Brandenburg ist eines der ersten Bundesländer, das nach der Veröffentlichung der bundesweiten Zahlen eine Hochrechnung zu den Treibhausgasemissionen für 2025 vorlegt – mit erfreulichem Ergebnis: Die Emissionen sind um 3,9 Prozent auf 51,3 Millionen CO₂-Äquivalente gesunken. Damit verzeichnet das Land einen historischen Tiefstand seit 1990, der sogar die Emissionen des Corona-Jahres 2020 deutlich unterschreitet.

Ein gemischtes Fazit
Klimaschutzministerin Martina Klement betont aber auch die Schattenseiten dieser Entwicklung: Der Rückgang sei teilweise auf konjunkturelle Effekte zurückzuführen und nicht ausschließlich auf konsequente Klimapolitik. Um die Erfolge zu verstetigen, brauche es daher verstärkte klimapolitische Maßnahmen durch die Umsetzung des Klimaplans Brandenburg. Die gute Nachricht: Brandenburg schneidet mit 3,9 Prozent Minderung deutlich besser ab als der Bundesdurchschnitt mit nur 0,1 Prozent.
Energiewende als Haupttreiber
Die positive Entwicklung wird hauptsächlich durch zwei Faktoren ermöglicht: den kontinuierlichen Ausbau erneuerbarer Energien und den deutlichen Rückgang der Braunkohleverstromung. Die Energiewirtschaft, größter Verursacher von Treibhausgasen, hat ihren Ausstoß um 7,1 Prozent reduziert. Während die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bundesweit auf dem Niveau von 2024 stagnierte, zeigt sich in Brandenburg deutliche Fortschritte.
Industrie zeigt Erfolge, Verkehr wächst
Auch die Industrieemissionen sanken um 5,8 Prozent. Mit 7,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten trägt die Industrie immer noch erheblich zur Gesamtbilanz bei – Stahl- und Zementindustrie sind dabei die Hauptverursacher. Besonders bemerkenswert: Die Zementindustrie reduzierte ihre Emissionen nicht nur durch wirtschaftliche Schwankungen, sondern gezielt durch ergriffene Klimaschutzmaßnahmen.
Weniger erfreulich ist die Entwicklung im Verkehrsektor. Mit 6,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten ist er ein relevanter Emissionssektor – und die Emissionen sind 2025 erneut gestiegen (plus 1,3 Prozent), hauptsächlich wegen Anstiege im Straßen- und Flugverkehr am BER. Die Flugbewegungen nahmen um 0,7 Prozent zu.
Gebäudesektor durch Wetter belastet
Der Gebäudesektor verzeichnet bundesweit einen Anstieg von 3,4 Prozent – eine Folge der kühlen Witterung, die den Heizbedarf erhöhte. Brandenburg folgt dieser Entwicklung mit geschätzten 3,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten.
Die Sektoren Landwirtschaft und Forstwirtschaft zeigen nur geringe Veränderungen, während die Abfall- und Abwasserwirtschaft leicht um 4,4 Prozent zurückgegangen ist und weiterhin den kleinsten Anteil an der Gesamtbilanz aufweist.
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Quelle: MWEKE




