Wer noch eine Ausbildung sucht, hat im Landkreis Oder-Spree derzeit gute Chancen. Nach Angaben der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) sind in der Region aktuell noch 370 Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.

Allein im Baugewerbe warten 36 freie Lehrstellen auf Bewerberinnen und Bewerber, im Garten- und Landschaftsbau sind es vier. Besonders gefragt sind angehende Dachdecker: Hier suchen die Betriebe noch zehn Auszubildende.
Die Bezirksvorsitzende der IG BAU Oderland, Astrid Gehrke, appelliert an junge Menschen, sich einen Ruck zu geben und aktiv einen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Eine abgeschlossene Berufsausbildung biete auf Dauer mehr Sicherheit und in der Regel auch eine bessere Bezahlung als ungelernte Tätigkeiten.
Zehntausende ohne Abschluss
Der Handlungsbedarf ist groß: Laut Statistischem Bundesamt haben in Brandenburg rund 64.000 junge Erwachsene zwischen 20 und 34 Jahren weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch einen Ausbildungsplatz. Im Landkreis Oder-Spree sind 76 Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss.
Gehrke rät gerade dieser Gruppe, sich noch einmal auf dem Ausbildungsmarkt umzuschauen. Zwar startet der Großteil der Ausbildungen im August und September, doch auch im weiteren Jahresverlauf würden Betriebe noch Plätze besetzen.
Beratung nutzen, Betriebe direkt ansprechen
Für die Orientierung empfiehlt die IG BAU Oderland die Jugendberufsagentur (JBA) unter www.servicestelle-jba.de sowie die Angebote der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de/bildung – vor Ort oder digital. Ein persönliches Beratungsgespräch lohne sich in jedem Fall.
Wer eine Lehrstelle sucht, sollte nach Einschätzung der Gewerkschaft mutig direkt auf Unternehmen zugehen. Oft ergebe sich daraus zumindest ein Praktikumsplatz, mitunter auch eine feste Ausbildungsstelle. Bei der Wahl des Betriebs rät Gehrke dazu, auf faire Bezahlung zu achten – idealerweise auf Unternehmen mit Tarifbindung. Neben dem gewünschten Berufsfeld sollten Bewerberinnen und Bewerber auch die Ausbildungsqualität und die späteren Perspektiven im Betrieb im Blick behalten.
Quelle: IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Bezirksverband Oderland




