Wer im Landkreis Oder-Spree auf Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, sollte ein gesundheitliches Risiko kennen: Der häufige Umgang mit chemischen Pflanzenschutzmitteln kann nach Jahren zu einer Parkinson-Erkrankung führen. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Oderland hingewiesen.
Berufskrankheit anerkannt
Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide ist als Berufskrankheit anerkannt. Voraussetzung ist der Nachweis, dass im Berufsleben mindestens 100 Tage mit Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden gearbeitet wurde. „Dann bekommen Beschäftigte, die an Schüttellähmung erkrankt sind, Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung: Die Hilfe der Berufsgenossenschaft reicht von guter medizinischer Versorgung bis zu Geldleistungen“, sagt Astrid Gehrke, Bezirksvorsitzende der IG BAU Oderland.
Betroffen sind nicht nur Beschäftigte aus der Landwirtschaft, sondern auch aus Gartenbau, Forst und Floristik. Selbst auf dem Bau können Pestizide eine Rolle spielen – etwa in Anti-Schimmelmitteln, die im Sanitärbereich verwendet werden.
Appell an Ärzte und Krankenkassen
Die IG BAU appelliert an die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Kreis Oder-Spree, Parkinson-Patienten gezielt anzusprechen und eine mögliche Berufserkrankung abzuklären. Auch die gesetzlichen Krankenkassen seien gefordert, ihre Versicherten zu informieren. Die Gewerkschaft will sich zudem dafür einsetzen, dass mehr Betroffene als Berufserkrankte anerkannt werden – insbesondere jene, die nicht selbst gespritzt haben, aber etwa in Gewächshäusern den Pestiziden ausgesetzt waren.
Anlaufstellen für Betroffene
Beschäftigte aus gefährdeten Branchen können sich bei Fragen an ihre Berufsgenossenschaft wenden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) hat eine eigene Parkinson-Hotline eingerichtet:
- Telefon: 0561 / 785-10350
- Online: www.svlfg.de/fa-parkinson-durch-pflanzenschutzmittel
Vorschaubild: Wenn nach dem Job die Schüttellähmung kommt: Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel ist als Berufskrankheit anerkannt. Darauf hat die IG BAU Oderland hingewiesen. „Denn wer auf dem Feld oder im Gewächshaus über Jahre häufig Pflanzenschutzmittel spritzt, der hat ein erhöhtes Risiko, später Parkinson zu bekommen“, warnt Astrid Gehrke von der Agrar-Gewerkschaft. Foto: IG BAU | Tobias Seifert
Quelle: IG Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Oderland




