Die diesjährige Gewinnerin des Kleist-Förderpreises, Miriam Unterthiner, hat eine weitere bedeutende Auszeichnung erhalten. Am 10. November nahm die junge Autorin aus Südtirol in Wien den Debütpreis des Österreichischen Buchpreises 2025 entgegen. Ausgezeichnet wurde ihr Drama „Blutbrot“, das im Februar in der edition laurin, der Belletristikreihe des Innsbrucker Universitätsverlages, erschienen ist. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
Bestätigung der Jury-Entscheidung
„Diese Auszeichnung von Miriam Unterthiners Theatertext ‚Blutbrot‘ bestätigt unsere Juryarbeit des Kleist-Förderpreises einmal mehr, einen großartigen Text für die Bühne prämiert zu haben. Dass dieser Theatertext nun auch als ausgezeichnetes Buch ein noch größeres Publikum erreicht, ist ein wichtiges Zeichen und ein großes Plädoyer für die Erinnerungskultur. Wir gratulieren Miriam von Herzen“, sagt Florian Vogel, Vorsitzender der Jury des Kleist-Förderpreises und Künstlerischer Leiter am Kleist Forum.
Ein vergessenes Kapitel der Geschichte
In „Blutbrot“ beleuchtet Miriam Unterthiner ein bislang kaum beachtetes Kapitel der Südtiroler Nachkriegsgeschichte: die Fluchthilfe der Bevölkerung für hochrangige NS-Funktionäre wie Mengele und Eichmann über den Brennerpass.
Die Jury des Österreichischen Buchpreises würdigt Unterthiners besonderen Ansatz: „Unterthiner begegnet diesem schwierigen Stoff nicht mit dokumentarischem Realismus, sondern mit großer poetischer Wut und Wucht.“ Indem sie „Das Dorf“, „Das Brot“ oder „Die Landschaft“ selbst zu Figuren macht, öffnet sie den Blick auf Mechanismen kollektiven Schweigens und stellt Fragen nach Erinnerung, Verantwortung und Schuld.
Die Jury hebt hervor: „Das Historische wird so zur Metapher für eine Gegenwart, in der Ressentiments und die Angst vor dem Fremden erneut virulent sind.“ Unterthiner erschafft eine kraftvolle Sprache, die bildstark und präzise das Verschüttete freilegt und dabei einen „schreienden, oft verzweifelten Humor“ entwickelt.
Von Frankfurt nach Wien
Bereits am 7. Oktober hatte Miriam Unterthiner für „Blutbrot“ im Frankfurter Theaterhaus Kleist Forum den Kleist-Förderpreis 2025 erhalten. Die Uraufführung entstand als Koproduktion mit dem Kleist Forum am Theater Aachen. Inzwischen wurde das Stück auch am Theater am Werk in Wien in Szene gesetzt.
Vorschaubild: Miriam Unterthiner © Florian Dariz
Quelle: Kleist Forum Messe und Veranstaltungs GmbH

