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Anglervererband fordert bessere Regelungen zum Schutz der heimischen Fische

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Am letzten Wochenende sammelten sich große Mengen an Kormoranen an der Potsdamer Alten Fahrt und im Hafenbecken. Dieses Problem betrifft nicht nur Potsdam – auch an vielen anderen Flüssen in Brandenburg ist die Situation ähnlich.

Was ist passiert?

Die Alte Fahrt in Potsdam ist ein beliebter Platz zum Angeln im Winter. Dort leben normalerweise viele Fische wie Plötzen und Barsche. Doch innerhalb von nur fünf Tagen hat sich das dramatisch geändert.

Die Fischbestände wurden nachhaltig geschädigt (© Foto: Marcel Weichenhan / LAVB)

Während die meisten Gewässer in der Region zugefroren sind, gibt es in der Alten Fahrt und im Hafenbecken noch offene Stellen. Diese nutzen bis zu 1.500 Kormorane täglich zum Fischen. Jeder Kormoran frisst etwa 500 Gramm Fisch pro Tag. In kurzer Zeit haben die Vögel den gesamten Fischbestand dort aufgefressen.

Warum ist das ein Problem?

Daniel Müller vom Landesanglerverband Brandenburg erklärt: Die Natur kann solche massiven Schäden nicht ausgleichen. Der Fischbestand erholt sich nicht von selbst. Das macht es unmöglich, die Fischbestände nachhaltig zu bewirtschaften.

Besonders betroffen sind auch Projekte zur Wiederansiedlung von Lachsen und Meerforellen in Brandenburger Flüssen. Diese Bemühungen von Fischern und Anglern werden durch die vielen Kormorane zunichte gemacht.

Was fordert der Anglerverband?

Der Kormoran ist in Europa nicht mehr gefährdet, genießt aber immer noch einen strengen Schutzstatus. Der Landesanglerverband Brandenburg fordert deshalb ein besseres Kormoranmanagement:

  1. Politisches Handeln: Die Politik muss sich klar für Lösungen einsetzen – auch auf europäischer Ebene.
  2. Bessere Datenerfassung: Alle Kormorane in Brandenburg müssen gezählt werden. Dabei soll auch erfasst werden, welche Vögel aus anderen Ländern kommen.
  3. Anpassung der Regeln: Nach Auswertung der Daten soll die Brandenburgische Kormoranverordnung überarbeitet werden. Ziel ist eine Kormoran-Anzahl, die dauerhaft zu den Gewässern in Brandenburg passt.

Der Verband betont: „Naturschutz darf nicht an der Wasseroberfläche aufhören.“ Ein vernünftiges Management der Kormorane sei dringend notwendig, um die heimischen Fischarten zu schützen.


Vorschaubild:  Nicht nur Anglern schmecken Zander (© Foto: Marcel Weichenhan / LAVB)
Quelle: Landesanglerverband Brandenburg e.V. (LAVB)

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