Der Ärztemangel im ländlichen Raum wird zum echten Problem: In Brandenburg war 2020 rund ein Drittel der niedergelassenen Haus- und Fachärzte bereits 60 Jahre oder älter. Der Landkreis Oder-Spree reagiert seit 2024 mit einem eigenen Programm, der MedEx (Medizin-Exkursion).

Dabei besuchen Medizinstudierende an zwei Tagen Krankenhäuser, Ärztehäuser und weitere Einrichtungen in der Region und sprechen direkt mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Personalverantwortlichen. Nebenbei lernen sie auch die Lebensqualität vor Ort kennen – Natur, bezahlbaren Wohnraum und Co. Unterkunft und Verpflegung übernimmt der Landkreis.
Ziel ist es, junge Medizinerinnen und Mediziner möglichst früh für die Region zu begeistern, bevor sie sich beruflich festlegen. Unterstützt wird das Programm fachlich von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), die auch über das Brandenburgische Landärztestipendium informiert – bis zu 1.000 Euro monatlich für Studierende, die sich zu fünf Jahren Tätigkeit in einer unterversorgten Region verpflichten.
2026 fand die MedEx bereits zum dritten Mal statt, diesmal mit drei Studierenden im Großraum Eisenhüttenstadt, unter anderem im Städtischen Krankenhaus. Das Feedback fällt positiv aus – offen bleibt aber, ob genug Weiterbildungsstellen für Fachärzte vor Ort verfügbar sind, damit aus dem Interesse später auch eine Niederlassung wird.
Wer teilnehmen möchte, braucht ein laufendes Medizinstudium mit bestandenem Physikum. Eine Verpflichtung zur späteren Niederlassung gibt es nicht. Bewerbungen sind über die Website des Landkreises oder per E-Mail an das Amt für Kreisentwicklung möglich.
Quelle: Landkreis Oder-Spree




