Uhr und damit täglich. Montag bis Freitag fährt der RE5 tagsüber stündlich bis Ludwigsfelde. Auf RE4 und RE5 setzt DB Regio redesignte Doppelstockwagen mit mehr Komfort und moderner Fahrgastinformation ein.
Schwedt (Oder) wird künftig über die Linie RB61 angebunden, die auf einen Stundentakt verdichtet wird. In Angermünde besteht Anschluss an den RE3 von und nach Berlin. Die bisherigen Verstärkerfahrten des RE3 zwischen Angermünde und Berlin in der Hauptverkehrszeit fahren neu als Linie RE9. Wegen des andauernden Ausbaus der Strecke nach Stettin verkehrt sie zunächst nur zwischen Angermünde und Berlin Hbf.
Für den RE3 hat DB Regio zwölf neue doppelstöckige Triebzüge vom Typ KISS bei Stadler bestellt. Wegen Lieferverzögerungen bei einem zentralen Zulieferer stehen sie zum Start nicht bereit, laut den aktualisierten Lieferplänen sollen sie schrittweise ab der zweiten Jahreshälfte 2027 eingesetzt werden. Bis dahin fahren auf den Nord-Süd-Linien fünfteilige Doppelstockzüge mit Lok. Auf den Linien RB24 und RB32 kommen deshalb übergangsweise Talent-2-Züge mit überwiegend 420 Sitzplätzen zum Einsatz.
Lehrter Bahn: Sanierung dauert länger
Die DB InfraGO hat die Generalsanierung der Lehrter Bahn auf den gesamten Zeitraum von Oktober 2026 bis Dezember 2027 ausgedehnt. Ursprünglich waren nur zwei Sperrungen von jeweils etwa zwei Monaten vorgesehen. Der RE4 fährt deshalb voraussichtlich bis Juli 2027 nur zwischen Wustermark und Falkenberg (Elster), danach bis zum Beginn der letzten Sanierungsphase am 16. Oktober 2027 zwischen Nennhausen und Falkenberg (Elster). Vom 16. Oktober bis Dezember 2027 wird zudem der Bahnhof Berlin-Spandau gesperrt. Das Ersatzverkehrskonzept wird noch erarbeitet. Die RB21 (Berlin Gesundbrunnen – Wustermark – Potsdam) kann regulär fahren.
Weitere Änderungen im Überblick
Fahrpreise steigen ab 1. Januar 2027
Auf Grundlage des VBB-Tarifindex steigen die Fahrpreise zum 1. Januar 2027 um durchschnittlich rund 3,75 Prozent. Als Gründe nennt der VBB die weiterhin hohen Kosten für Kraftstoffe, Personal und Investitionen. Das Deutschlandticket kostet dann 66,80 Euro statt bisher 63 Euro im Monat. Alle neuen Tarife gibt es auf der Ticketseite des VBB.
Quelle: VBB Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg




