Der Waldzustandsbericht 2025 zeichnet ein düsteres Bild: Fast 40 Prozent der brandenburgischen Waldfläche weisen deutliche Schäden auf, nur noch 8 Prozent der Bäume gelten als gesund. Im Durchschnitt haben die Bäume rund 28 Prozent ihrer Nadeln oder Blätter verloren – ein neuer Höchstwert.

Trockenheit als Hauptfeind
Die Ursache ist vor allem anhaltender Wassermangel. Nach den Dürrejahren 2018, 2019, 2020 und 2022 folgte 2025 erneut ein trockenes Frühjahr – der regenreiche Juli kam vielerorts zu spät. Zusätzliche Schäden verursachten Spätfröste im April und Mai. Weniger Blätter und Nadeln bedeuten weniger Photosynthese und damit geringere Widerstandskraft gegen Hitze und Schädlinge. Fast jeder dritte Baum ist bereits sichtbar geschwächt.
Die Hauptbaumarten im Überblick
Besonders dramatisch ist die Lage bei der Eiche: 75 Prozent der Flächen zeigen deutliche Schäden, nur 1 Prozent ist unbeeinträchtigt. Bei der Buche liegt der Schädigungsanteil bei 56 Prozent, die Kiefer – mit 69 Prozent die dominierende Baumart – ist zu 29 Prozent deutlich geschädigt.
Nachwuchs fehlt
Hinzu kommt: Nur auf 57 Prozent der Waldfläche wächst ausreichend Nachwuchs nach. Viele junge Pflanzen werden vom Wild verbissen. Ohne Naturverjüngung keine Mischwälder – und ohne Mischwälder kein stabiler Wasserschutz und kein wirksamer Brandschutz.
Waldbesitzer fordern politisches Handeln
Malte Eberwein, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg, fordert ein „praxistaugliches und rechtssicheres Jagdrecht“ – denn es gehe um Grundwasserstabilität und Landschaftsresilienz, nicht um Einzelinteressen. Rudolf Hammerschmidt von den Familienbetrieben Land und Forst Brandenburg betont: „Wir erleben keine kurzfristige Schwächephase, sondern strukturelle Schäden.“
Beide Verbände appellieren an die neue Landesregierung: Der Zustand der Wälder lässt keinen Aufschub zu.
Quelle: Waldbesitzerverband Brandenburg e.V. / Familienbetriebe Land und Forst Brandenburg e.V.



